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Entspannung

Entspannung oder Nahtoderfahrung?

Von Florian Novak am 22. Juli 2016

Ich stehe in einem kleinen Raum und es ist heiß. Sehr heiß. Eigentlich hat es dort zu hohe Temperaturen, um sich sportlich zu betätigen. Ich schwitze jetzt schon an jeder Stelle meines Körpers und bin am Überlegen, ob ich nicht vielleicht doch noch flüchten soll, bevor es zu spät ist. Doch jetzt habe ich schon bezahlt. „Reiß’ dich am Riemen!“, beschwert sich mein inneres Ich. „Da musst du jetzt durch! Andere schaffen das ja auch, oder?“ Und sie versprechen einem, dass danach alles entspannt ist, sowohl körperlich, als auch psychisch.
Da kommt auch schon die Trainerin und es geht los. Die wahrscheinlich schlimmste Stunde meines bisherigen Lebens beginnt.

Die Rede ist nicht von einer Folterkammer. Was ich ausprobiert habe, war Yoga. Aber nicht das normale Yoga, das ich schon länger kenne und liebe. Diesmal war ich der Meinung, ich müsse einen draufsetzen und etwas Neues ausprobieren.

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Ich war in einer Bikram Yoga Stunde. Einige von Ihnen kennen Bikram Yoga bestimmt schon. Es gibt in Österreich bereits mehrere Standorte, wo man den „heißen“ Sport ausprobieren kann. „Heiß“ deshalb, weil es im Gegensatz zu normalem Yoga in einem Raum praktiziert wird, in dem es extreme Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit hat. Deshalb wird es auch „Hot Yoga“ genannt – bei Temperaturen von 35-40 Grad Celsius im Raum gerechtfertigt, jedoch vielleicht sogar etwas untertrieben.

Bikram Yoga ist eine Hatha-Yoga_Methode und wurde von dem indischen Yogameister Bikram Choudhury entwickelt. Es besteht aus einer Serie von 26 Yoga-Übungen, zum einen Körperübungen, zum anderen Atemübungen. Die Hitze im Raum soll der optimalen Muskel- und Sehnenarbeit dienen und das Schwitzen soll den Körper entgiften.

Nach der Yoga-Stunde, die ich Gott sei Dank trotz anfänglicher Zweifel überlebt habe, habe ich mich definitiv entspannter gefühlt, als davor. Jedoch habe ich mich gefragt, ob Sport bei diesen Temperaturen überhaupt gesund sein kann.
Laut einer Studie der „Universität Wisconsin La Crosse“, die untersucht hat, ob die Hitze Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat, ist Bikram Yoga aber genauso „harmlos“, wie normales Yoga. (Sofern man „harmlos“ mit „Sterben vor Anstrengung“ gleichsetzen kann.)

Für jeden, der seine Grenzen austesten möchte, ist Bikram Yoga also auf jeden Fall empfehlenswert! Es ist zwar wirklich heiß und man sollte sich unbedingt eine zweite Garnitur an Kleidung einpacken, aber dafür fühlt man sich danach umso entspannter und freut sich umso mehr auf die Couch!

Fotos: West Edmonton Local, Oppure sì


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