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So einfach

Eine Straße die “Smog frisst”

Von Florian Novak am 8. Januar 2016

Chicago ist eine Stadt mit unheimlich viel Verkehr, die stets an ihrem Image als „grünste Stadt der USA“ arbeitet. Jetzt macht genau diese Stadt mit einer Weltneuheit auf sich aufmerksam. Vor kurzer Zeit wurde dort eine oft als “grünste Straße Amerikas” betitelte Straße eröffnet. Die Straße kann nämlich unserer Umwelt und unseren Atemwegen einen großen Gefallen tun. Die Straße besteht nämlich aus sogenanntem Photokatalytischem Zement, ein innovativer Fahrbahnbelag, der mit Titandioxid-Nanopartikel spezialbeschichtet wurde. Klingt kompliziert, aber vereinfacht gesagt ahmt die Straße eine Photosynthese nach, die Stickstoffoxide aus der umliegenden Luft einfängt und in gesundheitsneutrale Salze umwandelt. Somit „frisst die Straße den Smog“ und sorgt damit für eine reinere Luft und eine höhere Lebensqualität in umliegender Nähe.

trafficLaut Herstellerangaben ist die beschichtete Straße in der Lage bis zu 90 Prozent der vorhandenen Luftschadstoffe in verträglichere Bestandteile umzuwandeln und damit die Entstehung von gesundheitsschädlichem Ozon zu verhindern. Die neuartige Technik könnte eine Revolution in der Baustofftechnik auslösen – denn nicht nur Straßen, sondern auch Häuserfassenden können damit beschichtet werden. Entwickelt wurde der Beton übrigens von dem italienischen Hersteller Italcementi.

Die grünste Straße Amerikas hat außerdem noch 4 weitere positive Eigenschaften, die wohl bei jedem Stadtplaner das Herz höher schlagen lassen.

1. Am Rand der Straßenfläche sind “Bio-Mulden” angelegt, die 80 Prozent des Regenwassers aufnehmen können, bevor dieses die Kanalisation erreicht und diese eventuell überlastet. Die Bepflanzung ist äußerst strapazierfähig, überlebt im Sommer auch lange Dürreperioden und kühlt zudem auch noch die Fahrbahnoberfläche.

2. Die Straßenlaternen beziehen ihre Energie  aus Solar-Panels und aus kleinen Windrädern.

3. Fahrradspuren regen zum Fahrradfahren an und sorgen so dafür, dass klimaneutrale Verkehrsmittel gefördert werden.

4. Etwa 60 Prozent des Abfall, der während der Konstruktion angefallen ist, kann recycled werden und 23 Prozent der neuen Baustoffe beinhalten wiederverwerteten Materialien.

carNoch dazu kostet das 14 Millionen Dollar-Projekt 21 Prozent weniger (!) als ein traditionelles Straßenbauprojekt und es wird zudem erwartet, dass die Betriebskosten geringer sind. Die neuen Straßen könnten also schon bald überall in der Welt zu sehen sein.

Die Revolution im Straßenbau ist also nicht nur vergleichsweise günstig sondern auch noch umweltfreundlich. Vielleicht finden wir in Zukunft in vielen Städten „grüne Straßen, die Smog fressen“.

Gefunden auf: thanks Bilder: flickr.com über epSos .de und  Michael Kappel


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