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So einfach

Was Ihr Herz Ihnen sagen will

Von Kristin Natalie Urbanek am 8. August 2017

Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen!

– Johann Wolfgang von Goethe

 

„Hör einfach auf dein Herz…“ Was halten Sie von dieser Aussage? Denken Sie dabei an billige Liebesromane oder spüren Sie, wie Ihr Herz bei diesem Satz ein bisschen schneller schlägt?

Unser Herz ist eine kleine Wundermaschine und nicht nur, weil es täglich ohne Unterlass arbeitet und uns damit am Leben erhält. Legen Sie kurz Ihre Hand auf Ihr Herz und spüren Sie, wie es für Sie schlägt. Ist das nicht ein faszinierendes Gefühl?

Man ging lange Zeit davon aus, dass das Gehirn nur Signale zum Herz sendet, aber nicht umgekehrt das Herz zum Gehirn. Diese Theorie wurde aber längst über Bord geworfen, denn man hat herausgefunden, dass die Signale vom Herz zum Gehirn sogar stärker sind als vom Gehirn zum Herz selber. Das Herz hat also nicht nur die Aufgabe Blut durch unsere Bahnen zu pumpen, sondern schickt darüber hinaus auch noch Signale zu anderen Körperorganen.  Emotionaler Stress erhöht das Herzinfarkt-Risiko stärker als Rauchen und eine Depression nach einem Herzinfarkt die Todeswahrscheinlichkeit mehr als alle anderen bekannten Faktoren.

Unser Herz besitzt ein eigenes Gehirn

Seit kurzem ist erst bekannt: das Herz hat ein eigenes Netzwerk aus etwa 40.000 Neuronen, eine Art eigenes kleines Gehirn.

Dieses Herz-Gehirn kann unabhängig vom Kopf:

  • eigenständig wahrnehmen
  • die Funktion des Herzens regulieren, je nachdem, was es wahrnimmt
  • sich entsprechend von Erfahrungen verändern, also erinnern und lernen
  • veränderungen schneller spüren als das Kopf-Gehirn, also die Zukunft intuitiv „vorhersehen“
  • das Kopf-Gehirn und den gesamten Organismus beeinflussen

Neben den Neuronen besitzt das Herz über eine eigene Hormonfabrik, mit der es mittels der Hormone Adrenalin und Noradrenalin die Leistungsfähigkeit und den Blutdruck steuern kann. Außerdem kann diese Fabrik das herzeigene Hormon Oxytocin freisetzen. Das passiert zum Beispiel beim Orgasmus, wenn sich Liebende Umarmen oder wenn eine Mutter ihr Kind stillt. Oxytocin stärkt die emotionale Bindung.

Nicht nur über Hormone beeinflusst das Herz-Gehirn das Kopf-Gehirn. Es ist über das vegetative Nervensystem direkt mit ihm verbunden und kann so auch direkt auf das Kopf-Gehirn einwirken.

Die Forscher haben weiterhin herausgefunden: das elektromagnetische Feld des Herzens ist das größte des menschlichen Körpers und kann über mehrere Meter Entfernung gemessen werden. Es kann nicht nur den eigenen Körper, sondern auch die Hirnwellen von Mitmenschen in unserer Nähe beeinflussen und sich mit ihnen synchronisieren. Andere Menschen können unsere „Herz-Energie“ daher spüren. Dass es dieses elektromagnetische Feld gibt, liegt in der Evolution begründet. Die elektromagnetische Kommunikation ließ Gruppen sich besser austauschen und verstehen, was in früheren Zeiten überlebenswichtig war.

Was das Herz und sein Gehirn tun, hängt davon ab, ob es im Gleichgewicht ist. Gerät das Herz aus den Fugen, tut es das emotionale Gehirn auch. Und anders herum: wenn wir lernen, wie wir es ins Gleichgewicht bringen können, tun wir unseren Gedanken, Gefühlen und dem ganzen Organismus Gutes.

Sind Herz und Gehirn im Gleichgewicht, dann:

  • atmen wir ruhiger
  • haben einen niedrigeren Blutdruck
  • verbrauchen weniger Energie
  • altern langsamer
  • haben eine bessere Immunabwehr und sind dadurch deutlich seltener erkältet
  • sind weniger verspannt
  • sind weniger müde und gestresst und weniger anfällig für Ängste und Depressionen
  • kommen emotional besser mit den Anforderungen des Lebens zurecht
  • erleben mehr Flow-Zustände

Herz und Gehirn ins Gleichgewicht bringen mit gezielten Übungen

Die folgende Übung wurde am Heart-Math-Institute in Kalifornien erforscht und entwickelt. Die Herz-Kohärenz-Übung ist eine Art Meditation, jedoch kein klassisches Entspannungsverfahren.

Zuerst suchen Sie sich einen ruhigen Ort und nehmen eine bequeme Haltung ein. Schließen Sie die Augen und atmen SIe zunächst einmal langsam tief ein und aus. Atmen Sie länger aus als Sie eingeatmet haben und warten Sie dann etwa drei Sekunden, bevor Sie wieder einatmen Nun stellen Sie sich vor wie Sie direkt durch Ihr Herz atmen. Stellen Sie sich vor wie der Sauerstoff, den SIe einatmen durch Ihr Herz in Ihren Körper strömt und jede Zelle versorgt. Beim Ausatmen stellen Sie sich vor, wie alles Negative mit heraus gespült wird. Stellen Sie sich Geiste vor, wie Ihr Herz anfängt zu leuchten und Ihren ganzen Körper damit erfüllt.

Wenn Sie die Übung bis hier hin schon gut meistern können und die Effekte spürbar werden, können Sie noch einen Schritt weitergehen und eine schöne Erinnerung in Ihr Gedächtnis rufen. Tauchen Ssie in diese Erinnerung ein und erleben Sie die Gefühle von damals wieder. Dabei kann es sich um Liebe, Glück, Euphorie oder etwas andere positives handeln.

Nach ca. 10-15 Minuten können Sie die Übung beenden und nochmal einige Male tief ein- und ausatmen und Ihre Augen wieder öffnen.

Das war’s. Es kann so einfach sein.

Via: mymonk.de, Bild: Moyan BrennGlenn Lascuña

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