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Schmunzeln mit Monsieur Hulot im Wiener Augarten

Sandra Sonnleitner, 03. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Monsieur Hulot im Wiener AugartenTrotz anhaltender Kontroverse um die zukünftige Nutzung eines der idyllischsten Plätzchen inmitten der Wiener Leopoldstadt, ist es auch diesen Sommer wieder möglich Sternenhimmel und anspruchsvolles Kino zeitgleich zu erleben. Filmarchiv und Viennale bitten neuerlich zum Augartenspitz und Cineastinnen wie Cineasten folgen dem Ruf von “Kino wie noch nie“.

Wie gewohnt wird nicht vorwiegend Neues, sondern viel Altbewährtes gezeigt: Stummfilmklassiker begleitet von zeitgenössischer Livemusik bei den “Cinema Sessions” und Slasherfilme im Rahmen des Specials “Dark Stars”. Die filmische Delikatesse diesen Sommers aber ist jene Retrospektive, die sich sämtlichen Regie-Filmen Jacques Tatis widmet.

Der Franzose Tati hat mit nur fünf Spielfilmen Filmgeschichte geschrieben. Seine Kreation und Verkörperung des Monsieur Hulot wurde mehrfach ausgezeichnet, 1959 mit dem Oscar. Ein Eintauchen in die Welt des Monsieur Hulot und seines Schöpfers Jacques Tati ist ein Streifzug durch ein Gefüge liebevoll gesetzer Anordnungen. Hulot ist ein Außenseiter und Tati ein scharfsinniger Kritiker des unreflektierten Fortschrittsglaubens. Mit Pantomime und Slapstick in einer sehr reduzierten Form führt Tati in der Gestalt des Monsieur Hulot von Szene zu Szene, wobei jede ein kleines Artefakt darstellt. Selten vorhersehbar und oft bezaubernd laden Tatis Filme zum mehrmaligen Genuss ein. Dabei rufen deren Raffinesse gleichermaßen Schmunzeln wie Staunen hervor. Doch steht nicht immer Hulot im Mittelpunkt. In seinem ersten Langfilm “Jour de Fête” spielt Tati einen Postboten, der beflügelt von der Idee der Beschleunigung in klassischer Tati-Manier auch deren Nachteile kennenlernt. “Jour de Fête” eröffnet die Retrospektive am 03. Juli 2011 um 21.30 Uhr. Weitere Termine sind:

08. Juli 2011: Mon Oncle
13. Juli 2011: Les Vacances de Monsieur Hulot
28. Juli 2011: Trafic
14. August 2011: Playtime

Weitere Informationen und sonstiges Programm: www.kinowienochnie.at, Bild: Filmarchiv

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Kuba mal zwei: Omara Portuondo und Chucho Valdés am Jazz Fest Wien

Sandra Sonnleitner, 29. Juni 2011, Jetzt kommentieren

Kuba mal Zwei: Omara Portuondo und Chucho Valdés am Jazz Fest WienEr hat dieses Jahr mit dem Album “Chucho’s Steps” seinen fünften Grammy gewonnen. Sie gewann 2009 den Latin Grammy mit dem Album “Gracias“. Beide sind in Havanna geboren und aufgewachsen, beider Karrieren begannen im namhaften Tropicana und beide können auf andauernde internationale Erfolge zurückblicken. 1997 haben sie erstmals zusammengearbeitet und sich seither auf ihren musikalischen Pfaden wieder und wieder neu gefunden. Zuletzt für das erst kürzlich veröffentlichte Album “Omara & Chucho“.

Omara Portuondo und Chucho Valdés sind in diesen Tagen ohne Zweifel die tragenden Säulen all dessen, was als kubanische Musik bezeichnet wird. Chucho Valdés als Ikone des Latinjazz und Omara Portuondo spätestens seit Ry CoodersBuena Vista Social Club” als weibliche Personifizierung des Son. Umso erfreulicher ist es, dass das Duo nicht nur gemeinsam Musik produziert, sondern auch zusammen auftritt. Augenblicklich befinden sich beide auf einer vierzehn Auftritte umfassenden Europatournee, die auch Wien miteinschließt. Das alljährlich stattfindende Jazz Fest Wien präsentiert diesen Sommer Omara Portuondo und Chucho Valdés in der Wiener Staatsoper. Termin: 5. Juli 2011, 19.30 Uhr

Tickets hier erhältlich: Jazz Fest Wien

Bild: © Johann Sauty

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Auf Hemingways Spuren

Sandra Sonnleitner, 07. Juni 2011, Jetzt kommentieren

Ernest Hemingway war nicht nur einer der erfolgreichsten und bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, sondern auch einer der umtriebigsten. Ob als Reporter im Spanischen Bürgerkrieg, auf Safari in Westafrika oder in der Karibik: Hemingway verstand es stets seine Leserschaft in jene Gegenden mitzunehmen. Romane wie “Wem die Stunde schlägt” oder “Die grünen Hügel Afrikas” konzentrieren sich nicht auf eine erschöpfende Darstellung der Umstände und Gegebenheiten, sondern zeigen Nuancen und eröffnen geraffte Einblicke.

So verhält es sich ebenso mit dem wohl bekanntesten Werk Hemingways “Der alte Mann und das Meer“, in dem der kubanische Fischer Santiago mit einem großen Marlin ringt, ihn erlegt, letztlich aber doch verliert. Die Vorlage für diese Figur entdeckte Hemingway in einem kleinen Fischerdorf nahe Havanna, wo Hemingway selbst ein Boot liegen hatte. Die Inspiration zu “Der alte Mann und das Meer” lieferte ihm der befreundete Fischer Gregorio Fuentes, auch wenn dieser sich nicht als alleinige Vorlage für den alten Mann in der Novelle sah. Nach Hemingways Tod schmolzen die Fischer des Dorfes das Metall auf Hemingways Boot ein und ließen eine Büste daraus fertigen, die heute in einem kleinen Pavillon an der Küste steht.

Hemingway verbrachte in den letzten Jahrzehnten seines Lebens viel Zeit in und um Havanna. Er besaß ein Haus in San Francisco de Paula, südöstlich der Stadt, das heute ein Museum beherbergt. In der Altstadt Havannas soll er in der Bar Floridita mit Jean-Paul Sartre, Marlene Dietrich und Ava Gardner getrunken haben. “My Mojito at la Bodeguita, my Daiquiri at el Floridita”, soll einer von Hemingways Aussprüchen gelautet haben. Die Bodeguita del Medio gilt als zweites Stammlokal Hemingways in Havanna. Darüber hinaus war der Schriftsteller häufig in der Lobby des Hotel Ambos Mundos anzutreffen, wo er angeblich auch an “Wem die Stunde schlägt” arbeitete.

So wie Hemingway die Stadt liebte, liebt Havanna Hemingway. Fidel Castro zählt sich zu seinen Bewunderern, im El Floridita steht eine weitere Hemingway-Büste, sein Zimmer im Ambos Mundos wurde zu einem Museum umgewandelt und der kubanische Rum “El Ron Vigía” ist Hemingway gewidmet. Allerdings zieht diese Verehrung in Kombination mit touristischer Vermarktung auch skurrile Spuren, so wirken das El Floridita und Hemingways ehemaliges Stammlokal im Fischerdorf Cojimar mittlerweile wie Auffangbecken für Reisegruppen und für jene die es wirklich ganz genau wissen wollen, bietet der Tourveranstalter Havana Discovery Tours die Hemingway Pub Tour an.

via: Moon Handbooks Havana; Bilder: Sandra Sonnleitner

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Unser Album der Woche: Asa - Beautiful Imperfection

Sandra Sonnleitner, 09. Mai 2011, Jetzt kommentieren

Unser Album der Woche: Asa - Beautiful ImperfectionBeautiful Imperfection“, so heißt nicht nur Asas letztes Album, so beschreibt Asa ebenso ihr Leben. Die gebürtige Französin mit nigerianischen Wurzeln war schon früh musikalischen Einflüssen ausgesetzt. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat ihrer Eltern war es vor allem die Musiksammlung ihres Vaters, bestehend aus Soulklassikern und Werken nigerianischer Künstlerinnen und Künstler, die Asa beeinflusst haben. Allerdings war ihre Jugend von Soli in ihrem Zuhause geprägt, da ihre tiefe Stimme in keinem Chor Anklang fand.

Doch Asa hatte ihre Entscheidung für eine musikalische Karriere gefällt und die Teilnahme an Talentshows im Radio brachte ihr ersten Applaus ein. Die folgende Zusammenarbeit mit dem nigerianischen Musiker Cobhams Emmanuel Asuquo brachte Stücke zwischen Pop und Soul hervor, die sich stark an der nigerianischen Musikkultur orientierten und nicht nur auf Englisch, sondern darüberhinaus in Yoruba, der Sprache einer westafrikanischen Ethnie aufgenommen wurden. Asas Rückkehr nach Frankreich und die Veröffentlichung ihres ersten Albums im Jahr 2007 brachten den Durchbruch.

Beautiful Imperfection“, Asas zweites Album, verweist auf ihre afrikanischen Wurzeln, ist jedoch überwiegend eine gelungene Soulscheibe. Zwar wirkt es so als wurde die Experimentierfreudigkeit zugunsten der Durchhörbarkeit etwas in Mitleidenschaft gezogen und Überraschungen vermieden, doch war das auch nicht Asas Intention. Sie wollte ein Album kreieren, das in der Lage ist schlechte Laune in gute zu verwandeln und dies scheint mit sicher gesetzten Beats und Asas tröstlicher Stimme gelungen.

Label: Naive

Hier zum Reinhören und Downloaden: Amazon

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Unser Album der Woche: Bajka - In Wonderland

Sandra Sonnleitner, 02. Mai 2011, Jetzt kommentieren

Bajka, jene in Indien geborene und in Portugal sowie Südafrika aufgewachsene Künstlerin veröffentlicht bei ChinChin Records ihr mittlerweile sechstes Album. Sie hat ihr Handwerk gelernt - studierte Musik in Prag und arbeitete als Schriftstellerin, Sängerin und Produzentin. Mittlerweile hat sich Bajka in einer der für elektronische Musik interessantesten europäischen Städte angesiedelt: In Berlin und widmet sich nun vermehrt ihren eigenen Produktionen.

Dabei hat Bajka ihre asiatischen Wurzeln nie aus den Augen verloren. So verarbeitete sie beispielsweise auf dem 2005 erschienenen Werk “Radio Citizen” fernöstliche Poesie vor dem Hintergrund weltmusikalischer Loungeklänge. Wie der Titel “In Wonderland” bereits verrät, widmet sich die Musikerin in diesem Album westlicher Literatur. Bajka vertont die von Lewis Carroll geschaffenen Abenteuer jener Alice, die vor nicht allzulanger Zeit durch die Hand Tim Burtons neuerlich zum Leben erweckt wurde.

Dabei ist es nicht schwer Bajka in dieses Wunderland zu folgen. Ihre Stimme, die sowohl Soul wie Jazz abdeckt, gibt den Versen eine neue Kulisse, in der sie in ungeahnter Form in Erscheinung treten. So ist es Bajka nicht nur mittels ihrer Stimme, sondern vor allem durch ihre Idee gelungen ein Werk zu schaffen, das man gleichermaßen genießen und über das man schmunzeln und nachdenken kann.

Hier zum Reinhören und Downloaden: Amazon

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