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So einfach

Fairer telefonieren

Von Michael Lachsteiner am 19. August 2013

fairphone blue_screen_standingDass unsere geliebten Smartphones oft aus Produktionsstätten mit teilweise sehr schwierigen Arbeitsbedingungen kommen, ist mittlerweile sehr vielen klar. Genauso wie die Tatsache, dass viele der Bestandteile – vor allem die bis zu 30 verschiedenen Metalle und Materialien – oft sogar aus Ländern stammen, in denen die Minenbetreiber mit dem erwirtschafteten Erlös ihre Kriegszüge finanzieren. Darüberhinaus ist das Recycling der Geräte eine ebenso sensible Angelegenheit – nicht selten geschieht das unter gesundheitsschädigenden Bedingungen zu Dumping-Löhnen.

Ein Unternehmen aus den Niederlanden hat sich nun zum Ziel gesetzt, nach dem Vorbild des Fair-Trade-Handels nun auch ein fair gehandeltes Smartphone zu produzieren. Das Fairphone ist das einzige Produkt des gleichnamigen niederländischen Unternehmens und hat als Zielsetzung eben die Produktion eines Smartphones ausschließlich aus fair gehandelten Materialien. Im Rahmen einer Crowdfunding-Initiative gelang es nun erstmals im vergangenen Juni mit 5.000 Vorbestellungen die Vorraussetzung für einen ersten Produktionsstart zu erreichen.

fairphone_2Das Gerät selbst ist in schlichtem, elegantem Design gehalten und mit seinen technischen Features ein solides Mittelklasse-Gerät mit 4,5 Zoll Touchscreen, Quadcore-Prozessor, 1 GB RAM, 16 GB Speicher, 8 Megapixel-Kamera und als kleines Extra mit Dual-SIM-Funktion. Als Betriebssystem dient Android 4.2, weitere wie Firefox und Ubuntu sind angedacht. Allein das Gewicht liegt mit 170 Gramm ein wenig über dem Durchschnitt. Der Preis des Geräts ist 325,-€, was es ein wenig teurer als technisch vergleichbare Geräte macht, was in der Natur der Sache liegt – das Fairphone ist haltbarer und aufwändiger hergestellt als die vergleichbare Massenware.

Ein wichtiges Feature ist aber auch die Reparatur-Option: Das Gerät ist so verarbeitet, dass defekte Einzelteile gut getauscht werden können und dadurch die Umwelt genauso wie das Budget des Besitzers geschont werden. Und sollte es tatsächlich mal völlig kaputt gehen, ist für das fachgerechte Recycling ohne Umweltbelastung ebenfalls gesorgt.

Wakishaaa!!!Doch wie fair ist das Fairphone wirklich? Eine 100%ige Fairness-Garantie kann noch nicht abgegeben werden, da einige unbedingt erforderliche Komponenten leider noch immer nicht über völlig nachvollziehbare Kanäle erhältlich sind, das Unternehmen ist allerdings sehr bemüht, diese Lücken schnellstmöglich zu schliessen. Wer sich jedoch auch jetzt schon ein Fairphone kauft, zeigt damit seinen Willen, mit seinem Konsumverhalten Dinge ändern zu wollen – große Veränderungen können eben immer nur im Kleinen beginnen. Und wenn das Fairphone viele Unterstützer und Käufer erhält, wird der Weg zum 100% Fairphone auch sehr schnell sehr viel kürzer werden.

via www.fairphone.com

 

 


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