Unser Album der Woche: Mari Boine - Sterna Paradisea
„Die Musik hat für mich immer einen heilenden Effekt gehabt. Indem ich mich mit dem Joik-Gesang beschäftigte und selber joikte, konnte ich die Verletzungen, die die norwegische Gesellschaft den Samen zugefügt hat, verarbeiten”. Früher war der Joik-Gesang Teil des samischen Schamanentums und wurde als Heilgesang und aus spirituellen Gründen gesungen. Heute hat dieser eigenwillige Gesang Einzug in die Weltmusik gefunden. Die bekannteste Interpretin, die Sängerin Marie Boine, ist weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Inzwischen wird sie gerne als Botschafterin der Sami-Kultur bezeichnet. Als eine, die das alte Wissen um die Kraft des Joikens weiter trägt.
Auf ihrem neuen Album mischt die Sängerin traumhaften Trance-Folk und traditionellen Joik-Gesang der Samen mit Elementen aus Jazz, Rock, Electro sowie den musikalischen Bräuchen Afrikas zu einem einmaligen Erlebnis. Auf wunderbare Weise ist es ihr mit „Sterna Paradisea” gelungen, für sie reichlich neue musikalische Horizonte abzustecken, ohne ihre Wurzeln dabei ganz auf der Strecke zu lassen.
Getragen von Boines eindringlichen, einzigartigen, gefühlvollen Vocals beginnt eine schillernd bunte Reise in eine Welt voller Magie, leuchtendem Schnee in tiefer Dunkelheit und endloser Wildnis, eine Reise in jene arktischen Region Norwegens, die auch als Finnmark oder Samenland bezeichnet wird. Als Nachfahrerin der von den norwegischen Christen kolonialisierten und kulturell unterdrückten Samen, machte es sich die 1956 geborene Sängerin Mari Boine, die zuvor als Lehrerin gearbeitet hatte, ab Mitte der 1980er Jahre zur Aufgabe, das kulturelle Erbe ihres Volkes lebendig zu erhalten.
Der Großteil der Songtexte auf „Sterna Paradisea” stammen von den beiden samischen Autorinnen Rawdna Carita Eira und Kerttu Maarit Kirsti Vuolab, die sich unter anderem der samischen Mythologie bedienen, um zeitgenössischen Themen kommentieren. In dem Stück „Soria Moria Pálassa” etwa wird die Legende eines Märchenkönigtums benutzt, um die oberflächlichen Versprechungen von modernen Politikern und der Konsumgüterindustrie in Frage zu stellen, während in „Ipmilin hálešteapmi”, das auf einem Lobgebet basiert, das Elend in der Welt angesprochen wird. Für das Stück „Go Idja Nuossala” indes benutzte Mari Boine eine Übersetzung von Emily Dickinsons Gedicht „When Night Is Almost Done”.
Immer wieder geht es in den Stücken aber auch um die Natur. „Die Natur ist mein Gott, mein Leitstern und mein Korrektiv”, erklärt Boine. ”Sie ist der Spiegel für das, was in uns allen steckt. Ohne Verbindung zur Natur wäre ich verloren.”
Hier zum Reinhören und Downloaden:
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Label: Universal Music



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