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Archiv, Modegenuss

Wiens Mitte ist Realität

Aus dem ehemaligen Hauptzollamt im heutigen Wien Mitte ist Österreichs meist frequentierter Bahnhof geworden. Und ganz nebenbei hat das dem Bezirk Landstraße neues Leben eingehaucht.

Lange ist es her, dass auf dem Wiener Neustädter Kanal Steinkohle aus Ödenburg nach Wien verfrachtet und im Hafenbassin vor dem damaligen Invalidenhaus gesammelt wurde. 1857 füllte sich das Becken mit Erde, der Hafen wurde an die Stelle des späteren Aspangbahnhofes verlegt, und es entstand das Hauptzollamt mit einem dazu gehörigen Bahnhof. Die Schiffe gingen, die Züge kamen.

Erstes Einkaufszentrum Österreichs

1962 entstand der Hauptteil der heutigen Anlage unter dem Namen Bahnhof Landstraße. Die U-Bahn-Station trägt heute noch diesen Namen; was oberhalb des Straßenniveaus liegt, nennt sich Wien-Mitte. Es entstand in den folgenden Jahren mit dem „Landstraßer Markt“ Österreichs erstes Einkaufszentrum. Und als sich auch noch die Raiffeisen Zentralbank im Bereich der Großen Ungarbrücke niederließ, erreichte die Bebauung des ehemaligen Hafenbeckens ihr bis heute größtes Ausmaß.

130.000 Quadratmeter

Das Gesicht dieses Grätzels hat sich dennoch gewandelt – mit einem multifunktionalen Gebäudekomplex. Umgesetzt wurde das Projekt Wien Mitte, das über einen rund 130.000 Quadratmeter großen Büro-, Einkaufs-, Gastronomie- und Freizeitbereich verfügt, von den Architekten Ortner & Ortner sowie Neumann + Steiner, errichtet durch die Wien Mitte Immobilien GmbH, die jeweils zur Hälfte im Eigentum der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH und Bank Austria Creditanstalt AG steht. 2012 wurde dann eines der größten innenstädtischen Vorhaben Wiens fertiggestellt.

Passage wird Stadtfoyer

Und heute? Wie belebt ist die „Mitte“? Die ersten drei Geschosse direkt über der Gleisebene werden als Shopping Center genützt – modern, lässig und immer viel los. Die Geschäftspassagen verbinden auch räumlich die Stiegen und Liftanlagen von ÖBB und Wiener Linien an der Landstraßer Hauptstraße mit dem City Airport Train CAT an der Marxergasse, das bringt stets ein internationales Flair in das Treiben vor Ort. In den darüber liegenden, weiteren fünf Stockwerken bietet Bank Austria Immobilien für Wien Mitte Büroflächen von 61.700 m2 an. Außerdem gibt es Retailflächen betreffend Gastronomie und Einkaufszentrum in der Größe von 30.300 m2. Auch architektonisch gibt „Wien-Mitte“ einiges her. Zehn Meter hohe Kollonaden bilden den markanten Rahmen des urbanen Zentrums, das man auch an der umlaufenden Galerie erkennen kann. Die zur Lichtellipse akzentuierte Bahnhofshalle leitet die Passanten über wechselnde Raumfolgen in den Innenbereich – Stadtfoyer genannt.

Helnwein und Wurm begleiteten

Ein Highlight ist dieses städtebauliche Projekt auch wegen der künstlerischen Akzente, die von Anfang an „mitgedacht“ worden waren; Weniger als die inzwischen fast schon traditionelle „Kunst am Bau“, sondern vielmehr als Aufforderung, den Gebäudekomplex mit eigens dafür entwickelten Kunstwerken zu gestalten. Bereits im Eingangsbereich wird davon Zeugnis abgelegt. Hier fängt sich der Blick an einem geometrischen Relief der jungen Künstlerin Esther Stocker, das sich aus dem Fassadenraster herleitet. Festgehalten hatte den Bau von Wien Mitte auch Gottfried Helnwein, der bereits während der Arbeiten die unterirdischen Landschaften als Set für ein Fotoshooting mit Kindern in unterschiedlichen Verkleidungen nutzte. Auch Erwin Wurm brachte sich in der Anfangsphase ein und inszenierte die Architekten von Wien Mitte vor dem Hintergrund der zum Abbruch freigegebenen Baustelle. Was damals schon von dem Künstler angekündigt wurde, die Verschmelzung von Innovation und klassischem Bauwerk, hat sich heute in allen Teilbereichen – vom Shoppingteil bis zu den Büros und dem gesamten Öffentlichen Raum – bewahrheitet.

Via: Projekt Wien MitteWien Mitte BüroflächenBau Wien Mitte – Helnwe


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