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So einfach

Funkstörung

Von Nina Bayer am 19. Mai 2013

Maschinenraum – Die Kolumne von Walter Gröbchen in Kooperation mit der „Presse am Sonntag” hörst Du jeden Sonntag um 14.30 Uhr auf LoungeFM. Diese Woche mit dem Thema: Die “Powerline”-Übertragungstechnik hat viele Fans, aber auch Gegner. Wer hat recht?

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Ich bin Ihnen noch eine Antwort schuldig. Und zwar auf die Frage, ob Powerline-Adapter grundsätzlich eine tolle Lösung sind. Oder doch eine eher kritisch zu betrachtende. Und zwar für die Aufgabenstellung, digitale Signale – vom Internet-Anschluß bis zum TV-Empfang – über die Steckdose zugänglich zu machen. Ursprünglich hatten die großen Stromversorger diese Idee („Access PLC“), scheiterten aber an multiplen technischen Problemen. Und an den Amateurfunkern, die sich durch eigenmächtige Frequenzmodulationen und die ungenierte Mehrfachnutzung der Stromleitungen gestört fühlten.

Was sie übrigens auch bei „Inhouse PLC“ bisweilen noch tun, also der Umlegung des selben technischen Prinzips – auch „Babyphones“ funktionieren so – auf lokale Netzwerke. Und lokal meint in diesem Fall den eigenen, privaten Haushalt. Dennoch haben sich Powerline-Adapter auf breiter Front durchgesetzt. Devolo etwa, der führende Hersteller im europäischen Raum, hat in den letzten zehn Jahren davon 18 Millionen Stück verkauft. Wer will schon extra Kabel verlegen oder WLAN-Repeater installieren, wenn das „Internet via Steckdose“ prächtig funktioniert.

Nun hagelte es, als ich hierorts die unkomplizierte, preisgünstige Praxistauglichkeit der Technik explizit lobte, aber Einwände. Einerseits von HiFi-Freaks, die eine „Verschmutzung“ des Stromnetzes fürchten wie der Teufel das Weihwasser – zahlenmäßig eine sehr kleine Kritikerschar. Andererseits regten sich Stimmen, die meinten, ungeschirmte Stromleitungen als Träger für hochfrequente Signale heranzuziehen sei – Stichwort “Elektrosmog” – per se äußerst fragwürdig. Ja, „die dümmste Technologieanwendung seit den Atomkraftwerken.“

Ich habe diese Meinung ungefiltert an die Experten von Devolo weitergereicht. Die replizierten, dass die Strahlung von Inhouse-Powerline-Netzen unter jener von Mobiltelefonen oder WiFi-Routern liegt und alle Auflagen für die Zulassung den Betrieb von elektrischen Geräten in Europa klar erfüllt werden. Natürlich wird das notorische Powerline-Skeptiker so wenig überzeugen wie die Umweltstudien des Ministers Berlakovich. Wer anderseits mit einem halben Dutzend Geräten ständig im Netz hängt, um online u.a. gegen das Bienensterben zu protestieren, laboriert und leidet potentiell eher an WLAN-Schwäche als an – bei allem Respekt – doch etwas praxisfernen Verschwörungstheorien.

Bild: © Foto.fritz | www.dreamstime.com /www.stockfreeimages.com


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