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Fries of Hope – 1 Tonne Pommes für Flüchtlinge

Von Florian Novak am 5. Oktober 2015

15492223644_ae70c6ac5d_zWaren Sie kürzlich abends am Wiener Hauptbahnhof und haben dort den köstlichen Geruch von frisch frittierten Pommes vernommen? Vielleicht haben Sie sich nicht viel dabei gedacht außer dass, warme, frische Pommes gerade, wenn es draußen kalt und nass ist und Sie wahnsinnigen Hunger haben, ein echter Genuss sind. Tja, hinter diesem vermeintlich unspannenden Geruch steckt eine umso spannendere Geschichte.

Seit dem 7.9. helfen die freiwillige Helfer und Helferinnen von Fries of Hope mit einer einmaligen Aktion: tagtäglich verschenken sie bis zu 50 Kilo Pommes an Flüchtlinge, die oft nach wochenlangen Fußmärschen erschöpft auf dem Wiener Hauptbahnhof ankommen. Das Ziel dieses Projektes ist, den Schutzsuchenden ein wenig Abwechslung zu gönnen und die bange Wartezeit am Bahnsteig zu verkürzen. Manchmal braucht es in Krisenzeiten eben nicht mehr als Liebe, Toleranz, und eine Handvoll fettig dampfender Erdäpfelstreifen.

Fries of Hope ist eine humorvolle Ergänzung zur ernsthafteren Mutterorganisation Train of Hope, welche Flüchtlingen mit Essen, Kleidung, Unterkunft und Hygieneartikel unterstützen. Gegründet wurde Fries of Hope von Fabian Braesemann, selbst Zuwanderer aus Berlin, hauptberuflich eigentlich Doktoratsstudent der Wirtschaftswissenschaften und Caroline Wenger. Fabian hegte schon lange eine Leidenschaft für seine Fritteuse und nahm diese sogar mit auf Partys, um dort seinen Freunden mit frischen Pommes ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Anfang September ermutigten Caroline und ihrer Mutter Martina, Fabian dann dazu, diese Leidenschaft zu nutzen, um auch den Flüchtlingen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

12092601_923038537743224_1717611312_n„Ich dachte mir: ‚Gibt es überhaupt jemanden, der keine Pommes mag?’ Wenn ich nass, kalt, hungrig und erschöpft von einer langen, anstrengenden Reise wäre, voller traumatischer Erinnerungen und Zukunftsängste, wäre das einzige, dass mich meine Sorgen für einen kurzen Moment vergessen lassen könnte, ein Teller mit dampfend heißen, vor Fett triefenden Fritten. Ich glaube einfach fest daran, dass Frittiertes die Menschen zusammenbringt, und unser kleines Projekt beweist das jeden Tag aufs Neue.“, sagt Fabian, der Chef-Frittierer von Fries of Hope.

Das Kernteam von Fries of Hope besteht mittlerweile aus insgesamt 47 freiwilligen Frittierern. Die Gruppe von Kollegen, Freunden und Bekannten verteilt täglich in abendlichen Schichten an einer mobilen Frittierstation direkt vor dem Osteingang des Wiener Hauptbahnhofs über 500 Portionen Pommes an dankbare Flüchtlinge.

Mittlerweile steckt hinter diesem großartigen Projekt auch ein ehrgeiziges Ziel. Am Ende des Projekts will Fries of Hope eine Tonne frittierte Freude verschenkt haben. Um dieses Ziel im Auge zu behalten, gibt es das Pomm-o-meter, welches den täglichen Fortschritt anzeigt – es geht rasant voran: Zusammen haben die eifrigen Frittenköche und -köchinnen bereits 612 Kilo Pommes, 80 Flaschen Ketchup und 72 Flaschen Mayo verbraucht – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Ein Projekt, das uns zeigt, dass ein jeder helfen kann. Wir alle haben einzigartige Talente, die wir nutzen können, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Wenn du mehr über Fries of Hope erfahren und selbst helfen möchtest, besuche ihre Facebookseite.

Stop Crying, Start Frying!

Bilder: Fries of Hope und Christian Schnettelker

 


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