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Kintsugi – Wenn Makel zu Schönheit werden

Von Kristin Natalie Urbanek am 26. Juni 2017

Kintsugi – Die Kunst des Goldklebens

Beim Kintsugi geht es um kaputtes Geschirr. Die Schüssel mit dem Sprung. Die Tasse, bei der der Henkel abgebrochen ist. Der Teller, der zu Boden fällt und in Scherben endet. Also, um Geschirr, das nicht mehr perfekt ist – eigentlich. Doch durch Kintsugi wird kaputtes Geschirr noch wertvoller. Kintsugi ist eine japanische Goldklebetechnik, die seit dem 15. Jahrhundert angewandt wird, um zerbrochenes Geschirr zu reparieren.

Statt die kaputte Tasse möglichst unauffällig wieder zusammenzusetzen und zu hoffen, dass niemand die Klebestellen bemerkt oder das gute Stück einfach in den Müll zu befördern, werden die Risse beim Kintsugi sogar noch mit Gold veredelt und so erst recht sichtbar gemacht. Aus dem Makel, den die Tasse hatte, wird jetzt etwas Wunderschönes. Kunst. Ein Unikat.

Makel werden zu Schönheit

Kintsugi klingt vielleicht nach schöner Bastelarbeit aber der Sinn dahinter ist, das etwas erst dann richtig wertvoll wird, wenn es “kaputt” war.

Was wir daraus lernen können, ist, dass unsere Fehler uns erst schön machen. Unsere Momente, in denen wir uns kaputt fühlen und denken, wir heilen nicht mehr, machen uns stark und wertvoll.

Sie dürfen also stolz auf Ihre Fehler sein und darauf, dass Sie Dinge erlebt haben, die Sie stärker, schöner und besonders gemacht haben. Sie sind ein einzigartig. Ein Unikat voller Schönheit.

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