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So einfach

Entlastung für Sie und die Umwelt

Von Anika Suck am 18. Februar 2016

Sicher kennen Sie das auch – und schon wieder ist der Mülleimer voll! Geht es Ihnen nicht auch auf die Nerven, ständig den Müll wegbringen zu müssen? Aber nicht nur Menschen hätten am liebsten keinen Müll im Haus, auch der Natur geht es so. Viel vom täglichen Hausmüll, den wir produzieren, kann oft weder recycelt noch kompostiert werden und landet damit auf unschönen Deponien oder – im schlimmsten Fall – direkt im Meer. Und, Hand aufs Herz, die meisten Verpackungen, die wir täglich wegschmeißen, so wie Essensverpackungen, sind aus Plastik, einem schwer zu recycelnde Stoff. Besser als recyclen ist es also fast, Müll von vornherein zu vermeiden.

Die meisten Dinge, die wir täglich so zu uns nehmen, kommen aber leider in einer Plastikverpackung daher, sei es Gemüse oder eine Packung Nudeln. Was viele beim gewohnten Gang in den Supermarkt allerdings vergessen, ist: Man kann auch anders konsumieren. Essen wurde nicht schon immer in Plastik verpackt verkauft.

Dasselbe gilt für andere Gegenstände, die wir täglich gebrauchen. Früher, zu Zeiten von nicht-existenter Müllabfuhr, hat man noch versucht, Dinge solange es geht zu verwenden, wenn nötig auch zu reparieren oder anderweitig wieder zu verwerten. Man verwendete Lappen anstelle von Küchenrolle, Bürsten statt Plastikschwämmchen und Waschsoda und Essig statt zehn verschiedenen Putzmitteln. Es hilft enorm, Müll zu vermeiden, wenn man sich beim Einkaufen bewusst wird, was man überhaupt braucht, was man anders wieder verwenden kann und was man auch, in besserer Qualität, abseits des Mainstreams kaufen kann.

Loses Essen zu kaufen spart Verpackungsmüll

Loses Essen zu kaufen spart Verpackungsmüll

Manche dieser „Werte“ werden heute von jungen Menschen wiederentdeckt. Die in Amerika lebende Bea Johnson zeigt auf ihrem Blog, wie  einfach und auch noch schick es sein kann, müllfrei zu leben. Sie kauft in Supermärkten ein, die es erlauben, lose Lebensmittel selbst in mitgebrachte Behältnisse abzufüllen. Den ersten Laden dieser Art gibt es in Wien seit einiger Zeit mit Lunzer’s Maß-Greißlerei im zweiten Bezirk. Hier kann man alles von Nudeln über Essig bis Shampoo in den eigenen Behältern mit nach Hause nehmen. Wer noch einfacher praktische Dinge wie kompostierbare Zahnbürsten und Glasflaschen zur Vermeidung von Plastikflaschen kaufen will, kann dies im bee change Shop tun.

Aber die Vermeidung von Müll hat nicht nur positive Aspekte für die Umwelt, auch uns Menschen tut ein bisschen “back to the roots” gut. Wer auf Verpackungen verzichtet, dem fällt es leichter, ungesunden Snacks und Fast Food, die ja meistens in Plastikverpackungen erhältlich sind, zu widerstehen. Durch das Kaufen von losen, naturbelassenen Lebensmitteln wie Getreide und Hülsenfrüchten landen auch weniger chemische Zusatzstoffe und versteckte Dickmacher wie raffinierter Zucker im Einkaufswagen. Auch für die Geldbörse ist die Vermeidung von Verpackungen eine willkommene Entlastung.  Anstatt oft günstige Wegwerfprodukte wie Plastikschwämmchen und Küchenrolle zu kaufen, investiert man alle paar Jahre in eine gute und kombostierbare Geschirrspülbürste aus Holz und verwendet alte, waschbare Geschirrtücher als Putzlappen, um nur ein paar Ideen zu nennen.

“Zero Waste” hat, obwohl es natürlich mit etwas Verzicht zu tun hat, eine sehr beruhigende Wirkung, da es das Einkaufsverhalten stark vereinfacht. Man hat dadurch außerdem ein besseres Gefühl dafür, woher die Sachen, die man täglich verwendet eigentlich kommen, wie sie hergestellt werden, und natürlich, welche Mengen am Abfall man normalerweise eigentlich wegschmeißen würde.

Foto Credits: Kevin Dooley, Simon Fraser University

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