Voriger Nächster Channel wählen
Now playing:

So einfach

10 Dinge, um die Sie sich keine Sorgen machen müssen

Von Juliane Deisenhammer am 13. Februar 2015

10 Dinge, um die Sie sich keine Sorgen machen müssenWer kennt sie nicht, die zahlreichen Do’s and Don’ts der Ernährungsberatung? Eine Reihe von guten Tipps möchte immer wieder darauf hinweisen, was wir tun dürfen und was wir zu lassen haben. Einige davon kursieren seit Generationen unter den Menschen und haben bereits Sprichwortcharakter. Andere wurden oft ohne existierenden Beweis erfolgreich durch die Medien aufgebauscht und schwirren nicht zu selten in unsere Hinterköpfen, sobald die entsprechende Situation auftritt.

Sind wir erstmal mit unserem Körper oder Essverhalten unzufrieden, klammern wir uns gerne an jeden daher gelaufenen Strohhalm, der uns diesbezüglich in irgendeiner Weise das Leben erleichtern könnte. Doch jetzt drehen wir einfach den Spieß um: Zehn Dinge, über die Sie sich absolut keine Sorgen machen müssen, die aber vielleicht etwas Licht ins Dunkel der Ernährungs-Mythen bringen.

1. Verhältnis der Nährstoffe abwägen
Wieviele Kohlenhydrate, Fette und Proteine darf ich am Tag zu mir nehmen? Viele Menschen richten Ihre täglichen Rationen nach diversen Schemen dieser Manier aus. Das Problem ist nur, dass wir Nahrung verzehren – nicht deren Substanzen. Aus dieser Sicht ist es schwierig, den exakten Anteil der Inhaltsstoffe zu kalkulieren. Außerdem kann gesunde Ernährung in verschiedenen Variationen gelingen, hier ist der Kalorien-Anteil ausschlaggebend: Für einen Menschen mit einer Tageszufuhr von 1000 Kalorien beispielsweise, sind 30 % Eiweiß zu wenig, doch zu viel für jemand, der 5000 Kalorien verzehrt.

2. Multivitamin-Präparate einnehmen
Die als Wundermittel beworbenen Pulver und Tabletten halten selten das, was sie versprechen. Ein qualitativ hochwertiges Produkt zweiten Tag einzunehmen kann zumindest nicht schaden – versuchen Sie nur nicht zu viel Folsäure zu sich zu nehmen.

3. Kaffee ist schädlich
Um den beliebten Kaffee ranken sich viele Ernährungsmythen: Er habe zu wenig Nährstoffe, einen schlechten Einfluss auf die Aufnahme von Kalzium, greift die Nebenniere an und dehydriert. An dieser Stelle sprechen die meisten Forschungsergebnisse Kaffee von seiner eher negativen Wirkung auf den Körper frei – in Maßen wirkt sich der Pausenfüller sogar positiv auf den Körper aus – vorausgesetzt, er wird nicht mit Unmengen von Zucker „bereichert”.

4. Acht Gläser Wasser pro Tag
Vereinfacht gesagt: Viele Menschen trinken schlichtweg zu wenig. Es gibt aber keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass wir genau eine bestimmte Menge zu uns nehmen müssen. Der Körper verlangt bei sportlicher Anstrengung oder Hitze natürlich nach mehr Flüssigkeit. Detaillierte Infos finden Sie hier.

5. Bizepsgröße
Der Bizeps gilt oft als der Indikator für besondere Fitness. Wer gut ausgebeulte Oberarme besitzt muss körperlich top in Form sein. Das reine Training der Arme oder anderer bestimmter Körperteile ist aber der falsche Weg, sollten doch alle Muskeln im Körper bewegt und trainiert werden. Ist der Bizeps erstmal größer als die Wade, läuft irgendetwas schief.

6. Fettmengen zählen
Falls es noch jemanden gibt, der Fett in der Nahrung peinlich genau verfolgt oder abwiegt: dies ist nicht nötig. Achten Sie lediglich auf den Gehalt von Transfetten und Omega-6 Fetten – das „Fett-Zählen“ an sich ist unter Gebrauch des gesunden Menschenverstandes eher nebensächlich.

7. Kohlenhydrate zählen
Es gilt wiederum: Quälen Sie sich nicht mit der Berechnung des Kohlenhydrat-Anteils in den Speisen. Wählen Sie ballaststoff- und nährstoffreiche Kost – als Paradebeispiel: Qualitäts-Vollkornprodukte – und Sie sind der gesunden Ernährung einen großen Schritt näher.

8. Essen nach 18 Uhr
Hier ein kleines Geheimnis: Unser Körper kennt keine Uhrzeit. Sie verspüren abends oder nachts Hunger? Dann essen Sie etwas. Natürlich sind Kalorienbomben kontraproduktiv, nehmen Sie am besten Nahrung mit hohem Eiweiß-Gehalt zu sich. Doch am wichtigsten bleibt: Hören Sie auf sich selbst und agieren Sie mit Verstand.

9. Bio-Lebensmittel
Ohne Zweifel sind Produkte aus biologischer Landwirtschaft den gewöhnlichen vorzuziehen. Doch bevor Sie sich Sorgen darum machen, ob Sie „bio” genug sind, achten Sie lieber darauf, generell genug Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Kümmern Sie sich erst danach um die Herkunft und Herstellung der Lebensmittel. Zu empfehlen bleibt immer, sich einen Gärtner oder Bauer seines Vertrauens zu suchen, um genügend Informationen über den Anbau und die Ernte einholen zu können. Hier eine Liste der Nahrungsmittel, die am meisten Überreste an Pestiziden enthalten.

10. Künstliche Süßungsmittel
Eigenartig, dass ein und derselbe Pudding von 104 Kalorien auf 65 Kalorien pro 100 Gramm gedrosselt werden kann. Künstliche Süßungsmittel verringern den Kalorienumfang in der Nahrung um einen nicht unerheblichen Anteil. Sie müssen dennoch aber nicht nur Ausschau nach nicht-zuckerhaltigen Lebensmitteln halten und ebenso wenig müssen Sie beim Verzehr von kalorienreduzierten Produkten ständig an die krebserregenden Ersatzstoffe denken. Eine dauerhafte Ernährung auf Basis von künstlichen Nährstoffen ist allerdings sicher nicht gut für Sie.

Die hier genannten Ratschläge sind zugegebnermaßen nicht für jeden oder jede unter allen Umständen anwendbar. Viele Dinge sind im Kontext verschiedener Kulturen und Gesellschaftsschichten entstanden und erfahren dort auch ihre Gültigkeit. Außerdem ist die Ernährungswissenschaft ein sehr dynamisches Feld, vieles wird sich in kürzester Zeit wieder ändern. Die oben genannten Punkte geben lediglich einen Anstoß dazu, wieder auf sich selbst zu hören und sich nicht von urbanen Mythen verwirren zu lassen.

via: dietblog; Bild: stock.xchng/sanja gjenero


Nach oben