Musik
Massive Attack – „Mezzanine“: Düster, hypnotisch, kompromisslos

Der Vibe
„Mezzanine“ ist kein Album, das „nett“ sein will. Es ist dunkel, schwer und manchmal fast klaustrophobisch – aber genau darin liegt seine Stärke. Das wirkt nicht wie Pose, sondern wie eine klare Entscheidung: weniger Wärme, mehr Spannung, mehr Kante.
Der Sound
Massive Attack ziehen hier den Groove tiefer nach unten. Vieles ist reduziert, aber permanent unter Strom: harte Beats, knarzige Gitarrenflächen, kalte Synths, Bass wie Beton. Das Album lebt von Kontrasten – und davon, dass es dir nicht alles erklärt, sondern dich in diese Stimmung hineinzieht.
Warum es funktioniert
Wenn man sich darauf einlässt, hat „Mezzanine“ etwas Befreiendes: Es passt zu Nächten, zu Unruhe, zu Momenten, in denen man nicht „entspannen“ will, sondern etwas hören möchte, das ehrlich ist. Es kann drücken – aber es kann auch sortieren.
LoungeFM Hör-Tipp: „Teardrop“
Wenn du einen Einstieg brauchst: „Teardrop“. Die Stimme kommt von Elizabeth Fraser (Cocteau Twins) – und der Song trägt eine kleine, traurige Geschichte in sich. Während der Entstehung 1997 bekam Fraser die Nachricht, dass Jeff Buckley verschwunden war; später stellte sich heraus, dass er ertrunken ist. Sie hat selbst angedeutet, dass „Teardrop“ sich für sie mit ihm verbindet – vielleicht genau deshalb fühlt sich dieser Track so berührend an: ruhig, zerbrechlich, aber mit enormer Sogkraft. Später wurde der Song auch vielen durch die Titelmusik von „Dr. House“ bekannt.
Fazit (LoungeFM): „Mezzanine“ ist speziell, weil es konsequent dunkel bleibt und trotzdem zieht. Ein Album mit Tiefe, das nicht um Aufmerksamkeit bittet – es nimmt sie sich.

