Voriger Nächster Channel wählen
Now playing:

Pleasure

Verbotene Kunst

Von Melanie Koch am 16. Juni 2016

12355502934_ed0b2539a0_kHot Pants, High Heels und Tops, die nicht viel vom Oberkörper bedecken, bis auf das Nötigste. Frauen in einem Hauch von Nichts, die sich an der Stange „rekeln“ und auf laszive Art ihre Weiblichkeit zur Schau stellen. Klingt nach irgendeinem Strip Schuppen, der nicht viel mit Qualität zu tun hat, oder?

Nicht ganz. Die Rede ist von einer Trainingseinheit, genauer gesagt einer Poledance- Stunde. Okay, zugegeben, wenn Frauen gerade im Training sind tragen sie vielleicht keine High Heels.

Aber das mit dem Hauch von Nichts stimmt, denn um erfolgreich an der Stange tanzen zu können, muss der Großteil des Körpers nackt sein.

Wenn man an Poledance denkt, kommt einem vielleicht gar nicht in den Sinn, dass es sich um eine Sportart handelt, die sogar vom internationalen olympischen Komitee anerkannt ist. Eher denkt man, wie oben erwähnt, an ein gesellschaftliches „No-Go“, eine Art der Selbstdarstellung, die Frauen als „minderwertig“ abzeichnet.
Doch Poledance ist viel mehr als das.

Der Sport durfte sich in den letzten Jahren über immer mehr Anerkennung in der europäischen, und auch österreichischen Gesellschaft freuen. Poledance ist mittlerweile ein Trend geworden, sowohl bei Frauen, als auch bei Männern. (Auch wenn man sich das im ersten Moment vielleicht nicht so gut vorstellen kann.)

Der genaue Ursprung der Sportart ist unklar, denn Poledance ist eine Mischung aus verschiedenen exotischen Tänzen. So stammen die akrobatischen Stilelemente zum Beispiel aus China, andere Teile aus der indischen Tanz- Art „Mallakhamb“ und auch auf Frankreich und die Niederlande sind Einflüsse zurückzuführen. Die ersten Male ausgeführt und weiterentwickelt wurde die Tanzkunst in Nordamerika.

Neben dem amerikanischen und europäischen Raum, hat sich Poledance auch stark in Teilen Asiens verbreitet.
Seit 2005 gibt es weltweit Meisterschaften, bei denen Punkte in den Kategorien „Gesamtleistung“, „Tanzbewegungen“ und „Tanztechnik“ vergeben werden.

Aber wieso ist Poledance eigentlich so beliebt?

Hier sind 5 gute Gründe, den Tanz- Trend auszuprobieren:

1. Tanzen ist gesund

Tanzen ist bekanntlich „nicht so ohne“, es kann schnell ziemlich anstrengend werden und man verbrennt unheimlich viele Kalorien in kürzester Zeit. Poledance setzt dem Ganzen noch einen drauf, weil man sich schließlich die ganze Zeit an einer Stange hochziehen, beziehungsweise diese regelrecht hochklettern muss. Das kann schon einmal schwierig werden, allerdings ist tanzen gesund für Körper und Geist.

2. Alltags- Ausgleich

Beim Pole dancing bewegt man sich zu moderner Musik, kann alle Alltags- Probleme bei Seite lassen und sich nur aufs Tanzen konzentrieren. Spaß an der Bewegung und Entspannung sind also zugleich gegeben!

3. Krafttraining

Beim Tanzen und vor allem bei Poledance stärkt man viele verschiedene Muskelbereiche gleichzeitig. Dazu kommt noch die Körperspannung, die man braucht, um sich erfolgreich um die Stange schwingen zu können. Am Anfang vielleicht etwas anstrengend, aber das Resultat lohnt sich!

4. Koordination

Beim pole dancing wird eine Choreografie einstudiert, die man dann immer wieder üben muss, um sie schließlich ohne Fehler präsentieren zu können. So gesehen ein gutes „Gedächtnistraining“, bei dem man noch dazu Spaß hat und seine Energie ausleben kann.

5. Ausdauer

Wie bei allen Sportarten benötigt man auch beim Tanzen eine gewisse Ausdauer. Eine Choreografie und die einzelnen Elemente zu erlernen erfordert viel Training und vor allem Willenskraft. Jedoch gibt es nichts tolleres, als wenn man eine Übung, die man lange geübt hat, endlich schafft. So wie überall im Leben gilt: Ohne Fleiß – kein Preis!

8282306263_858a9120e9_o

Auch wenn Poledance am Anfang vielleicht mit einigen blauen Flecken verbunden ist, sollte man sich überlegen, über das negative Bild des Stangentanzes hinweg zu denken. Denn wenn man sich erst einmal damit beschäftigt hat wird man herausfinden, dass es mehr bedeutet, als nur nackt neben einer Stange zu stehen. Möglichkeiten den Sport in Wien auszuprobieren finden Sie hier.

Bilder: flickr/Francisco OsorioJoe AbbruscatoNFGphoto

 

Nach oben