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Genuss

In Paris kommt die Nase beim Essen nicht zu kurz

Von Florian Novak am 24. Juli 2013

parisunbenannt-320130102122954Mit liebestrunkenem Herzen und Schmetterlingen im Bauch Hand in Hand zu zweit durch Paris spazieren – es sei jedem Menschen zutiefst gegönnt, in dieses schönste Klischee, das Europa zu bieten hat, mindestens einmal im Leben zu eintauchen zu dürfen.

Unerreicht beliebtes Reiseziel ist Paris genauso für alle, die eine inspirierende Liebesbeziehung zu gutem Essen pflegen. Jene sind zur Wahl ihrer Leidenschaft besonders zu beglückwünschen, da zwischenmenschliche Liaisonen in weiterer Folge häufig zu Enttäuschungen führen können – davon hingegen, dass Gourmets von dem Angebot und den ständig neuen Überraschungen, die ihnen die Pariser Restaurantszene bietet, jemals enttäuscht worden seien, hört man eigentlich nie.

Den sinneslastigen Ruf der Stadt in allen Ehren hält das neue Restaurant La Dame de Pic, das sich in einem alten Antiquariat in der rue du Louvre befindet. Anne-Sophie Pic, von Michelin als einzige Frau Frankreichs mit drei Sternen ausgezeichnet, steht mit ihrem Namen hinter dem Projekt, das ein kulinarisches Erlebnis für alle Sinne bereitet. Die Küche des Restaurants ist offen und sogar von der Straße aus kann man den Speisen beim zubereitet werden zusehen. Das Auge wäre hiermit und mit dem Anblick des zarten, in sanften Rosa- und Weißtönen gehaltenen, von Philippe Starck-Schüler Bruno Borrione in Szene gesetzten Interieurs, bereits befriedigt.

Im La Dame de Pic essen aber nicht nur die Augen mit. Philippe Bousseton, seines Zeichens Chefparfumeur bei Takasago, hat eigens eine zu den jeweiligen Menüs passende Auswahl an Düften kreiert. Gemeinsam mit der Speisekarte werden dem Gast einige nach edlem Parfum duftenden Papierstreifen unter die empfindsame Nase gehalten. Je nachdem, welcher der feinen Gerüche einen am meisten anspricht, entscheidet man sich für das sinnliche „Amber Vanilla“-, das frische „Iodine and Flowers“- oder das herbe „Sous bois and Spices“-Menü.

Was folgt, ist Genuss, aufgeteilt auf viele Gänge ausgefeiltester Kochkunst.

Die Butter, die zum Aperitiv gereicht wird, schmeckt nach Anis und nach Matcha-Tee, das Brot kommt aus der besten Backstube des Landes. Die Weinauswahl ist hochwertig und erlesen. Die Köche und Köchinnen, die Anne-Sophie Pic hier versammelt hat, experimentieren unter der Leitung des erst 28 Jahre alten Xavier Jarry mit Geschmäckern auf höchstem Niveau und machen jedes Essen in diesem Restaurant zu einem „sinnvollen“ Fest.

via: Schaufenster.diepresse und www.insiderei.com


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