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So einfach

Alexa, kannst du bitte im Wohnzimmer staubsaugen?

Von Florian Novak am 13. September 2020

Es ist wohl ein Versprechen, das der Glaube an den Fortschritt uns Menschen seit Jahrzehnten verheißungsvoll in Aussicht stellt: Eines Tages werden sich Roboter zahlreicher unangenehmer Tätigkeiten in unserem Haushalt annehmen. Wie man sich das vorstellen darf? Vielleicht der sprichwörtliche „gschamste Diener“ als Blechtrottel, pardon, besser Blechbutler, der 24 Stunden täglich um einen herumwuselt, die Wünsche von den Lippen abliest und bei Bedarf den 5-Uhr-Tee serviert?

Weit gefehlt – und doch nah dran. Zumindest, wenn es nach dem amerikanischen Unternehmen iRobot geht. Ursprünglich stellte das Unternehmen Roboter für militärische Zwecke her – heute hat es sich auf zwei Themen spezialisiert: Saugen und Wischen. Wir haben die beiden autonomen Helferlein getestet. Um das Ergebnis vorwegzunehmen:

Einmal gut antrainiert, erleichtern sie einem den Alltag ungemein und quasi ganz automatisch.

Saugroboter geht seine Aufgabe nach

Gestatten, Roomba, der Saugroboter

Roomba gibt es in mehreren Ausführungen und Preisklassen – gemeinsam haben sie, dass man sie sowohl über eine App steuern kann, also auch ohne. Und für die Feinspitze unter den Smart-Home-Liebhabern auch für den Sprach-Assistenten (sofern bereits vorhanden): “Alexa, starte die Reinigung mit Roomba.“

Steuerungsapp des Saugroboters

Am Beginn steht gewissermaßen das Vermessen der Räume, wobei man bereits Bereiche definieren kann, um die der kleine Saugmann einen Bogen machen soll, seien es Pflanzen oder der Schuhbereich. Das hat gute Gründe: Einmal gestartet, bahnt sich das Gerät relativ hartnäckig seinen Weg, um systematisch die ihm übertragene Aufgabe zu erledigen. Nach getaner Arbeit erwartet einen nicht nur die gereinigte Wohnung, sondern – in der App – auch ein Bericht inklusive Grundriss.

Ähnlich verhält sich übrigens auch Braava , der Wischroboter.

Äußerlich seinem Saugkollegen durchaus ähnlich – naturgemäß dennoch mit anderen, inneren Werten ausgestattet: Dazu zählen ein kleiner Tank für Reinigungsflüssigkeit in Verbindung mit einem Aufsatz für unterschiedliche Trocken- oder Nasswischtücher. Dennoch verstehen sich die beiden untereinander durchaus blendend, nicht nur weil der eine auf die bereits vermessene Landkarte der Wohnung aufbauen kann. Auf Knopfdruck kann man zuerst saugen, dann wischen lassen, während man unter Umständen gar nicht zu Hause weilt. Dafür gibt es auch durchaus Argumente, bietet zumindest das staubsaugende Geräte lärmtechnisch einen Grund dafür, auch wenn es durchaus weniger laut ist als die sonst im Haushalt übliche bemannte Variante.

Natürlich kann es schon mal vorkommen, dass der neue Haushaltsgehilfe stecken bleibt, auch hier sendet die App einen entsprechenden Hinweis, um das Herrchen oder Frauchen zu einer manuellen Befreiungsaktion zu motivieren. Apropos: Emotionale Reaktionen unter Familienbewohnern auf das neue, vollautomatische Haustier sind angeblich keine Seltenheit. Da macht es durchaus Sinn, dass man den Geräten auch eigene Namen geben darf. Unsere heißen übrigens seit Tag 1: Otto und Mops, Ernst Jandl lässt grüßen.

Resumée

Es soll ja Zeitgenossen geben, die gerne staubsaugen oder die Wohnung selbst wischen. Für alle anderen sind die beiden Roboter eine durchaus beglückende und empfehlenswerte Alternative. Im wahrsten Sinn auf Zuruf oder per Knopfdruck – oder natürlich auch per Zeitplan programmiert – eine saubere Wohnung innerhalb kurzer Zeit.

Das hört sich doch gut an, Alexa?


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