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Auszeit

Das Café zum Minutentarif

Von Michael Lachsteiner am 20. Januar 2014

Ziferblat, LondonBesonders in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien gibt es eine mittlerweile sprichwörtliche Gewohnheit, die Tradition hat – das Kaffehaus-Sitzen. Routinierte Kaffeehaus-Gäste schaffen es oft mühelos, mehrere Stunden im Lieblings-Café zu verbringen – und dabei nicht unbedingt auch dementsprechend viel zu konsumieren. Ungeübten mag da der anklagende Blick des „Obers“ (= Kellners) allerdings mitunter den Schweiss der Peinlichkeit auf die Stirn treiben – Kaffeehaus-Sitzen will eben geübt sein. Doch damit ist nun vielleicht Schluß und die Situation könnte sich für die Sesselkleber wie für die Überkorrekten drastisch ändern.

In Russland gibt es das Konzept schon länger, aber nun wurde das erste „pay-per-minute-café“ in London eröffnet und findet reges Interesse. Das Besondere daran – man bezahlt nicht für die Dinge, die man konsumiert, sondern für die Zeit, die man im Ziferblat – so der Name des Hauses – verbringt. Ein Nachteil für die konsumfaulen Profis und ein Vorteil für all jene, die Kaffeehaus-Atmosphäre geniessen wollen, ohne den heissen Blick des Personals förmlich im Nacken zu spüren.

Clocks at ZiferblatUm 1,80 britische Pfund pro Stunde kann man nach Herzenslust Kaffee trinken, Kuchen, Sandwiches und allerlei anderes konsumieren – auch Selbstversorgung ist möglich: die Küche kann auch von den Gästen selbst benutzt werden!

Zehn Filialen hat Ziferblat bereits in Russland und nun beginnt die Expansion nach Europa – Ob sich dieses Konzept durchsetzen wird? Nur die Zeit wird es zeigen!

via The Guardian, Foto DPA

 


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