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Der Ton macht die Musik

Doris Humpl, 14. September 2010, Jetzt kommentieren

Der Ton macht die MusikDieses Sprichwort ist in jeder Hinsicht gültig. Der persönliche Musikgeschmack von Menschen ist nicht ganz so individuell wie man vielleicht annehmen möchte. Die grundlegende Präferenz für bestimmte Tonleitern folgt nämlich einem logischen und vor allem biologischen Grundprinzip.

Eine Tonleiter umfasst eine Reihe von Tönen, die innerhalb einer bestimmten Oktave geordnet sind und die Grundlage einer Komposition darstellen. Menschen können rund 240 Tonlagen unterscheiden, dennoch wird zur Komposition klassischer Werke, für Folk und Popmusik sowie für zahlreiche traditionelle Musikgattungen lediglich eine relativ kleine Zahl an Tonleitern, die typischerweise fünf bis sieben Tönen umfassen, herangezogen. Dem Grund für die Einschränkung auf ein vergleichsweise kleines Spektrum an Tonkombinationen versuchte ein Forschungsteam rund um Dale Purves von der Duke Universität in Durham nachzugehen.

In der Untersuchung wurde die Ähnlichkeit zwischen Tonleitern und der Sprechfrequenz analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Präferenz für die gängigen Tonleitern primär durch die umfassende Ähnlichkeit dieser mit einer Naturtonreihe begründet wird. Wie zahlreiche andere sensorische Fähigkeiten, ist die Fähigkeit des Menschen zur Wahrnehmung von tonalen Stimuli durch deren biologische Nützlichkeit begründet. Das Vorhandensein einer Naturtonreihe ist vor allem das herausragende Merkmal für die menschliche Vokalaussprache und von essenzieller Bedeutung für Rede und Sprache. Die Ähnlichkeit gängiger Musiktonleitern mit Naturtonreihen stellt die biologische Basis für die weltweite menschliche Bevorzugung ausgewählter Tonleitern dar. Der menschliche Hörkanal sowie die Basilarmembran in der Hörschnecke sind optimal auf die Weiterleitung von menschlicher Vokalaussprache ausgerichtet. Zudem zeigen Beispiele in der Tonwahrnehmung - Stichwort Residualton - dass das menschliche Gehör optimal auf die Verarbeitung von Stimmgeräuschen ausgerichtet ist.

Die Tatsache, dass Musik - auch Instrumentalmusik - fast ausschließlich im Frequenzbereich der menschlichen Stimme angesiedelt ist und dass Instrumente eine klangfarbliche Ähnlichkeit mit dieser aufweisen, sieht das Forschungsteam als Begründung für die evidente Bevorzugung von Fünfton- und Siebentonmusik. Wir haben also im wahrsten Sinne des Wortes ein Ohr für die Töne der menschlichen Stimme entwickelt, die sich eben auch in der Musik - nicht nur in Form von Sprechgesang - widerspiegelt.

via: PLoS ONE; Bild: flickr/D-32

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Die Kunst, die richtige Entscheidung zu treffen

Doris Humpl, 31. August 2010, Jetzt kommentieren

Die Kunst, die richtige Entscheidung zu treffenWer kennt diese oder ähnliche Situationen nicht: Nach jahrelangem Warten und intensivem Engagement wird die ersehnte Beförderung mit entsprechender Gehaltserhöhung Realität. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit, in eine komplett neue Branche, die immer schon mit Interesse beäugt wurde, zu wechseln. Zudem hätte man sich vielleicht gerade dazu durchgerungen, sich einen Lebenstraum – eine Weltreise – zu erfüllen?

Informations- und Kommunikationstechnologien haben das Finden und Nutzen von Informationen denkbar einfach gemacht. Die damit einhergehende Vielfalt an Möglichkeiten macht Entscheidungen allerdings nicht einfacher und trägt nicht unbedingt zu einer gesteigerten Lebensqualität bei. Dan Gilbert, Autor des Buches “Ins Glück stolpern” verweist auf Untersuchungsergebnisse, die belegen, dass die ständige Auswahlmöglichkeit sogar tendenziell unglücklicher macht, da man dazu neigt, Entscheidungen im Nachhinein anzuzweifeln. Zudem scheinen Menschen ihre Entscheidungen hauptsächlich in der linken Gehirnhälfte, die durch eine analytische und lineare Funktionsweise gekennzeichnet ist, zu treffen und dabei das Glücklich sein außer Acht zu lassen.

Um bei der gegebenen Informationsflut und den im Übermaß vorhanden Möglichkeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, müssen wir die Fähigkeit entwickeln, Informationen zu strukturieren, ein Gesamtbild zu entwerfen und herauszufiltern, was tatsächlich von Bedeutung ist. Dafür muss die rechte Gehirnhälfte ihren Einsatz finden und durch das emotionale Navigationssystem leiten.

Drei besonders bedeutende Emotionsvertreter sind in diesem Zusammenhang Wut, Angst und Freiheit. Man sollte sich die Frage stellen, wodurch Wut oder Angst ausgelöst wird und was diese Dinge darüber aussagen, was persönlich von Bedeutung ist. Gleiches gilt für das Gefühl von Freiheit. Wenn man also lernt, auf seine Gefühle zu hören und diese richtig zu interpretieren, sollte man nicht mehr an den gefällten Entscheidungen zweifeln.

Man darf seinem emotionalen Navigationssystem somit verstärkt Aufmerksamkeit widmen und bei all erlernter Rationalität nicht vergessen zu hinterfragen, was wirklich von Bedeutung ist. Damit wird die Entscheidung für oder gegen den Jobwechsel oder sonstigen wichtigen Fragen vielleicht etwas einfacher.

via: zenhabits; Bild: stock.xnchg/cobrasoft

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