Voriger Nächster Channel wählen
Now playing:

So einfach

Modulhäuser – klein aber fein

Von Florian Novak am 17. Dezember 2013

Flexibilität beim Arbeiten drückt den Wunsch nach stabiler Wohnsituation in den Keller. Gleichzeitig bleibt der Traum von den eigenen vier Wänden laut diverser Studien bestehen. Die Quadratur des Kreises schaffen sogenannte „tiny houses“ – gerne in Modulbauweise.

nomadWohnen wird immer individueller. Gab es früher nur die Varianten Wohnblock oder Wohnhaus, wachsen heute Gebäude mit ihren Benutzern mit. „Personen, die flexibel leben, und junge Menschen entscheiden sich meistens gegen den Kauf eines Hauses, mieten lieber eine Wohnung, bevor sich ihre Lebenssituation stabilisiert. Haushersteller haben diesen Trend erkannt und daraus entstand ein neuer Immobilien-Mark von Modulhäusern“, weiß Frau Pichler, Expertin für Wiener Immobilien bei Bank Austria Immobilien. Aufgrund der Flexibilität von Modulhäusern steige aber die Nachfrage nach solchen auch bei jungen, erfolgreichen Singles und Paaren, die ihr Geld besser in ausbaufähigen Häusern investiert sehen, als in hohen Mieten, die vor allem in Österreichs Städten stark angestiegen sind, so Pichler. Modulhäuser bestehen meist aus einer Grundvariante, in der eine Person gemütlich und kompakt leben kann. Entschließt sich diese zu einer Partnerschaft, aus der dann irgendwann einmal eine Familie wird, kann sie dieses Grundmodul beliebig – je nach Grundstück – erweitern. Manche Modelle erlauben sogar einen Umzug. Man packt quasi nicht mehr die Koffer, sondern zieht gleich mit dem ganzen Haus um. Deshalb sind Modul-Häuser auch ziemlich beliebt als temporäre Firmenniederlassungen oder Popup-Restaurants.

 

susi2Su-Si zieht mit

Ein Haus, mit dem man umziehen kann, hat das Architekturbüro von Johannes Kaufmann entworfen. Das Modulhaus Su-Si ist eine freistehende Gebäudeeinheit, die auf rund 43 Quadratmeter Wohnnutzfläche jegliche Nutzung offen lässt. Su-Si ist idealer Zweitwohnsitz ebenso wie das idyllische Feriendomizil, der Wohn-Loft für den modernen Single oder das unkonventionelle Büro. Ab 67.000 Euro wird es auf dem Grundstück bereitgestellt. Ebenfalls ein Hit für Freiheitsliebende – weil problemlos auf- und abbaubar –  ist das nomadhome. Alles, was man benötigt, ist ein geeignetes Stück Grünfläche. Das modulare Baukastensystem ermöglicht Raumkonstellationen, die sich jedem individuellen Anspruch anpassen und beginnt mit 22 Quadratmetern inklusive Bad, Küche, Wohn- und Schlafbereich. 55 Quadratmeter kosten ab 129.190 Euro.

COMMOD-Haus-TagansichtEndlos erweiterbar

Eine weitere – österreichische – Variante ist die Soulbox. Sie ist je nach Bedarf erweiterbar. Die Mini-Version dehnt sich bereits über 60 Quadratmeter aus, die Midi-Variante macht Platz für ein Galeriegeschoß und weitere Quadratmeter. Die Soulbox lässt sich nahezu unbegrenzt erweitern. Kostenpunkt: ab  1.296 Euro pro Quadratmeter. Aus der Steiermark gibt es noch ein Modulhaus in Niedrigenergie-Bauweise, das Commod-Home. Die für den Wandaufbau eingesetzten Baustoffe sind wiederverwertbar. Ein Kleingartenhaus mit 50 Quadratmeter bebauter Fläche und circa 75 Quadratmetern Wohnfläche gibt es ab 97.700 Euro.

Kompakt und ökologisch

Blickt man über die Grenze nach Deutschland, kommen noch einige Hersteller dazu, die sich auf tiny houses spezialisiert haben, wie beispielsweise Max-Haus. Das Modulhaus ist in einem Tag aufgebaut, sofort bezugsfertig, energieeffizient durch ein wärmegedämmtes Bodenelement und wohnklimatisch ansprechend durch die Holzrahmenkonstruktion. Die Länge des Hauses ist bis zu 12,6 Meter variabel, in der Breite stellt der Hersteller die Varianten 3/3,5/4 Meter zur Verfügung – alle Möglichkeiten sind flexibel kombinierbar, auch neben- und übereinander. Sogar bei der Dachform hat man die Wahl, nämlich zwischen Flach- und Satteldach. Ein Modul mit 84 Quadratmetern Wohnfläche kostet beispielsweise ab 123.500 Euro.

 ecohomeGanz neu auf den Markt kommt Anfang 2014 die Modulhausvariante Ecohome 4.2. Es soll mit Massivholzwänden, Holzfaserdämmung und ohne Schadstoffe eingeführt werden. Der Innenausbau wird mit Lehm erfolgen. Das Konzept des Ecohome 4.2 beinhaltet drei Basismodelle mit Wohnflächen zwischen 60 und 95 Quadratmetern. Bei der größeren Variante können die Geschoße bei Bedarf getrennt werden, wodurch zwei Singlewohnungen entstehen: eine barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss und ein Apartment im Obergeschoss, in dem gegebenenfalls eine Pflegeperson wohnen kann. Es lebe das Generationenwohnen!

<w>


Nach oben