Wunder gibt es immer wieder - und aktuell bis zum 5. Februar in Hamburg in den Deichtorhallen
“Ich glaube nicht an Wunder, ich habe ihrer zu viele gesehen!” lässt Oskar Wilde den Herodias in seinem Stück “Salome” sagen. Die Sonderstellung, die das Wunder in unserer Kultur einnimmt, aufzuzeigen, ja den Begriff des Wunders vor allem in seinen möglichen Ausdeutungen zu zeigen, das macht die Ausstellung “WUNDER“, die bis zum 5.2.2012 in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert wird.
Das Wunder an sich, ob nun ein religiöses oder ein technisches und wie das menschliche Verständnis daran seiner Grenzen gewahr wird, soll gezeigt werden. Und gerade hier setzen viele Momente der menschlichen Entwicklung ein: Im Versuch das vermeintliche Wunder zu verstehen, zu deuten, seines Status des Unerklärlichen zu berauben hat die Forschung und auch die Kunst oft den Ausgangspunkt zu neuen, eben unsere bisherige Auffassung der Welt zerbrechenden Erkenntnissen gefunden. So werden Kunst und Wissenschaft wiederum zu neuen Orten der Wunder, indem sie uns Phänomene erscheinen lassen, die uns nach Erklärungen suchen lassen, sodass wieder der und die Einzelne als Interpretationsinstanz gefragt werden.
Und genau darum geht es wohl in der „WUNDER” Ausstellung: Den Besuchenden sollen die Wunder der Kunst, der Religion und der Technik vor Augen geführt, die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen der Erkenntnis angeregt werden. Nicht zuletzt will man ins Staunen versetzen, angesichts dessen der oder die Betrachtende wieder die direkte Verbindung zum Exponat an sich selbst spürt. Bleibt nur zu hoffen, dass man nicht - wie Herodias - zu viele Wunder zu sehen bekommt und das Gespür für ihr Besonderes nie verliert.
Mehr Infos zur Ausstellung unter: www.wunder-ausstellung.de



