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Unser Album der Woche: Mari Boine - Sterna Paradisea

Katharina Benda, 28. September 2009, Jetzt kommentieren

Mari Boine - Sterna ParadiseaDie Musik hat für mich immer einen heilenden Effekt gehabt. Indem ich mich mit dem Joik-Gesang beschäftigte und selber joikte, konnte ich die Verletzungen, die die norwegische Gesellschaft den Samen zugefügt hat, verarbeiten”. Früher war der Joik-Gesang Teil des samischen Schamanentums und wurde als Heilgesang und aus spirituellen Gründen gesungen. Heute hat dieser eigenwillige Gesang Einzug in die Weltmusik gefunden. Die bekannteste Interpretin, die Sängerin Marie Boine, ist weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Inzwischen wird sie gerne als Botschafterin der Sami-Kultur bezeichnet. Als eine, die das alte Wissen um die Kraft des Joikens weiter trägt.

Auf ihrem neuen Album mischt die Sängerin traumhaften Trance-Folk und traditionellen Joik-Gesang der Samen mit Elementen aus Jazz, Rock, Electro sowie den musikalischen Bräuchen Afrikas zu einem einmaligen Erlebnis. Auf wunderbare Weise ist es ihr mit „Sterna Paradisea” gelungen, für sie reichlich neue musikalische Horizonte abzustecken, ohne ihre Wurzeln dabei ganz auf der Strecke zu lassen.

Getragen von Boines eindringlichen, einzigartigen, gefühlvollen Vocals beginnt eine schillernd bunte Reise in eine Welt voller Magie, leuchtendem Schnee in tiefer Dunkelheit und endloser Wildnis, eine Reise in jene arktischen Region Norwegens, die auch als Finnmark oder Samenland bezeichnet wird. Als Nachfahrerin der von den norwegischen Christen kolonialisierten und kulturell unterdrückten Samen, machte es sich die 1956 geborene Sängerin Mari Boine, die zuvor als Lehrerin gearbeitet hatte, ab Mitte der 1980er Jahre zur Aufgabe, das kulturelle Erbe ihres Volkes lebendig zu erhalten.

Der Großteil der Songtexte auf „Sterna Paradisea” stammen von den beiden samischen Autorinnen Rawdna Carita Eira und Kerttu Maarit Kirsti Vuolab, die sich unter anderem der samischen Mythologie bedienen, um zeitgenössischen Themen kommentieren. In dem Stück „Soria Moria Pálassa” etwa wird die Legende eines Märchenkönigtums benutzt, um die oberflächlichen Versprechungen von modernen Politikern und der Konsumgüterindustrie in Frage zu stellen, während in „Ipmilin hálešteapmi”, das auf einem Lobgebet basiert, das Elend in der Welt angesprochen wird. Für das Stück „Go Idja Nuossala” indes benutzte Mari Boine eine Übersetzung von Emily Dickinsons Gedicht „When Night Is Almost Done”.

Immer wieder geht es in den Stücken aber auch um die Natur. „Die Natur ist mein Gott, mein Leitstern und mein Korrektiv”, erklärt Boine. ”Sie ist der Spiegel für das, was in uns allen steckt. Ohne Verbindung zur Natur wäre ich verloren.”

Hier zum Reinhören und Downloaden:
Mari Boine - Cuovgga áirras (Sterna Paradisea)

Label: Universal Music

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Unser Album der Woche: Lady Smiles - Bar Bubbles

Katharina Benda, 21. September 2009, Jetzt kommentieren

bar bubblesSeifenblasen, eigentlich nur ein dünner Film Seifenwassser, halten gewöhnlich nur für wenige Momente und zerplatzen dann von allein oder bei der Berührung mit einem anderen Objekt. Wegen ihrer Vergänglichkeit wurden sie zu einer Metapher für etwas, das zwar anziehend, dennoch inhalts- und gehaltlos ist, was sich in der Redewendung „Der Traum zerplatzte wie eine Seifenblase” widerspiegelt. Oft stehen sie auch wegen ihrer die Schönheit als die Flüchtigkeit des menschlichen Lebens.

Djane Lady Smiles, aka S.O.S. (Susanne Ochoa Sanchez) beweist uns aber mit ihrem neuen Release des Labels Holophon dass Seifenblasen, englisch „Bubbles” keineswegs vergängliche Objekte sind. Mit ihren vierzehn ausgewählten „Bar Bubbles” lässt es sich nämlich beschwingt und smooth durch die Nacht schweben. Die Compilation überzeugt mit vielen neuen sowie größtenteils bislang unveröffentlichten Songs von bekannten und weniger bekannten Künstlern aus allen Ecken der Welt von Bossa, Funk, Nu Jazz bis Headz & Grooves.

Lady Smiles, Djane und Barmusikexpertin, beweist richtiges Gespür für die ideale Zusammensetzung aus feinsten Grooves und raren Tunes, abseits des Mainstreams. Kein Wunder ist sie doch schon seit 2005 aktiv in Bars wie Cafe Leopold, Ramien, Strandbar Herrmann, Sand in the City/Heumarkt, Arcadium in Graz, und vielen mehr für die abendliche Musikauswahl zuständig. Beliebt und bekannt wurde sie vor allem durch ihre feinen „Groovecocktails„, gemixt aus
 Latinsounds, Afrobeats und Funky Tunes, mit der richtigen Prise NuJazz Flavour geschmackvoll abgerundet, die sie nun schon seit längerem in der Wiener Lokalszene erfolgreich einsetzt.

Wenn Sie unser Album der Woche gewinnen möchten, dann senden Sie uns bis 26.9.09 eine E-Mail mit dem Betreff „Bar Bubbles” an Bitte JavaScript aktivieren. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird via E-Mail verständigt.

Label: Holophon

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Unser Album der Woche: Jokers’s Daughter - The Last Laugh

Katharina Benda, 07. September 2009, Jetzt kommentieren

Joker's DaughterIch kenne niemanden, der nicht gerne Geschichten hört. Wenn diese dann auch noch melodisch wunderschön in Lieder verpackt sind, ist dies besser als jedes Lesebuch. Wie eine akustische Märchenvertonung, träumerisch, assoziativ, verspielt, irgendwie zeitlos und dabei erstaunlich unlangweilig, so klingt das Debütalbum von Joker’s Daughter, das aus der Zusammenarbeit von Helena Costas und dem Musiker und Produzenten Danger Mouse (Gnarls Barkley, Produzent von The Good, The Bad & The Queen, Beck, The Rapture und vielen mehr) entstand. Die Londoner Sängerin und Songwriterin Helena Costas bringt hier ihre klassische Musikausbildung ebenso ein, wie ihre Liebe zu Sagen, Märchen, Feenwelten.

Das Album selbst besitzt eine traumwandlerische Anziehungskraft und zeichnet sich durch die reichen Instrumentierungen, schönen Streicherarrangements, soften Synthies, faszinierenden Melodien und Costas mädchenhaft zarter Stimme aus. Alles an dieser Musik ist unbeschwert, die Stimme von Helena Costas leicht, hell, das Gitarrenspiel klar und beschwingt, die verträumten Melodien entführen uns wie Alice ins Wunderland.

Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
Joker's Daughter - The Last Laugh

Label: Domino Records

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Unser Album der Woche: Mayra Andrade - Storia, Storia

Katharina Benda, 31. August 2009, Jetzt kommentieren

Mayra AndradeMayra Andrade ist eine junge, hübsche Weltenbummlerin, sie wurde 1985 auf Kuba geboren und lebteunter anderem schon auf den Kapverden, in Angola, Deutschland und Frankreich. Ihre Karriere begann, als sie 2002 im Vorprogramm der großen Cesaria Evora in Frankreich auftrat, die Cesaria Evora, die als ’Stimme der Kapverden’ tituliert wird, und von den Vereinten Nationen zur Botschafterin gegen den Hunger des World Food Programmes ernannt wurde. Mayra Andrade weckte mit ihrer fantastischen Stimme und ihrer unglaublich starken Bühnenpräsenz nicht nur ihr Interesse, sondern auch von weiteren Künstlern wie Charles Aznavour, mit dem sie folgend ein Duett auf dessen Album aufnahm.

2006 erschien dann ihr Debutalbum „Navega”, ein künstlerisches Portrait, das schon damals ihren Hang zu verschiedenen Kulturen aufzeigte und sie als würdige Nachfolgerin von Cesaria Evora, selbst zu einer vielbeachtete Botschafterin all jener alten Tänze und Rhythmen wie Funana, Ferrinho, Cola Sanjon und Batuqu machte.

„Wenn ich traditionelle Musik der Kap Verden singe, ist es doch natürlich, auch unsere Sprache, das Kreolische zu benützen. Man sagt zwar, Gefühle und schöne Melodien sind eine universelle Sprache, aber die Botschaft eines Liedes hat für mich immer noch eine wichtige Rolle…”

Das grundlegende Konzept ihres neuen Albums „Storia, Storia” entstand in Paris in Zusammenarbeit mit dem kapverdischen Instrumentalisten Kim Alvés, dem Bassisten Etienne M’Bappé aus Kamerun und dem brasilianischen Perkussionisten Ze Luis Nascimento, drei treuen Wegbegleitern Andrades, die sich ebenso wie sie für die Musik der Kapverden in all ihrer stilistischen Vielfalt begeisterten. Um das Projekt auszuweiten, lud Mayra Andrade anschließend Künstler verschiedenster musikalischer Herkunft ein. Sie alle steuerten neue Perspektiven und Farben zu ihrem Stil bei.

Daraus entstand ein kunterbuntes Album mit afrikanisch inspirierten Grooves, gepaart mit Flamenco, Jazzklavier, akustischer Bossa Nova-Gitarre und fadoeskem Gesang. Auch wenn die Mischung vielfältig ist, bleibt Mayra Andrade auf der Suche nach ihrem persönlichen musikalischen Stil der kapverdischen Musik in all ihrer Vielfalt eng verbunden und interpretiert Weltmusik als eine persönliche Einstellung, ein Zulassen - ohne Grenzen, mit einem Ergebnis, das einfach nur wunderschön klingt und uns auf all ihre vergangenen Reisen durch Länder und durch das Leben mitnimmt.

„Ich bin einfach Sängerin, und Punkt. Musik war schon immer Teil meines Lebens. Und ich finde, wenn ich kapverdische Songs mit anderen Klängen und Einflüssen kombinieren will, habe ich jedes Recht dazu.« so Mayra Andrade.

Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
Mayra Andrade - Storia, Storia

Label: Sony Music

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Unser Album der Woche: Laura Vane and The Vipertones

Katharina Benda, 24. August 2009, Jetzt kommentieren

Laura VaneEs gibt ja mittlerweile, vor allem aus Großbritannien, eine ganze Reihe junger Sängerinnen auf den Spuren des alten Soulsounds. Duffy, Joss Stone, Adele, Alice Russell oder Mayka Edjo von den The Sweet Vandals.
Nach Kooperationen mit The Streets, Gnarls Barkley und Omar, beweist uns nun auch die junge Britin Laura Vane, dass die Zeit gekommen ist, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen.

Seit etwa 10 Jahren schreibt die aus Brighton stammende Künstlerin eigene Songs und sie veröffentlichte bereits vier Solo-Alben. Auf Unique Records, einem Düsseldorfer Label, das seit 1988 für eine coole Melange aus Funk, Soul und Groove steht, erscheint nun das erste gleichnamige Album von Laura Vane und ihrer Band The Vipertones, zu der unter anderen Phil Martin und Ton Van Der Kolk vom Produzenten-Duo AIFF sowie Jonathan ‘Diesler’ Radford (Tru Thoughts) gehören. Seit Steam, der ersten Single (releast im März 2009) zählt die holländisch-englische Kooperation zu den großen Deep Funk Entdeckungen des Jahres.

Die blonde Britin selbst gilt als neue Soul Lady, als aufgehender Stern am Funk-Himmel. Sie hat Sexappeal und eine soulige Stimme, die sogar einen echten Vibe von Blackness in sich hat. Fast könnte man glauben es handle sich hier um Etta James oder Aretha Franklin, die uns hier Soul, groovendem Funk und eine Prise tiefschwarzem Blues präsentieren, doch bei genauerem Hinhören erkennt man die Einzigartigkeit und Frische in Laura Vane’s Stil, Soul und Funk der 60er/70er Jahre zu interpretieren. So entstand mit viel Liebe zum Detail ein Album, welches in alten Sounds schwelgt, aber nicht den Anschluss an die Gegenwart verliert. Ideen holten sie sich bei James Brown und den alten Motown Platten.

Ich fühl mich damit aufrichtig, sicher und angeregt. Jeder in der Band hat eine ordentliche Sammlung alter Soul und Funkplatten. Wir mögen aber auch neue Sachen. Unser erstes Album hat den Sound der Musik, die wir lieben. Jetzt bin ich gespannt, zu erkunden, wie sich das entwickelt.” so Laura Vane.

Das Energiebündel aus Brighton, weiß was sie will und unterstreicht so noch mal ihre Persönlichkeit als autarke Künstlerin, die gehört werden will.

Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
Laura Vane & The Vipertones - Laura Vane & The Vipertones

Label: Unique Records

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