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Kommt Erholung einfach von selbst?

Harald Sturm, 29. Juli 2009, 2 Kommentare

Kommt Erholung einfach von selber?Es wird immer wichtiger, in der Freizeit neue Kraft zu tanken, gesund und leistungsfähig zu bleiben. Doch wie erholt man sich am besten von der Arbeit?
Um herauszufinden, welches die richtige Erholung für gestresste Menschen ist, führten zwei Psychologinnen von der Universität Konstanz ausführliche Umfragen in Deutschland und der Schweiz durch. Die Wissenschafterinnen interessierte, wie sich abendliche Freizeitaktivitäten auf die Stimmung am Morgen auswirken.

Die Studie ergab: Wie sich die Teilnehmenden morgens fühlten, hing davon ab, was sie abends in ihrer Freizeit gemacht und wie gut sie geschlafen hatten. Klingt eigentlich logisch. Teilnehmende, bei denen die Gedanken abends noch um die Arbeit kreisten, fühlten sich am nächsten Tag müde und schlecht. Als erholt empfanden sich hingegen jene, die am Abend abgeschaltet und in der Nacht tatsächlich geschlafen hatten. Ebenso völlig nachzuvollziehen.

Spaß mit Freunden oder Freundinnen - das entspannt wirklich

Positiv auf die Stimmung am Morgen wirkte sich weiterhin aus, wenn sich die Teilnehmenden am Abend durch einen Spaziergang, Musikhören oder Meditation bewusst entspannt hatten oder einer herausfordernden Freizeitbeschäftigung - Sport, einem neuen Hobby oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit - nachgegangen waren. Erholung tritt in der Freizeit also definitiv nicht von selbst ein.

Die Studie rät also, am Feierabend von der Arbeit abzuschalten und sich einem Hobby oder der Familie und Freundeskreis zu widmen. Und wirklich ganz bewusst eine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen.

via: Harald Sturm bewegt Menschen; Bilder: stock.xchng/ Johanna Ljungblom; flickr/ pfala

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Die Stille nährt

Harald Sturm, 19. Juli 2009, Jetzt kommentieren

Die Stille nährt„Die Stille ernährt, der Lärm verbraucht”, hat Reinhold Schneider einmal gesagt. Wir sehnen uns heute vielleicht deshalb so sehr nach Stille, weil der Lärm der Gegenwart, der mit seinem hektischen Anspruch rund um die Uhr auf uns eindringt, so kräftezehrend ist. Die Erfahrung Reinhold Schneiders ist dabei nichts Neues.

Aus dem alten Ägypten ist ein Spruch überliefert, der sagt: „Wer sich abhetzt, wird nie Vollkommenheit erlangen. Dazu gehören Ruhe und Stille”. Und vor über 150 Jahren hat der dänische Philosoph Sören Kierkegaard den Lärm einer immer lauter werdenden Welt als krankmachend beschrieben. Wenn er Arzt wäre, so meinte er, würde er als Heilmittel raten: „Schafft Schweigen!”

Unsere Welt ist nicht stiller und nicht ruhiger geworden. Umso notwendiger brauchen wir dieses Heilmittel. Nur so können wir zu uns selber kommen. Wir kommen nur zu uns selber, wenn wir still werden, wenn wir die störenden Einflüsse von außen nicht auf uns wirken lassen.

Die Stille nährt

Aber wir finden diese Stille oft nicht. Dabei liegt es an uns selber, ob wir sie finden. Die Erfahrung von Stille ist nicht etwas, was in unserer Lebenswelt selbstverständlich wäre. Man muss selber etwas dazu tun, um sie zu finden und zu erfahren. Ihre Erfahrungen ist an Bedingungen geknüpft. Die erste Bedingung, um still zu werden, ist, stehen zu bleiben. Stille kommt von stellen. Ich stelle mich auf. Ich bleibe unbeweglich. Ich bleibe stehen.

Wenn ich stehen bleibe, taucht der Hunger in mir auf. Er weist auf etwas hin, was lebensnotwendig ist. Das hungrige Kind braucht die Mutter, die es stillt. Die Stille ernährt die Seele. Da wir unseren inneren Hunger nicht gerne spüren, bleiben wir so wenig stehen. Wir sind immer auf der Flucht vor uns selbst. Es braucht Mut, stehen zu bleiben, inne zu halten und sich dem eigenen Mangel zu stellen. Aber wenn wir diesen Mut aufbringen, wird er belohnt. Wir werden innerlich still. Wir kommen in Berührung mit uns selbst. Wir spüren uns selbst.

via: Harald Sturm bewegt Menschen; Bild: stock.xchng/ Karin Lindstrom + Sophie

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Organisationswunder To-do-Liste

Harald Sturm, 11. Mai 2009, Jetzt kommentieren

Die Aufgaben einer Woche - schön versammeltDenken Sie beim Stichwort To-do-Listen an Menschen, die Organisation zum Selbstzweck machen? Oder an eigene Listen, die Sie nur in solchen Momenten aufstellen, in denen Sie sich so gar nicht zu einer „ordentlichen Arbeit” aufraffen können (und die Sie hinterher nie wieder in die Hand nehmen)? Die Antwort ist: Listen sind echte Organisationsprofis.

Solange die richtigen Dinge darauf notiert werden - und solange sie als Arbeitsinstrumente ernst genommen werden. Also: Wenn die Listen nicht nur geschrieben, sondern später auch abgearbeitet werden.

Zu den „richtigen Dingen” für To-do-Listen gehören Aufgaben, die Sie aus folgenden Gründen momentan nicht erledigen können:

  1. Weil Sie nicht am richtigen Ort sind beziehungsweise weil Ihnen nicht die richtigen Arbeitsmittel zur Verfügung stehen. 
Beispiel: Sie sitzen im Flugzeug und denken daran, dass Sie sich eine Information für Projekt X besorgen müssen - per Anruf bei Ihrem Kollegen Y.
  2. Weil Sie jetzt keine Zeit dafür haben. Beispiel: Sie sind in eine Internet-Recherche für Projekt A vertieft und stoßen auf interessante Informationen zu Projekt B.
  3. Weil in diesem Moment nicht die beste Zeit dafür ist. Beispiel: Es ist 11 Uhr vormittags - also Ihre Primetime - und die Bitte um die Zusammenstellung verschiedener Informationen erreicht Sie. Ein 8-Minuten-Job, keine große Sache, aber etwas, was Sie lieber zusammen mit anderen Routineaufgaben in der müderen Zeit nach dem Mittagessen erledigen.

So arbeiten Sie mit diesen drei Listen:

  1. Im ersten Fall ist es hilfreich, wenn Sie eine Liste mit „To-dos: Anrufe” führen.
 Notieren Sie dort: „Kollege Y für Projekt X” und Sie können sich wieder Ihrem Roman oder der Zeitung widmen.
  2. Im zweiten Fall ist es hilfreich, wenn Sie eine Liste mit „To-dos: Internet” haben - und parallel einen Favoriten- oder Bookmark-Ordner dieses Namens im Browser.
 Notieren Sie auf der Liste „Bookmark Z für Projekt B” und nehmen Sie sich die entsprechende Seite dann vor, wenn Sie Internet-Aufgaben abarbeiten oder wenn Sie an Projekt B weiterarbeiten.
  3. Und im dritten Fall ist es hilfreich, wenn Sie eine Liste mit „To-dos: C-Aufgaben” haben, die Sie regelmäßig in leistungsschwächeren Zeiten (wie beispielsweise nach dem Mittagessen) oder in Pausen zwischen größeren Arbeitsblöcken abarbeiten.
 Machen Sie auf dieser Liste kurz folgende Notiz: „Informationen zu X für Kollege Y”. Dann können Sie sich direkt wieder auf Ihr Projekt konzentrieren.

via: Harald Sturm bewegt Menschen; Bild: flickr/ wablair

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Eine andere Energiekrise

Harald Sturm, 14. April 2009, 1 Kommentar

Energiegeladen in den TagZu wenig Schlaf, zu wenig Kraft, zu viel zu erledigen, zu bedenken, zu entscheiden. Zu wenig Erholung und Entspannung, zu viel Stress und Zeitdruck. Wir sollten unsere eigene Energie, eine knappe, aber erneuerbare Ressource viel besser managen. Es geht dabei jedoch nicht darum zu einer Energiesparlampe zu mutieren. Es kommt viel mehr darauf an, wieder Energiespitzenwerte zu erreichen, die verfügbare Kraft gezielter einzusetzen, sie effektiv für richtige Dinge einzusetzen.

Vernünftig haushalten ist angesagt. Wer nicht genügend für sich selbst, das heißt für die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden, die eigene Leistungsfähigkeit sorgt, kann auch nicht für andere sorgen. Selbstsorge ist also keineswegs egoistisch, sondern dient der Erhaltung der eigenen Lebenskraft. Wir sind uns selbst dazu verpflichtet, Pausen einzulegen, Energie zu tanken. Täglich sollen wir acht Stunden schlafen - für viele reine Zeitverschwendung. Meine Meinung dazu ist sonnenklar: Ein Drittel des Tages sozusagen zu „verschlafen” ist keine Verschwendung, sondern vernünftig und gesund.

Zeitmangel und Zeitdruck gehören zum täglichen Erleben vieler Menschen. Um alle die Aufgaben zu schaffen, versuchen sie die Zeit zu managen. Doch noch so ausgeklügelte Zeitpläne machen einen Tag nicht länger und bewahren auch nicht vor körperlicher und seelischer Erschöpfung. Wer leistungsfähig bleiben und das Leben genießen will, sollte auf die Energie achten, die ihm zur Verfügung steht. Effektives Energiemanagement sorgt dafür, dass die körperlichen, emotionalen, mentalen und spirituellen Quellen des eigenen Energievorrates nicht versiegen. Achten Sie auf sich.

Der Komponist und Musiker Igor Strawinsky sagte: „Ich habe keine Zeit mich zu beeilen!” Finde ich sehr gut.

via: Harald Sturm bewegt Menschen; Bild: Flickr/ Duchamp

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Kennen Sie Ihren persönlichen Rhythmus?

Harald Sturm, 22. März 2009, Jetzt kommentieren

Jeder Mensch hat einen individuellen Tagesrhythmus mit Hoch- und Tiefphasen seiner Leistungsfähigkeit. Doch nach einer aktuellen Studie in Deutschland kennen nur etwa 20 Prozent der Menschen ihren individuellen Rhythmus und richten ihre Arbeit danach aus. Sie verschenken so wertvolle Leistungs- und Zeit-Ressourcen.

Kennen Sie Ihren persönlichen Rhythmus?

Beobachten Sie sich selbst. Finden Sie heraus, wann im Laufe eines Tages Ihre Hoch- und Tiefphasen sind und bauen Sie Ihren eigenen Tagesplan auf. Überprüfen Sie auf einer Skala von 1-7 (7 ist das Optimum) Ihren Energiezustand über einen ganzen Tag. Ihre Studie sollten über zwei Arbeitswochen gehen und Sie werden bald feststellen, dass Sie einen ganz individuellen Rhythmus haben.

Beachten Sie folgende Punkte:

  • Für die meisten Menschen gilt: Kurz nach dem Aufstehen steigt die Leistungskurve an. In dieser Phase werden leistungssteigernde Hormone wie Dopamin, Cortisol und Noradrenalin ausgeschüttet. Kurz nach dem Aufstehen ist die ideale Zeit, um Arbeiten zu erledigen, die Ihre volle Konzentration erfordern. E-Mails am Morgen zu checken ist also nicht optimal. Aufgaben jedoch, die besonders dringend oder wichtig sind sollten Sie zu diesem Zeitpunkt erledigen, da von ihrem Ergebnis viel abhängt und Sie auf alle Fälle an der Erledigung der Aufgabe beteiligt sein wollen. Oder wichtige oder unangenehme Telefonate, wobei ihre Konzentration voll vorhanden sein soll.
  • Haben Sie schon bewusst Pausen geplant? Nach dem Essen sinken Arbeitslust und Leistungskraft rapide ab. Besser als das kurzfristige Aufputschen mit Kaffee ist ein Mittagsschläfchen von um die 30 Minuten. Falls Sie das nicht möchten oder können, sollten Sie trotzdem etwas ausspannen und beispielsweise einen Spaziergang machen. Der Vorteil des Nickerchen ist, dass sie danach wieder den ähnlichen Effekt erzielen, den Sie am Morgen nach dem Aufstehen haben. Sie bekommen jetzt sozusagen eine zweite „Prime Time” dafür.
  • Routinearbeiten sollten Sie in „tote” Zeiten legen. Können Sie trotz Leistungstief keine Pause machen, erledigen Sie in dieser Zeit Routinearbeiten wie Ihre Post, unproblematische Rückrufe oder Ähnliches.
  • Am späten Nachmittag werden Sie nochmals fit, aber nicht so sehr wie vormittags. Erledigen Sie jetzt Arbeiten, die Ruhe und längere Konzentration erfordern, aber nicht unbedingt einen schnellen Output. Jetzt ist die Zeit um zum Beispiel einen Text für Reden oder Vorträge zu entwerfen.

via: Harald Sturm bewegt Menschen; Bild: stock.xchng/ Konrad Mostert

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