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Fragments of Time (feat. Todd Edwards)
Fragments of Time (feat. Todd Edwards)
Von: null
Album: Random Access Memories

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Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Von Sandra Sonnleitner am 10. September 2011

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë KeatingWenn Zoë Keating eine Bühne betritt, fällt der Blick nicht zwingend auf das Instrument an ihrer Seite, sondern meist erst auf ihre ungestüme Haarpracht aus roten Dreadlocks, sodann auf ihren extravaganten Kleidungsstil und möglicherweise auch auf ihr markantes Antlitz.

Viele mögen ihr Äußeres dem Genre des Punk oder Rock zurechnen, vielleicht vermuten manche ihre Heimat auch im Jazz. Das sie begleitende Instrument jedoch gilt in all diesen Disziplinen als Exot und so verweilte Zoë Keating den Großteil ihres musikalischen Lebens dort wo dieses zu Hause ist – in der Klassik.

Im Alter von acht Jahren begann Keatings klassische Ausbildung am Cello. Sie hielt diesem Genre bis über ihr 20. Lebensjahr hinaus die Treue und wendete sich erst dann Experimentellem zu. Dies zum einen in ihrer Arbeit mit Software Startups und zum anderen in Kooperationen mit Rockbands. In ihren heutigen Werken vereint die junge Kanadierin sämtliche Stationen ihres musikalischen Werdegangs zu einem innovativen Projekt, das zeigt, wie auch klassische Musikerinnen und Musiker das Spektrum elektronischen Rüstzeugs optimal für sich nutzen können.

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Zoë Keating präsentiert sich auf der Bühne nicht mehr nur mit ihrem Cello. Auch wenn das Instrument immer noch im Zentrum ihrer Performance steht, so ist es doch ein fußgesteuertes Notebook das ihr ermöglicht Orchestrales auf die Bühne zu bringen. Durch das Einspielen und Übereinanderlegen einzelner Musikstränge erzeugt Keating als One-Woman-Show Klänge, die auf ein Ensemble schließen lassen. Doch nicht nur in musikalischer Hinsicht hat sie sich der Unkonventionalität verschrieben.

Ihr labelloses Dasein gestaltet die umtriebige Musikerin mithilfe neuer Medien und Vermarktungskanäle sehr geschickt, sodass sie sich nicht nur ihrer Musik wegen, sondern auch aufgrund ihrer Eigenvermarktung großer medialer Aufmerksamkeit erfreuen kann. Keatings letztes Album “Into The Trees” befand sich 14 Wochen in den Billboard Classical Charts und bereits zuvor wurde der Filmmusik-Produzent Mark Isham auf ihr Cellospiel aufmerksam, welches in den Filmen “Warrior”, “The Conspirator” und “Die Bienenhüterin” zu hören ist.

Eine Frau wie ein Orchester: Zoë Keating

Bisher tourt Keating überwiegend in den USA. Ihre stetig wachsende Prominenz, internationale Kooperationen und Auftritte im Vereinigten Königreich lassen aber auf Termine im deutschsprachigen Raum hoffen.

Hier zum Reinhören und Downloaden: Zoë Keating

Bilder: Lane Hartwell, Claude Shade, Nadya Lev