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Entspannung

ephemeropteræ – das Fest der Worte und der Musik im Wiener Augarten

Von Florian Novak am 18. Juni 2013

LoungeFM präsentiert: ephemeropteræ – das Fest der Worte und der Musik.
Der Wochenausklang mit Kunst und Kultur im Park im TBA21 Augarten in Wien 2.

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Auch die zweite Staffel der 12-teiligen, wöchentlichen TBA21 Performancereihe ephemeropteræ im TBA21-Augarten, kuratiert von Boris Ondreicka und Daniela Zyman, dreht sich um das gesprochene Wort, untersucht seine vitalen Traditionen und inszeniert die schwindenden Artikulationen von Poesie, Literatur, Performance und auf Sprache aufbauenden künstlerischen Praktiken. Der Begriff ephemeropteræ verweist auf eine Spezies von extrem kurzer Lebensdauer und stellt hier die Bühne für das flüchtige Erscheinen singulärer und außergewöhnlicher Stimmen, die sich mittels des Sprachakts darstellen, diesen in Szene setzen und performativ oder medial artikulieren. Diese laufende Performanceserie findet unter freiem Himmel, auf einer vom Londoner Architekten ghanaischen Ursprungs, David Adjaye, entworfenen Bühnenarchitektur statt. Die ephemeropteræ Bühne, ein trapezförmiges Prisma aus Holzleisten, rahmt die Aussicht auf den umliegenden Park und rekurriert, nicht ohne Ironie, auf das Proszenium des klassischen Theaters. Das neueröffnete AU Café bietet außerdem Picknickkörbe, -decken und kulinarische Degustationen an, die auf der grünen Augartenwiese zu konsumieren sind.

tba21-IMG_4275Das gesprochene, das geschrieene, das geflüsterte, das gestotterte Wort, der Zerfall der Sprache in rudimentäre Laute wie Knurren, Stöhnen, Jammern, Husten, wie auch ihre Verkörperlichung durch Gesten, Zurschaustellung oder im Sprechgesang sind alle Manifestationen des oralen Ausdrucks. Die Sprache okkupiert ihren Ort in einem diskursiven Raum, ist also auch ‘Belebung’ des Körpers, der Körper bildet den geäußerten Laut, der in der griechischen Antike scheinbar “durch Lippen, Zunge oder Mund, aber auch das Herz artikuliert werden konnte, wenn es zu einem Freund sprach, oder durch den Thymos (Ausdruck für die Gemütsanlage des Menschen), der in Achilles hochstieg und ihn in den Kampf trieb.“ Stimmen können aber auch innere Stimmen sein, die durch den Kopf spucken, plagende Stimmen, fremd und unverständlich. Anstatt im Inneren zu verstummen, werden diese Stimmen jedoch im künstlerischen Akt verkörperlicht, re-sozialisiert und in feinen Nuancen und Tonfällen hörbar gemacht. So sind sie dann Ausbreitung der Sprache, Entfaltung ihrer Äußerlichkeiten. Dann wiederum gibt es solche Reden der Vernunft, die vorbereitete Ansprache und Mitteilung, belehrend, informativ, strukturiert. Sie spielen mit den zahlreichen, herrschenden Strukturen der Wissensproduktion und Kommunikation. ephemeropteræ pulsiert von Poesie und Prosa zu Musik, Tanz, Theater, Film, Anthropologie, Linguistik, Philosophie zu anderen Felder von Wissenschaft und Kunst. Indem Definitionen standgehalten wird, das Publikum direkt angesprochen und eingebunden ist, bietet ephemeropterae eine interdisziplinäre Arena, die der Natur und der Erfahrung oraler und sprachlicher Praktiken gewidmet ist und sich als fruchtbarer Schauplatz zeitgenössischer Ausdrucksformen offenbart.

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ephemeropteræ ist ein Exkurs in die Welt des gesprochenen Worts und im Rahmen des barocken Wiener Augartens ein wunderbarer Wochenausklang den ganzen Sommer lang.

Jeden Freitag ab 19Uhr in der TBA21–Augarten, Scherzergasse 1A, 1020 Wien

Das Programm und alle Infos unter www.tba21.org

Unterstützt von der Vienna Insurance Group und ihrem Hauptaktionär Wiener Städtische Versicherungsverein

 

 

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