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So einfach

Sagen Sie „Nein“ – eine Anleitung

Von Florian Novak am 7. Juni 2016

Wir haben schon des Öfteren erwähnt, dass es wichtig ist, Nein sagen zu können, um das zu machen, was Sie wirklich wollen. Aber wir wissen auch, dass das dem einen oder anderen nicht so leicht fällt. Und darum haben wir heute eine kleine Anleitung für Sie, damit Sie künftig mehr von dem tun, was Sie möchten und weniger von dem, was andere wollen.

Es gibt Menschen, bei denen befindet sich häufig eine Verneinung in ihren Sätzen.

  • Nicht schlecht.
  • Das sehe ich nicht so.
  • Nein, da bin ich komplett anderer Ansicht.
  • Das funktioniert nie.
  • Nein, da kann ich dir jetzt nicht helfen.
  • Auf so etwas lasse ich mich nicht ein.

Offenbar gibt es Menschen, die kein Problem haben zu widersprechen, anderer Ansicht zu sein, andere zurückzuweisen oder Ähnliches.

Und es gibt Menschen, die sagen häufig “Ja”. Zu häufig. Reinhard Sprenger, Motivationscoach und Erfolgstrainer, hat einmal gesagt: „Wer Ja sagt und Nein meint, der hat ein Problem.“

 

Warum wir „Ja“ sagen:

 

1) Wir wollen andere Menschen nicht verletzen 

Vermutlich sagen Sie zu oft “Ja”, weil Sie denken: “Ich kann nicht Nein sagen, weil …”. Der Wunsch “sozial erwünscht” zu handeln ist in uns stark ausgeprägt und das schlechte Gewissen, jemanden vor den Kopf zu stoßen, ist ein stärkerer Faktor als der Wunsch, “Nein” zu sagen. Auch ist es oft Mitleid, das Sie Dinge tun lässt, die Sie eigentlich nicht tun wollen oder die Ihnen nicht gut tun. Und das nur, weil Sie sich denken “Das kann ich ihm/ihr doch nicht antun. Ich muss das tun.” Das heißt Mitleid und schlechtes Gewissen bringt uns zum “Ja” sagen.

2) Wir gehen einem Konflikt aus dem Weg 

Es gibt Menschen, die scheuen den Konflikt nicht. Vermutlich gibt es sehr viele Menschen, die “Ja” sagen und “Nein” meinen, weil sie Auseinandersetzung scheuen, weil sie nicht streiten wollen oder vor den Konsequenzen des Konflikts Angst haben. Das Wort “Nein” fällt Menschen mit Harmoniebedürfnis sehr schwer und führt dazu, dass die Harmonie, die gewünscht wird, oftmals nicht erreicht wird. Weil Sie Dinge tun, die Sie nicht tun wollen, nur aus dem Wunsch der Harmonie heraus.

 

Eine kleine Liste an Dingen, zu denen wir Nein sagen sollten: 

  • Zu unnötiger Arbeit, die einfach nur weiter delegiert wird.
  • Zu Arbeit, die wir aus Kapazitätsgründen nicht erledigen können.
  • Zum eigenen Helfersyndrom
  • Zu schlechten Angewohnheiten
  • Zu Menschen, mit denen Sie keine Zeit verbringen möchten.
  • Zu Menschen, die einen negativen Einfluss haben können.
  • Zu Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten
  • Zur Verschwendung Ihrer Zeit und Ihrer Energie
  • Zu Dingen, die Sie nicht Ihrer Leidenschaft näher bringen.
  • Zu allem, was man einfach so tut, weil es sich gehört.

 

Das kleine Vokabelbuch für “Nein”-Sager

  • Nimm es nicht persönlich, aber XX ist mir momentan wichtiger.
  • Ich bin dabei, mich auf sehr wichtige Dinge in meinem Leben zu fokussieren.
  • Ich möchte andere Prioritäten setzen.
  • Ich sage nicht “ich habe keine Zeit”, ich habe mich nur entschieden, meine Zeit XX zu widmen.
  • Ich bin nicht deiner Ansicht, aber das ist meine persönliche Meinung.
  • Momentan ist kein guter Zeitpunkt. Lass uns gemeinsam eine andere Möglichkeit finden.
  • Ich würde das gerne tun, aber …
  • Ich möchte darüber erst nachdenken und meine Prioritäten ordnen.
  • Das passt momentan nicht in meine Lebensplanung oder zu meinen aktuellen Bedürfnissen.
  • Vermutlich gibt es jemanden, der diese Aufgabe besser erledigen kann als ich.
  • Nein, das will ich nicht tun.
  • Mir ist lieber, ich widme mich …
  • Nein, das möchte ich nicht.

Das Schöne am “Nein” sagen ist: Sie haben plötzlich mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Denken Sie jetzt nur ein paar Sekunden an die Dinge, die Sie tun könnten, wenn Sie Tag für Tag nur ein paar Minuten mehr Zeit hätten, indem Sie “Nein” sagen. Nämlich einfach mehr Zeit für alles, wozu Sie “Ja” sagen möchten.

Bild via flickr/ally


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