Schmunzeln mit Monsieur Hulot im Wiener Augarten
Trotz anhaltender Kontroverse um die zukünftige Nutzung eines der idyllischsten Plätzchen inmitten der Wiener Leopoldstadt, ist es auch diesen Sommer wieder möglich Sternenhimmel und anspruchsvolles Kino zeitgleich zu erleben. Filmarchiv und Viennale bitten neuerlich zum Augartenspitz und Cineastinnen wie Cineasten folgen dem Ruf von “Kino wie noch nie“.
Wie gewohnt wird nicht vorwiegend Neues, sondern viel Altbewährtes gezeigt: Stummfilmklassiker begleitet von zeitgenössischer Livemusik bei den “Cinema Sessions” und Slasherfilme im Rahmen des Specials “Dark Stars”. Die filmische Delikatesse diesen Sommers aber ist jene Retrospektive, die sich sämtlichen Regie-Filmen Jacques Tatis widmet.
Der Franzose Tati hat mit nur fünf Spielfilmen Filmgeschichte geschrieben. Seine Kreation und Verkörperung des Monsieur Hulot wurde mehrfach ausgezeichnet, 1959 mit dem Oscar. Ein Eintauchen in die Welt des Monsieur Hulot und seines Schöpfers Jacques Tati ist ein Streifzug durch ein Gefüge liebevoll gesetzer Anordnungen. Hulot ist ein Außenseiter und Tati ein scharfsinniger Kritiker des unreflektierten Fortschrittsglaubens. Mit Pantomime und Slapstick in einer sehr reduzierten Form führt Tati in der Gestalt des Monsieur Hulot von Szene zu Szene, wobei jede ein kleines Artefakt darstellt. Selten vorhersehbar und oft bezaubernd laden Tatis Filme zum mehrmaligen Genuss ein. Dabei rufen deren Raffinesse gleichermaßen Schmunzeln wie Staunen hervor. Doch steht nicht immer Hulot im Mittelpunkt. In seinem ersten Langfilm “Jour de Fête” spielt Tati einen Postboten, der beflügelt von der Idee der Beschleunigung in klassischer Tati-Manier auch deren Nachteile kennenlernt. “Jour de Fête” eröffnet die Retrospektive am 03. Juli 2011 um 21.30 Uhr. Weitere Termine sind:
08. Juli 2011: Mon Oncle
13. Juli 2011: Les Vacances de Monsieur Hulot
28. Juli 2011: Trafic
14. August 2011: Playtime
Weitere Informationen und sonstiges Programm: www.kinowienochnie.at, Bild: Filmarchiv
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