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All I Need
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Von: D-Influence
Album: Soul Suite 2

LFM UKW Wien Button 8

We love Hugh!

Von Eduard Mastalski am 28. November 2011

Let Them TalkDass er ein großartiger Schauspieler ist, hat Hugh Laurie durchaus schon als Dr. Gregory House eindrucksvoll bewiesen. Wer sich ein wenig auf YouTube umgesehen hat, konnte vielleicht auch bereits erahnen, was für ein toller Musiker er ist, aber erst heuer hat er sich überwunden und sein erstes Album herausgebracht: “Let Them Talk“.

Musikalisch bewegt sich Laurie – der auf der Platte singt und Klavier spielt – in der Zeit zurück und intoniert klassische New Orleans Blues Nummern, von denen manche schon gut hundert Jahre alt sind – was man aber dank Lauries Interpretation nicht hört. Schon die Eröffnungsnummer “St. James Infirmary” überzeugt durch ein fast schon klassisch anmutendes Intro bevor der Kontrabass schließlich zur Blues-Bassline an- und Laurie mit seiner Stimme einsetzt. Letztere ist die größte Überraschung des Albums: Kaum hätte man erwartet, dass sie so “gut” klingen würde. Wobei “gut” hier nicht heißt, dass Laurie ein besonders ausgebildeter Sänger wäre, sondern eher wie sehr die Stimme und ihre Eigenheiten – sie klingt zuweilen wie ein etwas verrostetes Saxophon, was im Blues alles andere als etwas schlechtes ist – in den Arrangements mitbedacht und bewusst in den Vordergrund gestellt wurde. Wenn Laurie mal nicht singt, dann hört man entweder einen immer großartig gespielten Instrumentalteil oder – bei drei der 15 Lieder – einen illustren Gastsänger: Tom Jones, Irma Thomas oder Dr. John.

Man hört wie sehr Laurie die Songs am Herzen liegen, so viel Gefühl packt er hinein. Dabei verliert er nie seine Authentizität: Was bei vielen seiner Schauspielerkollegen und -kolleginnen, die Musik machen wollen, immer schon ein wenig den Genuss verdorben hat, nämlich die “Schauspielerei” in ihren Songs, mit der sie bisweilen ihr fehlendes musikalisches Talent verbergen wollten, beschränkt sich beim Briten Laurie darauf mit amerikanischem Akzent zu singen. Es ist augenscheinlich – oder besser “ohrenscheinlich” -  dass diese Musik ihn schon lange begleitet, er sich ausgiebig damit beschäftigt hat und sie ihm im Herzen trägt. So sehr gar, dass er bereits die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, die Serie Dr. House zu verlassen sobald sein Vertrag ausgelaufen ist und sich mehr seiner Musik und seiner Familie zu widmen.

Ein wunderbares Stück Musik von einem wahrlich talentieren Mann, der es im übrigen geschafft hat, die Blues Musik wieder in die Charts zu bringen: Das Album fand sich in vielen Ländern in den Top Ten – in Österreich gar für eine Woche auf Platz Eins. Unbedingt reinhören!

Hier ein Video zu “St. James Infirmary” als kurze Hörprobe: