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Musik

Musikvideos ohne Musik? Die Musicless Music Videos von Mario Wienerroither

Von Kristin Natalie Urbanek am 9. März 2015

Was ist essenziell für ein Musikvideo? Vermutlich fällt Ihnen als erstes die Musik ein. Denn ohne diese verlieren die Bilder sehr schnell an Kraft und Intensität. Wäre doch spannend zu sehen, wie ein Musikvideo ohne Musik aussieht.

Der Österreicher Mario Wienerroither (früher digitalofen) produziert eigentlich Musik für Film und Fernsehen. Für sein Projekt „Musicless Musicvideos” löscht er dagegen die Tonspur bekannter Musikvideos und bastelt passende Soundelemente in den Clip – Gemurmel, Flaschen, die zerbrechen oder knallende Türen. Ohne Musik entstehen ganz neue Geschichten – die Videos wirken gleich völlig anders und zum Teil richtig komisch.

Die Produktion eines „Musicless“-Clips nimmt in etwa acht bis zehn Stunden Zeit in Anspruch. Nur Drag & Drop läuft dabei aber bei Weitem nicht. Außer Special Effects spielt Wienerroither alles, was im Video passiert, selbst nach. Der Echtheitsanspruch treibt zuweilen auch recht skurrile Blüten: „Läuft zum Beispiel im Video jemand im Freien herum, nehme ich mein Aufnahmegerät, und renne auch draußen durch die Gegend.“ Da möchte man NachbarIn sein. Gelegentlich muss der gleiche Effekt mit anderen Mitteln erzielt werden: Trockene Spaghetti für zerbrechendes Eis, Erdnüsse für berstendes Holz und die hauseigene Zimmerpflanze für Laub und Wiesengeräusche sind einfallsreiche Ausweichvarianten, falls das Quellengeräusch etwa aufgrund der Witterung oder mangels Verfügbarkeit nicht original imitiert werden kann.

Ein aufwendiges aber spannendes Projekt, das mittlerweile schon mehr als 50.000 Menschen begeistert.

Bild: youtube.com

 


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