Unser Album der Woche: Bebel Gilberto - All In One
Da die Temperaturen von Tag zu Tag immer mehr sinken, bedarf es eines Albums, dass uns den Sommer zurückholt. Genau solches veröffentlichte die brasilianische Soul-, Pop- und Nu-Jazz Sängerin Bebel Gilberto unter dem Titel „All in One”, voller Songs zwischen Süße und Traurigkeit, melancholisch, und dennoch heiß wie die Rhythmen ihres Vaterlandes Brasilien.
Vor etwas mehr als fünf Jahren sorgte sie schon mit einem runderneuerten Bossa-Nova-Sound weltweit für ein musikalisches Brasilien-Revival. Sie übertrug die coole Wehmut des Bossa Nova ins digitale Zeitalter der elektronischen Clubmusik. Ihre zart swingenden Songs, irgendwo zwischen Astrud Gilberto und Elektro-Lounge, erklangen in Clubs und Bars und sorgten für ein Gefühl von endlosem Sommer.
Auch „All in One” sprüht nur so vor Lebensfreude und vermischt brasilianische Rhythmen mit Pop und elektronischen Beats. Neben Bebels zukünftigem Ehemann trugen erstklassige Produzenten wie Mark Ronson (Amy Winehouse), Mario Caldato Jr. (Beastie Boys) und John King (Dust Brothers) ihren Teil dazu bei. Das Repertoire enthält neben Songs, die Bebel zusammen mit ihren Produzenten schrieb, auch fantasievolle Coverversionen von Stevie Wonders „The Real Thing” und Bob Marleys „Sun Is Shining”.
Obwohl Bebel Gilberto schon in Brasilien als Neunjährige an der Seite von Stan Getz und ihren Eltern in der New Yorker Carnegie Hall auftrat, mit ihrer Mutter Miúcha und Onkel Chico Buarque ein Kindermusical aufnahm und 14jährig mit ihrem Vater Joao Gilberto, dem Bossa-Nova-Mitbegründer dessen Hit „Chega de saudade” einsang, verliefen ihre Versuche, in Brasilien eine Solokarriere zu starten, zunächst eher glücklos. Erst 1986 veröffentlichte sie eine EP unter eigenem Namen. Da war sie bereits zwanzig. Fünf Jahre später zog sie in ihre Geburtsstadt New York zurück, wo sie sich auf Anhieb für die progressiven Klänge der amerikanischen Popmusik begeisterte. In den folgenden Jahren arbeitete sie dort unter anderem mit David Byrne, Arto Lindsay und der Thievery Corporation zusammen. Ende der 90er Jahre ging sie dann vorübergehend nach London, wo sie mit dem DJ und Produzenten Amon Tobin sowie der Smoke-City-Sängerin Nina Miranda zusammenarbeitete und das Soloalbum „Tanto Tempo” aufnahm, das ihr endlich den internationalen Durchbruch bescherte.
Nach eben diesem Erfolg und der Geschichte des Debüts lastete ein enormer Druck auf Bebel Gilberto, was man dem Nachfolger „All in One” allerdings nicht anhört. Das Album ist erfüllt von derselben Leichtigkeit und Zärtlichkeit, wirkt aber noch lebendiger, denn die Brasilianerin weiß genau, was sie will und wie ihre Musik klingen soll. Das Resultat: Ein gefühlvoller Mix aus traditioneller Bossa Nova, sanftem Samba und modernen Elektro- und Lounge-Sounds.
Die Songs sind zwar mehrheitlich im brasilianischen Portugiesisch gesungen, dennoch fällt es einem leicht, sich in die Stimmungen dieser Liebeslieder hineinzuversetzen. Inspiriert für ihr neues Werk habe sie vor allem ihr zukünftiger Ehemann, Toningenieur und leitender Produzent ihres neuen Albums. „Ich glaube, dass es einen beim Musikmachen beflügelt, wenn man verliebt ist, vor allem, wenn man mit demjenigen Musik macht, in den man verliebt ist”, so Bebel Gilberto.
Im Programm von LoungeFM und hier zum Reinhören und Downloaden:
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Label: Universal Music



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