Der virtuelle Supermarkt für zwischendurch
All jene von uns, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, kennen sie: Die kurzen Zeitspannen, die man immer wieder im Laufe einer Fahrt auf die nächste Straßenbahn, die U-Bahn oder den Bus wartet. Diese verflixten drei bis fünf Minuten sind meist zu knapp für große Erledigungen, aber auch definitiv genug, um das Gefühl zu bekommen, man könnte doch inzwischen kleine Dinge besorgen.
Apropos “besorgen”: Die - inzwischen weltweit tätige - britische Supermarktkette “Tesco” hat genau diese kurzen Intervalle des Wartens für sich entdeckt und bereits begonnen, sie zu nutzen. In Südkorea, wo neben Zeit ebenso Platz ein knappes Gut ist, wurde bereits der erste sogenannte “Homeplus Subway Virtual Store” eröffnet, quasi eine Shoppingmöglichkeit fürs kürzeste Zwischendurch. Doch diese Option fürs schnelle Einkaufen in der U-Bahn sieht nicht aus wie der klassische Kiosk, sie ist bedeutend platzsparender: Zu sehen gibt es nur die Abbildungen einzelner Produkte, auf beleuchtete Vitrinen geklebt, und das Einzige, das die Kundinnen und Kunden dann noch tun müssen, ist die dazugehörigen QR-Codes mit dem eigenen Smartphone zu scannen. Die gewählten Artikel werden danach direkt nach Hause geliefert.
Alles in allem ein gelungene Idee, die direkt auf die beschränkten zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten unserer Gesellschaft eingeht. Was bleibt, ist aber immer auch ein gewisses Manko: Denn selbst dem schönsten Bild fehlt es an den himmlischen Düften, wie sie nur frische Produkte in ihrer Einzigartigkeit besitzen können.


