Jetzt auf LoungeFM

Mashup 44 Mashup 44
DISCO DELUXE

Download

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Sandra Sonnleitner, 10. September 2011, Jetzt kommentieren

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë KeatingWenn Zoë Keating eine Bühne betritt, fällt der Blick nicht zwingend auf das Instrument an ihrer Seite, sondern meist erst auf ihre ungestüme Haarpracht aus roten Dreadlocks, sodann auf ihren extravaganten Kleidungsstil und möglicherweise auch auf ihr markantes Antlitz.

Viele mögen ihr Äußeres dem Genre des Punk oder Rock zurechnen, vielleicht vermuten manche ihre Heimat auch im Jazz. Das sie begleitende Instrument jedoch gilt in all diesen Disziplinen als Exot und so verweilte Zoë Keating den Großteil ihres musikalischen Lebens dort wo dieses zu Hause ist - in der Klassik.

Im Alter von acht Jahren begann Keatings klassische Ausbildung am Cello. Sie hielt diesem Genre bis über ihr 20. Lebensjahr hinaus die Treue und wendete sich erst dann Experimentellem zu. Dies zum einen in ihrer Arbeit mit Software Startups und zum anderen in Kooperationen mit Rockbands. In ihren heutigen Werken vereint die junge Kanadierin sämtliche Stationen ihres musikalischen Werdegangs zu einem innovativen Projekt, das zeigt, wie auch klassische Musikerinnen und Musiker das Spektrum elektronischen Rüstzeugs optimal für sich nutzen können.

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Zoë Keating präsentiert sich auf der Bühne nicht mehr nur mit ihrem Cello. Auch wenn das Instrument immer noch im Zentrum ihrer Performance steht, so ist es doch ein fußgesteuertes Notebook das ihr ermöglicht Orchestrales auf die Bühne zu bringen. Durch das Einspielen und Übereinanderlegen einzelner Musikstränge erzeugt Keating als One-Woman-Show Klänge, die auf ein Ensemble schließen lassen. Doch nicht nur in musikalischer Hinsicht hat sie sich der Unkonventionalität verschrieben.

Ihr labelloses Dasein gestaltet die umtriebige Musikerin mithilfe neuer Medien und Vermarktungskanäle sehr geschickt, sodass sie sich nicht nur ihrer Musik wegen, sondern auch aufgrund ihrer Eigenvermarktung großer medialer Aufmerksamkeit erfreuen kann. Keatings letztes Album “Into The Trees” befand sich 14 Wochen in den Billboard Classical Charts und bereits zuvor wurde der Filmmusik-Produzent Mark Isham auf ihr Cellospiel aufmerksam, welches in den Filmen “Warrior”, “The Conspirator” und “Die Bienenhüterin” zu hören ist.

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Bisher tourt Keating überwiegend in den USA. Ihre stetig wachsende Prominenz, internationale Kooperationen und Auftritte im Vereinigten Königreich lassen aber auf Termine im deutschsprachigen Raum hoffen.

Hier zum Reinhören und Downloaden: Zoë Keating

Bilder: Lane Hartwell, Claude Shade, Nadya Lev

Das könnte Dich auch interessieren

Wenn aus Berührungen Energie wird

Sandra Sonnleitner, 20. August 2011, Jetzt kommentieren

Portable Tablet-PCs stehen in hohem Maß für Komfort und Mobilität in der Nutzung von digitalen Endgeräten. Klein, flach, leicht und leistungsstark - so werden sie Konsumentinnen und Konsumenten gerne präsentiert. Allerdings ist naheliegend, dass das Konzept “klein und leistungsstark” auch Grenzen hat. Im Fall des Tablet-PCs stellt diese Grenze häufig ein leerer Akku dar. HD-Displays und technischer Feinschliff erhöhen den Stromverbrauch und verringern die Akkulaufzeit, was letztlich weder klima- noch nutzerfreundlich ist.

Wenn aus Berührungen Energie wird

Hier setzt Yonggu Dos, Jun-se Kims und Eun-ha Seos Konzept des EcoPads an. Energie kann bekanntlich umgewandelt werden und ist darüber hinaus in der Lage den Träger zu wechseln und so macht sich die aus Südkorea stammende Idee eines selbstladenden Tablet-PCs die Spannung, die beim Berühren des Displays entsteht, zunutze. Durchschnittlich wird ein Tablet 10 000 Mal täglich berührt. Um diese Energie nutzbar zu machen, haben die Entwickler des EcoPads unterhalb des Displays einen Nano-Piezoelektronikfilm angebracht. Die durch das Drücken dieser Elemente freigesetzte Energie wird in das Elektrosystem des Tablets eingespeist und garantiert damit die Stromversorgung.

Präsentiert wurde das EcoPad im Zuge des Fujitsu Design Awards 2011 und gewann den Spezialpreis der Jury. Allerdings steckt das Konzept noch in den Kinderschuhen und die voraussichtliche Lebensdauer oder gar der mögliche Preis des EcoPads sind unbekannt. Zwei Unsicherheitsfaktoren, die die Serienproduktion verhindern könnten. Doch selbst wenn dieses Gerät letztlich nicht den Weg in den Handel findet, ist ein Anfang hin zu Alternativen auf dem Sektor Energieversorgung digitaler Endgeräte gemacht.

via: Applerader; Bild: Fujitsu

Das könnte Dich auch interessieren

Lichtmess’ auf Peruanisch

Sandra Sonnleitner, 28. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Im Südosten Perus, auf 3800 Meter Höhe, an der Grenze zu Bolivien, an den Ufern des Titicaca-Sees liegt die Kleinstadt Puno. Nicht allzu reich an Sehenswürdigkeiten und architektonischen Delikatessen, dient sie Reisenden bisweilen nur als Ausgangspunkt für Reisen zu den Inseln des Titicaca-Sees oder nach Bolivien.

Jedoch genau das ist das Schätzenswerte an Puno. Die Tourismusindustrie hat ihre Schlinge noch nicht allzu eng um die Stadt gelegt und die oft an Disneyland erinnernde Manier, Touristen und Touristinnen alles Mögliche und Unmögliche, Passende und Unpassende bieten zu wollen, wie dies im weiter nördlich gelegenen Cusco geschieht, hat in Puno noch nicht Einzug gehalten. Abgesehen von den zahlreichen Souvenirgeschäften scheint es fast so, als würde das Leben auch ohne die meist aus dem Norden kommenden Besucherinnen und Besucher weitergehen.

Der Alltag wirkt etwas gemächlicher als in anderen peruanischen Städten, wozu die atemberaubende Höhe wohl das ihrige tut. Und noch etwas unterscheidet Puno von anderen vielbesuchten Orten in den peruanischen Anden: Das Tragen traditioneller Kleidung ist eher die Regel als die Ausnahme. So gilt Puno auch als Hauptstadt des peruanischen Brauchtums. Besonders augenscheinlich wird dies alljährlich in den ersten Februartagen, wenn der katholische Feiertag “Maria Lichtmess” begangen wird.

Auf Spanisch heißt das Fest “Fiesta de la Virgen de la Candelaria”. Es stellt einen der bedeutendsten Feiertage Perus dar und wird nirgendwo im Land aufwändiger begangen als in Puno. Die mehrtägigen Feierlichkeiten werden gerahmt von einer Unzahl von Paraden und Tanzvorführungen, die einerseits im Stadion der Kleinstadt und andererseits auf deren Straßen zu sehen sind. Dargeboten werden traditionelle Tänze aus der Region, wie der durchaus mitreißende Morenada oder der Sikuri.

Schlicht überwältigend für das Auge ist die Farbenpracht der Kostüme und Trachten, die je nach Herkunft der Trägerin oder des Trägers variiert. Obligatorisch für Frauen ist das Tragen mehrere Röcke, einer Kopfbedeckung sowie des traditionelle Tuches, das im Alltag sowohl zum Transport von Waren, als auch als Tragetuch für Babys und Kleinkinder verwendet wird. Herren tragen meist Kopfbedeckung, Gilet und Hose mit Bund. Die Feierlichkeiten dauern eine Woche an und enden mit einer katholischen Messe sowie der Kür der besten Kostüme und Bands im Stadion der Stadt.

Bilder: Sandra Sonnleitner

Das könnte Dich auch interessieren

Unser Album der Woche: Lemongrass - The 5th Dimension

Sandra Sonnleitner, 18. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Unser Album der Woche: Lemongrass - 5th DimensionBerlin hat sich einen Namen gemacht, nicht nur als kosmopolitische Metropole, sondern auch als Heimat zahlreicher Produzentinnen und Produzenten elektronischer Musik. Nicht selten richten sich die Gedanken ohne Umschweife auf die Hauptstadt der Bundesrepublik, wenn aus Deutschland stammende Delikatessen der Elektronikszene das Thema sind. Mithin lässt die letzte Adresszeile des Labels Lemongrass Music ein wenig stutzen: Eselkamp im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen.

In dieser eher ländlich anmutenden Kleindstadt mit knapp 26 000 Einwohnerinnen und Einwohnern gedeiht unter den Händen der Brüder Roland und Daniel Voss eine herausragende Veröffentlichung nach der anderen: Im Mai letzten Jahres das Wohlfühlalbum “5th Dimension“. Entscheidend zur Atmosphäre der Aufnahmen trägt nicht nur die durchgehende Geradlinigkeit der Werke, sondern auch die feinfühlige Auswahl der stimmlichen Untermalung bei. So ist beispielsweise Suzy Duffys Stimme innerhalb des Arrangements “Lucky” zugange und Karen Gibson Roc, eine aus Jamaika stammende New Yorkerin mit Hang zu kräftigen Klangwelten ist in gleich vier Stücken vertreten. Die Intention der Brüder Voss tritt bereits beim Einstieg deutlich hervor. Die Eröffnung “Crystal Mind” lädt zum Träumen ein. Diese Devise wird beibehalten und vor allem gegen Ende des Albums nochmals ausgebaut, womit die beiden Produzenten im Angesicht ihrer bestehenden Housealben ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

Hier zum Reinhören und Downloaden: The 5th Dimension - Lemongrass

Label: Lemongrass Music

Das könnte Dich auch interessieren

Oben, unten, links, rechts, glatt und verkehrt

Sandra Sonnleitner, 05. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Die 15. Auflage des in Krems stattfindenden Musikfestivals “Glatt und Verkehrt” gibt dessen Veranstaltenden Anlass zum Nachdenken. Aus vielem was das Festival in den letzten Jahren musikalisch gesät hat ist Großes geworden und auch das Festival wächst. Diesen Sommer stehen mehr Künstlerinnen und Künstler auf mehr Bühnen als all die Jahre zuvor.

Dennoch halten die Kuratierenden an ihren Grundsätzen fest und das Festival bleibt was es ist: Eine Begegnunsstätte für Künstlerinnen, Künstler und Publikum die, wie in traditionellem Musikgeschehen üblich, keine starre Grenze zwischen Spielenden und Bespielten zieht, sondern durch die Wahl kleinerer Spielstätten, jede für sich einnehmend, ein atmosphärisches Miteinander schafft. Wie zuvor sind auch dieses Jahr die Winzer Krems, Sandgrube 13 Veranstaltungsort des Kernprogramms. Die Anlage bietet neben hervorragender Akustik auch reizvolle Ausblicke auf die Stadt Krems und das Donautal. Darüber hinaus werden unter anderem das Stift Göttweig, die Minoritenkirche Krems, das Schloss zu Spitz sowie Weingüter und Heurige bespielt.

Ähnlich breit gefächert sind die zu hörenden Genres. “Glatt und Verkehrt” ist kein Jazz-, World- oder Klassikfestival. Es orientiert sich nicht an gängigen Genregrenzen. Die Intention der Künstlerinnen und Künstler steht im Vordergrund. Gleichgültig ob traditionelle Volksmusik oder Avantgarde, die Berufung auf eine bestimmte ethnische Tradition und das Auseinandersetzen mit den eigenen musikalischen Wurzeln ist, was hier verbindet. Trotz dieser Vielfalt bleibt das Programm keineswegs willkürlich. Gebündelt zu Themenabenden können Besucherinnen und Besucher auf Etappen durchs Programm reisen und dabei etwa Station in Mexiko, Großbritannien, Nordafrika, Spanien, Österreich, Belgien oder Japan machen.

Der erse dieser Abende findet am 09. Juli 2011 im Stift Göttweig sowie der Minoritenkriche Krems statt. Dabei treffen Jodler aus dem Alpenraum auf zeitgenössische Instrumentalisten aus Litauen und drei Dudelsackvirtuosen auf einen Akkordeon-Meister.

Programm und weiter Infos: www.glattundverkehrt.at; Bilder: Griff Trio (Belgien) ©Promo, Ojos de Brujo (Spanien) ©Oriana Elicabe, Igmar Jenner und Borut Mori (Österreich, Slowenien) ©Promo

Das könnte Dich auch interessieren