Unser Album der Woche: Moby - Destroyed
Richard Melville Hall hat in seiner Karriere schon viele verschiedene Genres bedient. Namensstiftender Verwandter war sein UrUrGroßonkel Herman Melville, der Autor von Moby Dick. Und Moby ist auch der Name, unter dem Richard Hall berühmt werden sollte.
Seine Anfänge fand Moby in der Punkrock-Band “Vatican Commandos”. Es folgte eine Zeit als Hip-Hop-DJ, jedoch ebenso House, Techno, Ambient, Rock und Klassik stehen auf Mobys Liste. Außer sich selbst muss Moby heute niemandem mehr etwas beweisen. Der kleine Mann aus Harlem in New York ist für viele der Inbegriff elektronischer Musik, mit Popappeal und Liebe zu analogen Aufnahmetechniken produziert.
Moby veröffentlicht auf seinem eigenen Label, zu seinen eigenen Konditionen, was er will, wann er will und wie er will. Mit 45 Jahren steht er am Zenith seiner Karriere. Umso besser, dass sich Moby keinen kommerziellen Zwängen unterwerfen will. Kunst der Kunst wegen - das mag im Zusammenhang mit Moby etwas lächerlich klingen, denn was er angreift, verwandelt sich zu Gold. Selbst wenn sich Moby explizit abwendet von kommerziellen Gedanken, erreichte sein aktuelles Studioalbum “Destroyed” Platz zwei der amerikanischen Dance/Electronic Billboard Charts.
Destroyed steht ganz in der Tradition des Vorgängeralbums “Wait for Me”. Sphärische Ambient-Flächen, ruhige elektronische Klangcollagen: Nur selten bekommt die Musik so viel Fahrtwind wie einst auf dem Disco-Album “Last Night“. Das Titelbild entspricht dem Gefühl, das Moby mit seinem Album zu transportieren versucht: Ein Leben on the road, Nacht für Nacht in anderen Hotels, die in ihrer Sterilität und Neutralität einander die Waage halten. Der beste Ort, dieses Album zu hören, ist in einem Auto mit einer guten Stereoanlage, wenn man um drei Uhr früh durch eine leere Stadt fährt. Sagt Moby. Dann macht diese Musik Sinn.
Das Titelbild, „Destroyed” auf der LED-Anzeige, nahm Moby selbst auf, am LaGuardia- Flughafen in New York. Ein langer, menschenverlassener Gang auf dem Flughafen, irgendwann in der Nacht. Auf der Anzeige ein Lauftext: „Unattended luggage will be destroyed”. Doch es wird immer nur ein Wort dargestellt. Im richtigen Moment abgedrückt, ergibt das genau jenes Bild, das Moby auf sein Cover brachte. Ein Wort, welches auf den Punkt bringt, wie sich Musiker und Musikerinnen auf Tour fühlen, wenn weder Bekannte noch Familie bei ihnen sind. Ein Zustand der Entfremdung.
Das Album, das am besten in der Nacht gehört wird, entstand auch in der Nacht: Wenn Vegan-Vampir Moby ohne zu schlafen um drei, vier Uhr früh in seinem Hotelzimmer sitzt, eine Stadt überblickt, die zu Bett gegangen ist und sich nichts regt, dann schreibt dieser Mann seine besten Songs.






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Hot Town, Summer in the City: Was gibt es Schöneres, als dem heißen Stadtsommer hin und wieder an eine kühle Oase entfliehen zu können? Und das wird günstiger, wenn die Temperatur steigt - für alle, die auf der Suche nach Kühle und Wellness sind. Die