Jetzt auf LoungeFM

Knock On Wood Knock On Wood
Amii Stewart

Download

Unser Album der Woche: Bebel Gilberto - All In One

Katharina Benda, 07. Dezember 2009, Jetzt kommentieren

Bebel Gilberto - All In OneDa die Temperaturen von Tag zu Tag immer mehr sinken, bedarf es eines Albums, dass uns den Sommer zurückholt. Genau solches veröffentlichte die brasilianische Soul-, Pop- und Nu-Jazz Sängerin Bebel Gilberto unter dem Titel „All in One”, voller Songs zwischen Süße und Traurigkeit, melancholisch, und dennoch heiß wie die Rhythmen ihres Vaterlandes Brasilien.

Vor etwas mehr als fünf Jahren sorgte sie schon mit einem runderneuerten Bossa-Nova-Sound weltweit für ein musikalisches Brasilien-Revival. Sie übertrug die coole Wehmut des Bossa Nova ins digitale Zeitalter der elektronischen Clubmusik. Ihre zart swingenden Songs, irgendwo zwischen Astrud Gilberto und Elektro-Lounge, erklangen in Clubs und Bars und sorgten für ein Gefühl von endlosem Sommer.

Auch „All in One” sprüht nur so vor Lebensfreude und vermischt brasilianische Rhythmen mit Pop und elektronischen Beats. Neben Bebels zukünftigem Ehemann trugen erstklassige Produzenten wie Mark Ronson (Amy Winehouse), Mario Caldato Jr. (Beastie Boys) und John King (Dust Brothers) ihren Teil dazu bei. Das Repertoire enthält neben Songs, die Bebel zusammen mit ihren Produzenten schrieb, auch fantasievolle Coverversionen von Stevie Wonders „The Real Thing” und Bob Marleys „Sun Is Shining”.

Obwohl Bebel Gilberto schon in Brasilien als Neunjährige an der Seite von Stan Getz und ihren Eltern in der New Yorker Carnegie Hall auftrat, mit ihrer Mutter Miúcha und Onkel Chico Buarque ein Kindermusical aufnahm und 14jährig mit ihrem Vater Joao Gilberto, dem Bossa-Nova-Mitbegründer dessen Hit „Chega de saudade” einsang, verliefen ihre Versuche, in Brasilien eine Solokarriere zu starten, zunächst eher glücklos. Erst 1986 veröffentlichte sie eine EP unter eigenem Namen. Da war sie bereits zwanzig. Fünf Jahre später zog sie in ihre Geburtsstadt New York zurück, wo sie sich auf Anhieb für die progressiven Klänge der amerikanischen Popmusik begeisterte. In den folgenden Jahren arbeitete sie dort unter anderem mit David Byrne, Arto Lindsay und der Thievery Corporation zusammen. Ende der 90er Jahre ging sie dann vorübergehend nach London, wo sie mit dem DJ und Produzenten Amon Tobin sowie der Smoke-City-Sängerin Nina Miranda zusammenarbeitete und das Soloalbum „Tanto Tempo” aufnahm, das ihr endlich den internationalen Durchbruch bescherte.

Nach eben diesem Erfolg und der Geschichte des Debüts lastete ein enormer Druck auf Bebel Gilberto, was man dem Nachfolger „All in One” allerdings nicht anhört. Das Album ist erfüllt von derselben Leichtigkeit und Zärtlichkeit, wirkt aber noch lebendiger, denn die Brasilianerin weiß genau, was sie will und wie ihre Musik klingen soll. Das Resultat: Ein gefühlvoller Mix aus traditioneller Bossa Nova, sanftem Samba und modernen Elektro- und Lounge-Sounds.

Die Songs sind zwar mehrheitlich im brasilianischen Portugiesisch gesungen, dennoch fällt es einem leicht, sich in die Stimmungen dieser Liebeslieder hineinzuversetzen. Inspiriert für ihr neues Werk habe sie vor allem ihr zukünftiger Ehemann, Toningenieur und leitender Produzent ihres neuen Albums. „Ich glaube, dass es einen beim Musikmachen beflügelt, wenn man verliebt ist, vor allem, wenn man mit demjenigen Musik macht, in den man verliebt ist”, so Bebel Gilberto.

Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
Bebel Gilberto - All In One

Label: Universal Music

Das könnte Dich auch interessieren

Unser Album der Woche - präsentiert von Universal Music: Rebekka Bakken - Morning Hours

Katharina Benda, 29. Oktober 2009, Jetzt kommentieren

Rebekka Bakken - Morning HoursSchon der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer, (1788 - 1860) meinte einst:

Der Morgen ist die Jugend des Tages; alles ist heiter, frisch und leicht; wir fühlen uns kräftig und haben alle unsere Fähigkeiten in völliger Disposition. Man soll ihn nicht durch spätes Aufstehen verkürzen, noch an unwürdige Beschäftigungen oder Gespräche verschwenden, sondern ihn als Quintessez des Lebens betrachten und gewissermaßen heilig halten.

Denn morgens liegt der Tag noch vor uns, ist nicht geprägt durch Ereignisse und Impressionen. Der Reiz des Geheimnissvollen umgibt uns, was wird werden? Genau so klingt Rebekka Bakkens viertes Album „Morning Hours”, anmutend inspiriert von der Dämmerung in aller Frühe, wenn die Sonne langsam den Nebel vertreibt.
Ihr Gesang ist wie immer umwerfend - mit glockenwarmem Timbre, in einem Meer an Sinnlichkeit und vollkommen entspannt gleitet Rebekka Bakken durch die Register. Sie fasziniert mit Klangreichtum und herrlichen Stimmungsfacetten. Ihre Texte sind bedeutungsvoll und emotional, die überwiegend lyrischen Kompositionen bewegen sich zwischen Songwriting und Jazz, haben den ganz speziellen Bakken-Stil.

Da überrascht es ein wenig, dass sie sich selbst nicht als Jazzmusikerin sieht, obwohl Bakkens Musik von Elementen des Jazz stark geprägt ist und diesem häufig auch zugeordnet wird. In einem Interview behauptete sie sogar, dass sie nichts von Jazz verstünde und auch nie wirklich Jazz gesungen habe. Nichtsdestotrotz avancierte sie dank ihrer ausdrucksstarken, wandlungsfähigen Stimme innerhalb weniger Jahre zum neuen Star der skandinavischen Singer-Songwriter-Szene und zählt heute neben Sidsel Endresen, Victoria Tolstoy und Silje Nergaard zu den erfolgreichen Vertreterinnen einer neuen Generation skandinavischer Jazzvokalistinnen.

Die Ausbildung hierfür hat sie ja. Als Teenager spielte Bakken in Blues-, Rock und Funk-Bands Norwegens, mit 18 begann sie ein Philosophie- und Jusstudium in Oslo, das sie zugunsten einer Vocal-Ausbildung in New York abbrach. Zwischen 1995 und 1999 studierte sie Jazzgesang und spielte sich durch die New Yorker Jazz- und Funkszene. Bis 2003 das Label Universal auf sie aufmerksam wurde und die Sängerin unter Vertrag nahm. So entstanden 2003 „The Art Of How To Fall” und 2005 „Is That You?”.

Über drei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „I Keep my Cool” nahm nun die „norwegische Wunderstimme” gemeinsam mit Craig Street, der auch schon Norah Jones oder Lizz Wright produziert hat, ihr bisher persönlichstes Album auf, bis auf eine Ausnahme stammen alle Lieder aus ihrer eigenen Feder. Sie lässt ihren schönen, emotionalen und feinsinnig instrumentierten Songs viel Raum für Entfaltung, die sehr balladesk, soul-jazzig und emotional-expressiv persönliche Geschichten über das Leben und die Liebe, das Geben und Aufgeben erzählen wollen. Rebekka Bakken schreibt und singt aus tiefster Überzeugung eleganten Zeilen und Melodien, ohne Hemmung und Zensur, instinktiv und offen. Ihre Songs sprechen einen an, wie ein langjähriger Freund, der einem das Gefühl gibt, verstanden zu werden und auch dabei hilft sich selbst zu verstehen.

Dieses Album „Morning Hours” ist einfach zeitlos schön, und es wäre wirklich schade es zu verschlafen, nur weil man nicht rechtzeitig aufstehen konnte. Morgenstund, oder auch Rebekka Bakken haben nun mal Gold im Mund. Denn merke: „Am Abend gehört uns der Tag nicht mehr, aber am Morgen haben wir ihn noch vor uns - ein Stück unserer Zukunft, das wir nach unserem Wollen formen können”. (Wilhelm Vogel, 19./20.Jhdt, deutscher Aphoristiker)

Auch Lust bekommen den den Tag mit guter Musik zu genießen? Dann senden Sie uns bis zum 4. 11. 09 eine E-Mail mit dem Betreff „Rebekka Bakken” an office@lounge.fm. Wir verlosen gemeinsam mit Universal Music Österreich das Album unter allen Einsendungen. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird via E-Mail verständigt.

Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
Rebekka Bakken - Morning Hours

Label: Universal Music

Das könnte Dich auch interessieren

Unser Album der Woche: Emily Loizeau - Pays Sauvage

Katharina Benda, 19. Oktober 2009, Jetzt kommentieren

Emily Loizeau - Pays SauvageSchon seit Edith Piaf, Mireille Mathieu und Charles Aznavour, weiß man, dass französische Sänger und Sängerinnen das Publikum im Ausland ansprechen. Diese Tendenz setzt sich fort und gilt auch und vor allem für junge Musikschaffende von heute, die französischen Chanson mit modernem Spirit versehen. Bemerkenswert ist, dass „la chanson française” noch nie so viel weibliche Vertreterinnen hatte wie jetzt: Camille, Coralie Clément, Olivia Ruiz oder eben Emily Loizeau.

Auch sie, Emily Loizeau gehört zur jungen Garde französischer Sängerinnen, die nicht nur in ihrem Heimatland für begeisterte Kritiken sorgen. Denn die französische Autorin, Komponistin und Sängerin singt nicht nur Chanson, und spielerischen, handfesten Folk, sondern hat den Blues und eine Stimme, die fast an ihre Vorbilder Nina Simone und Tom Waits heranreicht. Ihre subtilen Songs lassen, bei aller leichten Melancholie, auch häufig genau das richtige Quentchen Ironie hindurchschimmern, das dem Album „Pays Sauvage” seine charmante Note verleiht.

2006 veröffentlichte sie ihr Debüt mit dem Titel „L’autre bout du monde” und machte sich mit ihren eigenwilligen Balladen, Kinder- und Liebesliedern einen Namen. Doch was unterscheidet Emily Loizeau von den anderen hervorragenden Künstlerinnen? Ist es Ihr expressiver Gesangsstil, der bei jedem Hören weitere Nuancen offenbart, ihre Mischung aus sich Heiterkeit und Melancholie? Was es auch ist, das Ergebnis ist ein sehr selbstbewusstes, ungemein vielseitiges und sehr eigenständiges Album namens „Pays Sauvage”, welches sie gemeinsam mit der französische Indiepopband Herman Dune, dem französischen Liedermacher Thomas Fersen und der französisch-amerikanische Folk-Rock-Band Moriarty produzierte.

Fazit: „Pays Sauvage” („Das wilde Land”) ist, wie der Titel übersetzt, rau und unberührt - natürlich eben, einfach schön.

Hier zum Reinhören und Downloaden:
Emily Loizeau - Pays sauvage

Das könnte Dich auch interessieren

Unser Album der Woche: Randi Tytingvag - Red

Katharina Benda, 12. Oktober 2009, Jetzt kommentieren

Randi Tytingvag - RedUnter Chansons versteht man im normalen Fall, ein im französischen Kulturkreis verwurzeltes, liedhaftes musikalisches Genre, das durch einen Sänger beziehungsweise eine Sängerin sowie instrumentale Begleitung gekennzeichnet ist. Dass es aber auch in Skandinavien, genauer gesagt Norwegen immer wieder neue Entdeckungen zu machen gibt, ist neu. Eine dieser Entdeckungen ist Randi Tytingvåg - zumindest hierzulande. Denn in ihrer Heimat Stavanger hat sich die 1978 geborene Sängerin und Komponistin durch ihre zwei Vorgängeralben schon einen Namen gemacht und bereichert nun mit ihrem neuen Album „Red” die seit Jahren höchst erfolgreiche norwegische Musikszene um etliche spannende und traumhaft schöne Klang-Facetten.

Das Album besticht durch ein starkes Konzept. In einer Mischung aus Klassik, Rock, Elektronik, Folk und Cabaret formt sie ihre eigene skandinavische Version des Chanson und erzählt Geschichten, die das Leben schreibt und die von sensibler Beobachtungsgabe und Sprachgefühl zeugen. Piano, Fender-Rhodes, Akkordeon, Cello, Bass, Gitarre, Klarinette und Schlagzeug prägen neben der klaren und zarten, aber dennoch durchdringenden Stimme das Klangbild.

Voll poetischer Leichtigkeit sind die Texte und doch auch mit verführerischer Kraft, die mit subtiler Leidenschaft und voller Hingabe daherkommen. Randi Tytingvåg singt mit klarer, unwiderstehlich einfühlsamer Stimme ihre Lieder, die vom Brennen der Liebe, der Wichtigkeit an Hoffnungen und Träumen festzuhalten oder dem Wunsch mit dem Liebsten den Mond und das ganze Universum zu erobern erzählen. Ihren zehn Eigenkompositionen fügt die Norwegerin noch ihre Version des Cole-Porter-Klassikers „My Heart Belongs To Daddy” hinzu, die in wundervollem Kontrast zu Marilyn Monroes lasziver Interpretation steht.

Randi Tytingvåg ist definitiv eine Sängerin die sich hinter Kolleginnen wie Silje Nergaard, Beady Belle oder Rebekka Bakken nicht zu verstecken braucht. Sie hat eine Stimme die man sofort erkennt, sehr eigenständig, ausdrucksstark und nuancenreich. Es gibt viele gute Musikschaffende, die hervorragend spielen und perfekte Produktionen abliefern, doch nur wenige schaffen es, die Seele zu berühren.

Im Titelsong „Red Or Dead” heißt es übersetzt: „Ich höre oft, ich fordere viel, ich versuche nur, ich selbst zu sein, all das zu geben, was ich bekommen habe. Wenn ich versucht habe, diskreter zu sein, muss sich meine Seele ducken und werde kalt. Ich denke, ich brauche die Hitze.”
Passend doch der Albumname „Red”. Steht nicht die Farbe selbst für Wärme, Feuer und belebende und positiv verstärkende Wirkung auf emotionaler Ebene. Es steigert die Sinnlichkeit, das bewusste Erleben und Fühlen und den Ausdruck ungehemmter Leidenschaft.

Ihre Leidenschaft für Musik ist auf diesem Album deutlich zu hören und verstärkt durch versierte Musiker wie Pianist und Arrangeur Anders Aarum (Jazzmob), sowie Akkordeonist Espen Leite, Kontrabassist Jens Fossum und dem Cellisten Svante Henryson als auch Gästen, wie Gitarrist Jan Martin Smørdal oder die Schlagzeuger Ivar Thormodsæter und Eirik-André Rydningen, werden die gemeinschaftlich vom Ensemble arrangierten Songs zu einem einmaligen Hörerlebnis.

Hier zum Reinhören und Downloaden:
Randi Tytingvåg

Label: Ozella Music

Das könnte Dich auch interessieren

Unser Album der Woche: Scarlett Johansson & Pete Yorn - Break Up

Katharina Benda, 05. Oktober 2009, Jetzt kommentieren

break upVor knapp zwei Jahren debütierte Scarlett Johansson mit „Anywhere I Lay My Head”, einem Album voller gelungener Tom Waits-Interpretationen, womit die attraktive Schauspielerin erstmalig als souveräne Sängerin präsentierte. Dort zeichnete sie sich vor allem durch eher gehauchte Stimmlage aus. Mit „Break Up” offenbart uns Scarlett Johansson nun eine ganz andere Facette, nämlich eine schöne Singstimme mit einer Skala von lieblich-feminin, über lasziv-kühl bis hin zu am-Boden-zerstörter Melancholie.

Wie der Titel bereits verrät, drehen sich die zwischenmenschlichen Geschichten hier ums „Schluss machen”, um das Entstehen und Vergehen einer Liebesbeziehung, die in einem Zyklus von neun Songs aufgerollt werden. Die Texte gehen zurück auf eine Erfahrung, die Pete Yorn im Jahr 2006 tatsächlich machte und die ihn eine Zeit sehr mitnahm. Dann jedoch beschloss er, seinen Kummer kreativ umzusetzen und so zu bewältigen. So entstanden neun Songs, die als Duette die Beziehung zweier Menschen vom Aufflammen einer neuen Liebe bis zu deren Ende widerspiegeln. Und das in absolut hörenswerter Art und Weise.

Produziert von Sunny Levine, Max Goldblatt und Pete Yorn selbst, enthält das Album auch eine Komposition des verstorbenen Big Star-Mitglieds Chris Bell („I Am The Cosmos”). Die Idee für die Zusammenarbeit mit Scarlett Johansson, kam Yorn eines Nachts als er von einem Album, „wie Serge Gainsbourg und Brigitte Bardot einst in den 60er-Jahren aufnahmen”, träumte. Die Rede ist von dem 1968 erschienen Album „Bonnie and Clyde”.

Hier zum Reinhören und Downloaden:
Pete Yorn & Scarlett Johansson - Break Up

Label: Warner Music

Das könnte Dich auch interessieren