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Auszeit

Geheimbündelei im Taschenformat

Von Florian Novak am 30. März 2015

Vielleicht sinken Sie gerade von einem langen, nervenzerrenden Arbeitstag erschöpft in ihr Sofa und durchforsten das Internet nach einer verdienten Abendgestaltung. Oder Sie können es kaum erwarten genau das später zu tun. Dürfen wir einen Vorschlag machen? Wie wäre es denn mit einem spannenden Thriller?

Martin Suter, der auflagestärkste lebende schweizer Autor, liefert mit seinem neuen Roman „Montecristo“ neuen, spannenden Lesestoff, der auf 308 Seiten fesselt und Unterhaltung garantiert.
Seine jüngst erschienene Wortkomposition handelt von Bemühungen eines Videojournalisten namens Jonas Brand, einen Finanzskandal aufzudecken, dessen Sog ihn immer tiefer in einen Korruptionssumpf zieht. Fest entschlossen, die Machenschaften aufzudecken, zieht er die Aufmerksamkeit von Gesellschaft auf sich, welche vor nichts zurückschreckt, Beweise zu vernichten um eine Veröffentlichung zu verhindern. Nach einem Einbruch in seine Wohung und einem darauf folgenden Überfall ahnt Jonas Brand bald, in welcher Gefahr er sich befindet.

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Der Zenit des schweizer Literaturexports weiß auch in „Montecristo“ mit vielseitigen, messerscharfen Dialogen die Leserschaft zu begeistern. Überdies brilliert Marin Suter abermals mit einer einwandfreien Recherche, was, so sagt man, von kompetentester Seite geprüft wurde.
Doch nicht nur Nachforschung und Faktensondierung zählen zu Suters stärken. So schafft er ein interessantes Beziehungs- Geflecht der Charaktere, das sich auf szenenartigen Kapiteln kontinuierlich windet und erst gegen Ende aufgelöst wird.

Er spart sich hierbei verschönernde Phrasendrescherei und konfontiert, wie gewohnt, seinem Protagonisten mit einer Krise, welche dieser zu bewältigen versucht. So offenbart Suter: „Für einen Schriftsteller ist die Krise das Interessanteste. Das Entstehen der Krise hat mich aber noch nie so interessiert wie das Verhalten des Krisengeplagten’’*.
Nach 22 Jahren in Guatemala und Ibiza plant der in Zürich geborene Schriftsteller in die Schweiz zurückzukehren und an seinem nächsten Buch zu arbeiten.
„Montecristo“ erschien am 23.2.2015 beim Diogenes Verlag, München
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*Martin Suter, Interview mit www.tagesanzeiger.ch, 25.02.2015

Cover von "Montecristo"

Cover von „Montecristo“


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