Voriger Nächster Channel wählen
Now playing:

So einfach

Gemeinsam Dinge reparieren im Kaffeehaus

Von Florian Novak am 10. April 2013

Wir leben in einer Zeit, in der es normal ist, dass Dinge, die nicht mehr tadellos funktionieren, schnell entsorgt und ersetzt werden können. Dass Materielles scheinbar sofort und immer verfügbar ist, ist bequem und und praktisch. Allzu oft lässt man jedoch außer Acht, dass die eingehende Beschäftigung mit persönlichen Gegenständen sehr bereichernd sein kann und diesen einen neuen Wert gibt.  Nimmt man sich beispielsweise Zeit, die Mechanik des Toasters, der einem im Alltag gute Dienste leistet, kennen und verstehen zu lernen, kann eine regelrechte Beziehung zu dem Gerät entstehen. Zusätzlich wird das konstruktive Denken gefördert – klappt etwas einmal nicht, wie es soll, zieht man vielleicht sogar in Erwägung, die Ursache zu suchen und eigenhändig zu beheben, anstatt die defekte Ware einfach auf den Sperrmüll zu werfen.

Gemeinsam reparieren

Im Laufe der letzten Jahre hat sich in Holland ein interessanter Trend als Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft entwickelt. Ein sogenanntes Repair-Café ist ein Treffen in gemütlicher Atmosphäre, zu welchem man kaputte Dinge mitnehmen kann, um sie mithilfe der Unterstützung anderer Menschen wieder für den Gebrauch fit zu machen.

Repair-Café Flyer

Inspiriert davon bietet das Offene Technologielabor in Vorchdorf, kurz OTELO, Hilfesuchenden und -bietenden die Möglichkeit, sich in Österreichs erstem Repair-Café auszutauschen. Funktioniert ein Gerät nicht mehr wie es soll, ist ein Gegenstand zu Bruch gegangen oder ein Kleidungsstück gerissen, so kann man es, anstatt es einfach zu entsorgen, hierher mitbringen. Verschiedene Materialien und Werkzeuge für die Reparatur sowie Menschen, die einem bei komplizierten Handgriffen weiterhelfen können, findet man vor Ort. Ob man kommt, um in Gesellschaft netter Leute Dinge wieder gebrauchsfähig zu machen, ob man nur ein wenig plaudern möchte, oder ob man den Bastlern und Bastlerinnen bei Kaffee und Kuchen lediglich ein wenig über die Schulter schauen möchte – erlaubt ist alles, und der Eintritt ist selbstverständlich frei.

via: salzi.at


Nach oben