Ganze sieben Jahre haben uns Massive Attack auf ihr fünftes Studioalbum warten lassen, zwischendurch sogar ein fertig produziertes einstampfen lassen, weil sie Gefallen daran verloren hatte. Heligoland jedoch wurde vor diesem Schicksal verschont und beglückt nun unsere Gehörgänge.
Dabei überrascht die lange Wartezeit nicht wirklich, weiß man doch schon von den Vorgängeralben, dass sich das Duo aus Bristol, bestehend aus Robert “3D” Del Naja und Grant “Daddy G” Marshall, zu nichts drängen lassen und ihren Produktionen alle Zeit der Welt geben. Und diese entschleunigte Vorgehensweise hört man den perfektionistisch ausgetüftelten Kompositionen und Arrangements auch an.
Musikalische Unterstützung leistet dabei wieder die mittlerweile fixe Stimmgröße Horace Andy, aber auch Damon Albarn (Gorillaz, Blur), Tunde Adebimpe (TV On The Radio), Guy Garvey (Elbow), Hope Sandoval sowie Martina Topley-Bird. Damon Albarn greift zudem bei “Flat Of The Blade” zum Bass und bei “Splitting The Atom” in die Tasten, Adran Utley (Portishead) bei “Saturday Come Slow” zur Gitarre.
Beim ersten Reinhören erkennt man eindeutig das gefeierte Album Mezzanine wieder. Allzuviel Neues bietet Heligoland nicht, aber wenn man bedenkt, wieviele Menschen seit Jahren versuchen den Klang von Massive Attack zu imitieren oder sich von deren Musik inspirieren ließen, wird man sich erneut dessen Innovationskraft bewusst und freut sich über weitere wegweisende Variationen ihres TripHop-Themas.
Schwermut und Melancholie sind die vorherrschenden Grundstimmungen, wie seit Anbeginn Massive Attacks, darüberhinaus ist das Werk geprägt von stark reduzierten und dennoch hochkomplizierten Drum-Lines, jazzigen Percussions und Bläsersätzen, Klavier- und Streicher-Arrangements sowie den typischen, pulsierenden Bassläufen.
Für ein bisschen Leichtigkeit sorgt das gitarrenlastige “Psyche” oder das rührend minimalistische “Paradise Circus”, poplastig wirkt das von Damon Albarn gesungene “Saturday Come Slow”. Für einen Höhepunkt an Entspannung sorgt “Rush Minute” und mit “Atlas Air” findet sich ebenso ein Highlight zum Abschluss: Acht Minuten TripHop und Bristol in Reinkultur.
Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:

Label: Virgin UK (EMI)