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So einfach

Smart City Wien – die innovative Stadt für intelligentes Leben

Von Florian Novak am 27. Mai 2013

Wien setzt seit Langem auf die Verknüpfung von Lebensqualität, Technologie und Umweltschutz. Wien ist daher eine der führenden Umweltmusterstädte weltweit und auch in Smart City – Rankings ganz vorne zu finden. Wien setzt auf die Weiterentwicklung dieser Führungsrolle und schafft mit seinen Smart City-Aktivitäten eine intelligente Klammer zwischen den Bereichen Energie, Klimaschutz, Stadtentwicklung,  Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

SmartCitywienbeinachtneu(c)christanell


Alltagstauglich und zukunftsweisend

2013 startet das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt der Bundeshauptstadt richtig durch: „aspern Die Seestadt Wiens“. Hier wird ein Traum vieler Menschen verwirklicht – städtisches Leben kombiniert mit Wohnen im Grünen. Die Seestadt ist nachhaltig und vereint vieles: Karriere und Familie, Stadt und Land Lifestyle, und Gesundheit, Mobilität und Umwelt. Hier werden rund 20.000 Menschen hochwertigen Wohnraum und Arbeitsplätze finden. Und mehr als ein Drittel des Gebietes steht für Frei- und Grünraumgestaltung zur Verfügung. Und ab Herbst 2013 fährt die U2 bis ins Herz der Seestadt. In nur 25 Minuten erreicht man so die City.smart city Frau beim Radfahren_(c) Fahrrad Wien_Wolfgang Zajc (2)

Mobilität neu denken

Mit dem Fahrrad zum Bäcker, zu Fuß zur Freundin, mit der Straßenbahn ins Büro und mit dem Auto ins Grüne – multimodal mobil ist, wer für seine täglichen Wege unterschiedliche Verkehrsmittel benutzt und diese miteinander verknüpft. Auch Carsharing ist eine Säule multimodaler Mobilität. Unterstützung gibt es auch durch Park and Ride-Anlagen oder auch durch praktische Informationssysteme wie die „Qando“-App der Wiener Linien, die neben den schnellsten Verbindungen auch zahlreiche Dienste in der Nähe anzeigt – und zwar in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Umfassender als herkömmliche Verkehrsservices ist auch der Routenplaner  „AnachB.at“ des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) und vereint eine Reihe von unterschiedlichen Informationskanälen und technischen Innovationen. Multimodal, dynamisch und grenzüberschreitend – das ist ein smarter Beginn Richtung Zukunft.

Best Practice Floridsdorf

Seit 14 Jahren gibt es sie, die „Autofreie Siedlung“ in Floridsdorf: in der Nordmanngasse 25-27 ist der Bezug einer Wohnung mit dem Verzicht auf ein eigenes Auto verbunden.  Die Gelder, die sonst für die Parkräume verwendet werden, wurden hier z.B. für Grünflächen am Dach, Kinderfreiräume und Sauna  verwendet. 56 Prozent der BewohnerInnen nützen das Fahrrad für die täglichen Wege und die Wohnzufriedenheit ist außergewöhnlich hoch,  der Mitbestimmungscharakter bei Verwaltung und Planung stößt  auf großen Zuspruch bei den MieterInnen, wie zum Beispiel bei Gerda Daniel: „Seit 13 Jahren wohne ich in der Autofreien Siedlung. Ich schätze die hohe Lebensqualität ohne Auto. Wir haben ein reges, bereicherndes Nachbarschaftsleben mit vielen Möglichkeiten und Räumen für Gemeinschaftsaktivitäten.“ Autofrei bedeutet aber nicht grundsätzlichen Autoverzicht, die Stellplätze wurden auf 10 Prozent  der sonst üblichen Zahl reduziert, Car Sharing spielt eine große Rolle. Die gesamte Anlage wurde unter Verwendung biologischer Baumaterialien errichtet, der Großteil des Warmwassers wird über Sonnenkollektoren erzeugt. Die Heizung erfolgt über Fernwärme, die Gartenbewässerung sowie WC-Spülungen werden mit Brauchwasser aus einem Grundwasserbrunnen gespeist.

Neues Energiezeitalter

Die WienerInnen haben sich bei der Volksbefragung stark für den Ausbau alternativer Energie ausgesprochen und das von der Stadt Wien bereits im Vorjahr  initiierte erste BürgerInnen-Solarkraftwerk war ein nachhaltiger Erfolg. Die vier Photovoltaik-Beteiligungsmodelle von Wien Energie produzieren Ökostrom für rund 800 Haushalte und ermöglichen auch Personen ohne eigenes Haus, die Erzeugung von Solarstrom persönlich voranzutreiben. Die Besitzer von Photovoltaik (PV)- Modulen profitieren finanziell mit jährlich 3,1 Prozent des investierten Kapitals. Mit intelligenten Investitionen will die Stadt als Impulsgeber fungieren und die Position Wiens als Wirtschaftsstandort, als Energie – und Ökologie – Musterstadt sowie als Forschungsmetropole ausbauen. Wien Energie hat es sich zum Ziel gemacht, bis 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien auf 50 Prozent zu erhöhen. Dabei sollen BürgerInnenbeteiligungsmodelle wie das BürgerInnen-Solarkraftwerk ausgeweitet und weitere derartige Konzepte entwickelt werden. 

smart city frühlingneu8(c)Wien Tourismus_Popp und Hackner

Clevere Ideen für die Umwelt

Ein gemeinnütziger Service-Betrieb, der sich für reparaturfreundliche Elektrogeräte einsetzt, ein modernes Recyclingverfahren zur Herstellung von Milchsäure, ein umweltschonendes Reinigungssystem für Flugzeugtoiletten und ein cleveres Bauprojekt – das sind die vier Projekte, die dieses Jahr mit dem Umweltpreis 2013 der Stadt Wien ausgezeichnet wurden. Der ÖkoBusinessPlan Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für Wiener Unternehmen. 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 ins Leben gerufen, unterstützt der ÖkoBusinessPlan Unternehmen bei der Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei, Betriebskosten zu senken. Fast 1.000 Wiener Betriebe haben bereits ein- oder mehrmals am ÖkoBusinessPlan Wien teilgenommen – das sind knapp 20 Prozent aller aktiven Wiener Betriebe mit mehr als einem/einer MitarbeiterIn. Allein 2012 haben sich 154 Wiener Betriebe am ÖkoBusinessPlan Wien beteiligt und gemeinsam überzeugende Einsparungen erzielt: Die eingesparten Kilometer beim Transport würden für eine ganze Erdumrundung ausreichen! Mit der nicht verbrauchten Energie würden sich 27.500 Haushalte ein Jahr lang versorgen lassen, und mit dem eingesparten CO2 könnten 4.000 Heißluftballons gefüllt werden. Der ÖkoBusinessPlan Wien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wiener Klimaschutzprogramm. Auch das macht Wien zur Smart City.

Intelligente Kommunikations-Technologien

Die Stadt Wien ist längst in der Zukunft angekommen – und greift dabei auch erfolgreich die Vorteile neuer Medien auf, wie es die Smartphones mit den dazugehörenden und beliebten Apps darstellen. Herzstück ist die sogenannte „Open Data“-Bewegung. Mit seinem Daten-Katalog stellt die Stadt Wien hier seit einiger Zeit seinen Bürgern, Unternehmen, Wissenschaftlern und anderen Organisationen unzählige Verwaltungsinformationen zur Weiterverwendung für Software-Entwickler kostenlos zur Verfügung. Das Angebot wird stetig ausgebaut und umfasst mittlerweile Kataloge aus den Bereichen Verkehr, öffentliche Einrichtungen, Budget, Freizeit, Bildung oder Bevölkerungsstruktur. Aus den Wiener Daten sind bereits über 50 nützliche Applikationen entstanden und in Zukunft werden es noch viele mehr sein! Wien leistet auf diesem Feld Pionierarbeit – das preisgekrönte Projekt ist wegweisend für zahlreiche andere Stadtverwaltungen in Österreich und auch in Deutschland.

 www.smartcity.wien.at

Die Smart City Wien Agentur in der TINA Vienna ist Anlaufstelle, Drehscheibe und Plattform für Wissensmanagement, zum nationalen und internationalen Gedankenaustausch sowie in der Erarbeitung einer internationalen Vermittlungsstrategie für das Wiener Know-how im Bereich Urbane Technologien & Strategien. TINA Vienna ist das Bindeglied zwischen allen in der Stadt Wien zum Thema Smart City laufenden Initiativen und Programmen. www.tinavienna.at

 


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