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Auszeit, Entspannung, So einfach

Geh in den Wald! Wir haben Wurzeln und die sind definitiv nicht in Beton gewachsen.

Von Nina Bayer am 22. August 2018

Der Wald tut uns gut, das spüren wir intuitiv. Dieses Gefühl belegt jetzt die Wissenschaft. Sie erforscht das heilende Band zwischen Mensch und Natur, das einen viel stärkeren Effekt auf uns hat, als wir bisher dachten. So kommunizieren Pflanzen mit unserem Immunsystem, ohne dass es uns bewusst wird, und stärken dabei unsere Widerstandskräfte. Clemens G. Arvay, Biologe und Autor zeigt diesen “Biophilia-Effekt” nicht nur, er sagt auch, wie wir ihn mit Übungen besonders gut für uns nützen können. Im Wald, oder auch im eigenen Garten. Kürzlich hat er wieder ein neues Buch herausgebracht.

„Bereits ein einziger Tag in einem Waldgebiet steigert die Zahl unserer natürlichen Killerzellen im Blut um fast 40 Prozent“, so Arvay. Diese erhöhte Aktivität halte – je nachdem, wie lange wir im Wald sind – sieben bis 30 Tage an. Das haben unter anderem Wissenschaftler der Nippon Medical School, einer medizinischen Universität in Tokio, nachgewiesen. Dort hat der Umweltimmunologe Qing Li zudem in zahlreichen Studien herausgefunden, dass Spaziergänge unter Bäumen auch Depressionen und Ängste lindern können.

Michael Jackson konnte ein Lied davon singen: „Ich nenne diesen Baum meinen Begabungsbaum“, sagte er. „Denn der Baum inspiriert mich“. Der King of Pop führte einen Reporter des britischen TV-Senders ITV2 durch sein Anwesen. Michael Jackson fuhr fort: „Ich liebe es generell, auf Bäume zu klettern, aber diesen Baum liebe ich besonders. Ich klettere hoch hinauf und schaue auf seine Äste herab, denn ich liebe diesen Anblick! Das schenkt mir so viele Ideen. Ich habe viele meiner Lieder in diesem Baum geschrieben. Heal the World ist in diesem Baum entstanden, Will You be there, Black or White, Childhood und viele andere.”

Arvay tritt auch den Lebensmittelkonzernen kritisch gegenüber: „Ich habe gesehen, wie Bio-Hühner am Hubstapler in die Halle geführt wurden, wie Kartoffeln auf das Fließband gekippt wurden und dann im Takt von drei Hühnern pro Sekunde getötet wurden.“ Diese Erfahrungen waren übrigens ausschlaggebend für seine beiden Bücher Der große Bio-Schmäh und Friss oder stirb.

In seinem aktuellen Buch Biophilia in der Stadt beschreibt Arvay, wie auch Stadtbewohner mehr „Wald“ erfahren können. „Mein Herz schlägt für den Wald und die Wissenschaft“, so Arvay. Seine zuletzt herausgebrachten Bücher handeln daher von der heilenden Wirkung von Pflanzen, Tieren und Landschaften auf den Menschen. Diese positive Wirkung nennt er (wie sein Buch) den “Biophilia-Effekt”. Der 38-Jährige legt Wert darauf, nicht als Esoteriker bezeichnet zu werden: „Es ist mir wichtig, die Aussagen in meinen Büchern wissenschaftlich abzusichern.“ Für sein aktuelles Buch Biophilia in der Stadt durchforstete er mehr als 250 medizinische Studien.

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