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Unser Album der Woche: Moby - Destroyed

Martin Riedl, 11. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Moby - DestroyedRichard Melville Hall hat in seiner Karriere schon viele verschiedene Genres bedient. Namensstiftender Verwandter war sein UrUrGroßonkel Herman Melville, der Autor von Moby Dick. Und Moby ist auch der Name, unter dem Richard Hall berühmt werden sollte.

Seine Anfänge fand Moby in der Punkrock-Band “Vatican Commandos”. Es folgte eine Zeit als Hip-Hop-DJ, jedoch ebenso House, Techno, Ambient, Rock und Klassik stehen auf Mobys Liste. Außer sich selbst muss Moby heute niemandem mehr etwas beweisen. Der kleine Mann aus Harlem in New York ist für viele der Inbegriff elektronischer Musik, mit Popappeal und Liebe zu analogen Aufnahmetechniken produziert.

Moby veröffentlicht auf seinem eigenen Label, zu seinen eigenen Konditionen, was er will, wann er will und wie er will. Mit 45 Jahren steht er am Zenith seiner Karriere. Umso besser, dass sich Moby keinen kommerziellen Zwängen unterwerfen will. Kunst der Kunst wegen - das mag im Zusammenhang mit Moby etwas lächerlich klingen, denn was er angreift, verwandelt sich zu Gold. Selbst wenn sich Moby explizit abwendet von kommerziellen Gedanken, erreichte sein aktuelles Studioalbum “Destroyed” Platz zwei der amerikanischen Dance/Electronic Billboard Charts.

Destroyed steht ganz in der Tradition des Vorgängeralbums “Wait for Me”. Sphärische Ambient-Flächen, ruhige elektronische Klangcollagen: Nur selten bekommt die Musik so viel Fahrtwind wie einst auf dem Disco-Album “Last Night“. Das Titelbild entspricht dem Gefühl, das Moby mit seinem Album zu transportieren versucht: Ein Leben on the road, Nacht für Nacht in anderen Hotels, die in ihrer Sterilität und Neutralität einander die Waage halten. Der beste Ort, dieses Album zu hören, ist in einem Auto mit einer guten Stereoanlage, wenn man um drei Uhr früh durch eine leere Stadt fährt. Sagt Moby. Dann macht diese Musik Sinn.

Das Titelbild, „Destroyed” auf der LED-Anzeige, nahm Moby selbst auf, am LaGuardia- Flughafen in New York. Ein langer, menschenverlassener Gang auf dem Flughafen, irgendwann in der Nacht. Auf der Anzeige ein Lauftext: „Unattended luggage will be destroyed”. Doch es wird immer nur ein Wort dargestellt. Im richtigen Moment abgedrückt, ergibt das genau jenes Bild, das Moby auf sein Cover brachte. Ein Wort, welches auf den Punkt bringt, wie sich Musiker und Musikerinnen auf Tour fühlen, wenn weder Bekannte noch Familie bei ihnen sind. Ein Zustand der Entfremdung.

Das Album, das am besten in der Nacht gehört wird, entstand auch in der Nacht: Wenn Vegan-Vampir Moby ohne zu schlafen um drei, vier Uhr früh in seinem Hotelzimmer sitzt, eine Stadt überblickt, die zu Bett gegangen ist und sich nichts regt, dann schreibt dieser Mann seine besten Songs.

Hier zum Reinhören und Downloaden: Destroyed (Deluxe Edition) - Moby

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Geeks like us: Nahtlos Musik hören mit Apple

Martin Riedl, 08. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Wer stand nicht schon vor dem Problem, gerade einen tollen Song anzuhören, und plötzlich rasch in die Arbeit oder zu einem anderen Termin aufbrechen zu müssen? Allzu oft muss das Musikstück unterbrochen werden und mühsam auf dem iPhone oder mp3-Player wieder gesucht werden. Mit einer neuen App namens Seamless wird lückenloses Musikhören auf dem iPhone und anderen iOS-Geräten einfach. Das Programm ist in seiner Funktion simpel, aber hilfreich. Lästige Unterbrechungen sind damit endlich Geschichte.

Seamless from Five Details on Vimeo.

Zunächst muss die Seamless App für Mac und die App für das iPhone installiert werden. Erstere ist gratis, die iOS-App kostet 1,59 Euro im Apple Store. Ab dann ist es ein Leichtes: Über WLAN sind die Geräte miteinander verbunden. Wenn man einen Song in iTunes abspielt, läuft auch das Programm am iPhone. Wechselt man mit der Wiedergabe vom Mac zum iPhone, muss man nur einen Knopf drücken, und sanft wird die Lautstärke am Mac ausgefadet und am iPhone eingefadet. Das Stück läuft ohne Unterbrechung weiter.

Kommt man wieder zurück vom Joggen, von der Arbeit oder wohin auch immer einen der Song getragen hat, braucht es ebenso nur einen Klick, um die Musik wieder auf den Mac zu bringen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Songs auf beiden Geräten vorhanden sind.

Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: Seamless funktioniert mit Windows nicht, die Entwicklerfirma Five Details empfiehlt deswegen Interessenten, einen Mac zu kaufen: “While we appreciate that the need to rock on is universal, we have no plans to support Windows. You owe it to yourself to buy a Mac, anyway.”

via: wired.com

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Unser Album der Woche: Belleruche - Ein Hund, eine Band und 270 Geschichten

Martin Riedl, 04. Juli 2011, Jetzt kommentieren

Belleruche270 Stories” - Ein Albumtitel, der vermuten lässt, dass diese Band viel zu erzählen hat. Das haben Belleruche, zwei Briten und eine Australierin, wenngleich sie sich bei der Namensfindung für ihr 2010 auf Tru Thoughts veröffentlichtes Album nicht allzu inspiriert zeigten. 270 - das war schlicht und ergreifend die Hausnummer des East Londoner Studios, in welchem die Songs von 270 Stories aufgenommen wurden. Vergleichsweise innovativ dagegen der Name der Band: Belleruche, nach einem verstorbenen neuseeländischen Hund.

Gitarrist Ricky Fabulous soll aus Langeweile während der Arbeit zufällig auf die Website eines so benannten Hundes gestoßen sein, dem sein Besitzer einen digitalen Grabstein im Internet gesetzt hatte. Voilà - die Band ohne Namen hieß ab jetzt nach einem Hund. Was Gitarrist Ricky Fabulous, die australische Sängerin Kathrin deBoer und DJ Modest damals schon wussten: Namensrechtliche Konsequenzen wird es für sie nicht geben, denn: „Dead dogs don’t sue.”

Gleich vorweg: “270 Stories” verunsichert. Besonders dann, wenn man von Belleruche anderes gewohnt ist. Viel Soul ist nicht mehr übrig geblieben bei der Band, deren Debütalbum noch Turntable Soul Music geheißen hatte. Im Vergleich mit diesem oder dem Nachfolger The Express gibt es auf 270 Stories viele Brüche und Wechsel, mehr Breaks und weniger Blues.

BellerucheEinige Titel im Detail: Locker und flockig erinnert die Nummer “Bobby” beim Refrain an Leslie Feist. Der filigrane Gesang steht dabei in starkem Kontrast zu dem düsteren Bass der Strophen. Mit der Nummer “Amp Fuse” zieht der Punk ein in das Album, und mit ihm auch der Minimalismus. “Cat in a Dog Suit” ist eine reduzierte Nummer. Düster und melancholisch schürft sie tief in den Gefühlsregungen und fokussiert dabei ganz auf Kathrin DeBoers Stimme. Das Album mag trippiger sein als seine Vorgänger, nicht ganz so gefällig. Die Riffs sind dafür umso eingängiger und in ihrem Minimalismus eindringlich.

In “Gold Rush” kommt ein Stück angefahren, bei dem DeBoer dem BBC-Musikkritiker Angus Taylor zufolge sogar rappt, mit bewundernswertem “Rhythm & Flow”. Der letzte Titel “Churro” lässt Hörer und Hörerinnen mehr als verwirrt zurück. Wie ein Bienenschwarm, der den Kopf umkreist und immer lauter und bedrohlicher wird, erzeugt das Lied vor allem eines: Stress. Der Bass ist Antrieb eines Stückes, das wie der Soundtrack zu einem gruseligen Roadmovie klingt.

Weder hat man es hier mit einem Trip-Hop Album zu tun, noch mit einem Elektronik-, Jazz-, oder gar Soul-Album. Wehe der Musikkritik, welche die beschriebene Musik nicht einem konkreten Genre zuordnen kann. Und sei es auch nur ein Wortkreations-Genre, welche sich heute immer mehr in den Rezensionen tümmeln. Und als solches würden wir dieses Album von Belleruche dann wahrscheinlich als Soulful Jazz-Punk benennen.

Hier zum Reinhören und Downloaden: Amazon

Bild 2: (c) Rosie Godwin

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Unser Titel der Woche: Eva Derschmidt aka Princess Ananda - Rise

Martin Riedl, 27. Juni 2011, 4 Kommentare

Princess Ananda - Rise“Kundalini rise!” - das singt die Wienerin Eva Derschmidt aka Princess Ananda. Seit einiger Zeit ist ihr Titel “Rise” in unserem Programm vertreten und viele Hörerinnen und Hörer haben sich auch schon nach dieser Nummer erkundigt. Denn noch gibt es online nicht viel über die Künstlerin zu finden. Eine Tatsache, die wir hiermit ändern möchten.

Eva Derschmidt ist Komponistin, Sängerin, Cellistin, Pianistin und Arrangeurin und als solche neben dem Projekt Princess Ananda auch in dem Musikerkollektiv WIENANANDA tätig. Die Mitglieder der Gruppe kommen aus Österreich, Kroatien, Rumänien, Brasilien, Polen, Deutschland, Frankreich und Indien und haben dementsprechend unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Verbindend wirkt deren Leidenschaft für Sahaja Yoga - Meditation als eine treibende Kraft für die Musik. Das anfangs zitierte “Kundalini” ist eine spirituelle Energie, die Derschmidt zufolge jedem Menschen innewohnt.

Mit Rise hat Princess Ananda eine Nummer mit treibendem, elektronischen Beat produziert, sphärisch klarer Gesang schwebt darüber, einmal löst dabei Sprechgesang die Gesangsmelodie ab.
Derschmidts musikalische Heimat ist auf dem selbst gegründeten Label “Diving Sheep Records”. Dort findet man Musik, die nach Eigendefinition einen positiven Effekt auf die Hörenden haben soll: „Die Art der Beeinflussung ist sehr subtil und die verändernde Kraft, durch die sie produziert wird, ist Kundalini.” Diving Sheep Records beschränkt sich nicht auf einzelne Genres, vielmehr will man Elektronik, House, Pop, Soul, klassische Musik und World-Musik nebeneinander bestehen haben.

Hier zum Reinhören und Downloaden:

Rise (Special Lounge Mix) - Rise - Single

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Je heißer, desto günstiger

Martin Riedl, 21. Juni 2011, Jetzt kommentieren

Je heißer desto günstigerHot Town, Summer in the City: Was gibt es Schöneres, als dem heißen Stadtsommer hin und wieder an eine kühle Oase entfliehen zu können? Und das wird günstiger, wenn die Temperatur steigt - für alle, die auf der Suche nach Kühle und Wellness sind. Die Therme Wien hat für die Zeit vom 1. Juni bis zum 31. August einen Tarif eingeführt, frei nach dem Motto: Steigen die Grade, so sinken die Preise.

Dieser ungewöhnliche Rabatt gewährt Besucherinnen und Besuchern ab Temperaturen von mehr als 25 Grad eine Ermäßigung von 25 Prozent.

Jeden Tag in der Früh werden um sieben Uhr die Tageshöchsttemperaturen von ZAMG, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, abgerufen. Damit die Badegäste problemlos erfahren können, ob der Sommertarif am jeweiligen Tag gilt, hat die Therme Wien einen SMS-Service eingerichtet, über den man erfährt, ob der Tarif am jeweiligen Tag gilt. Über Facebook und der Website der Therme Wien wird ebenso mitgeteilt, ob die Temperaturen über 25 Grad steigen werden.

But at night it’s a different world: Während man tagsüber die Sonne genießen und die vielfältigen Möglichkeiten der Therme nutzen kann, verwandelt sie sich abends in ein Konzertvenue, werden Feste gefeiert oder Kinofilme gezeigt. Das vielfältige Angebot bietet sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene Abwechslung und vor allem Eines: Entspannung in den Monaten, die zum Entspannen da sind.

Das Programm der Therme Wien im Sommer 2011:
21. Juni 2011 „Sommersonnenwende”, ab 18 Uhr
05. Juli 2011 „WANTED”, Regie: Harald Sicheritz, ab 21 Uhr
28. Juli 2011, „Rock’n Roll Sommernacht” mit Andy Lee Lang & Band, ab 21 Uhr
16. August 2011, „Furcht & Zittern”, Regie: Reinhard Schwabenitzky, ab 21 Uhr

Bild: Cathrine Stukhard/ Therme Wien

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