Warum wir Meetings insgeheim doch lieben
„Nein tut mir leid, da kann ich nicht - da bin ich in einem Meeting!”. Diese oder ähnliche Aussagen finden in der Geschäftswelt tagtäglich vielfach Verwendung. Auch wenn diese Aussagen meist gestresst und genervt klingen - stets schwingt auch ein gewisser Stolz mit. Die Teilnahme an Meetings ist in unserer Gesellschaft mittlerweile anscheinend vergleichbar mit dem Mercedes vor der Haustüre und der eigenen Villa im Nobelbezirk. Man signalisiert seinem Gegenüber, dass man etwas erreicht hat im Berufsleben und so wichtig ist, dass kein Meeting ohne einen stattfinden kann. Und überhaupt würde ohne die eigene Anwesenheit sowieso das komplette Chaos ausbrechen. Also doch eine geheime Liebe?
Der renommierte Manager und Co-Autor des Buches “The GE Work-Out“, Ron Ashkenas, erklärt in einem Gastkommentar der Harvard Business Review diese heimliche Liebe und hat drei Thesen aufgestellt, die erklären sollen, warum Meetings zwar oft überflüssig, für die Arbeitswelt jedoch unverzichtbar sind:
- Meetings tragen positiv zu sozialen Kontakten bei: Die meisten Menschen arbeiten nicht gerne alleine und gerade deshalb ist es sehr wichtig eine Plattform im Berufsleben zu haben, um sich mit Kollegen und Kolleginnen über die Arbeit auszutauschen - selbst wenn es nur darum geht zu tratschen oder sich über die Arbeit generell zu beschweren.
- Meetings sind Informationsquellen: Viele Meetings fungieren heutzutage quasi als Informationsnetzwerk. Durch die schnelllebige Unternehmenswelt ist es für die Angestellten eines Unternehmens sehr wichtig über Neuerungen, Fusionen oder die Firmenpolitik am Laufenden gehalten zu werden. Und wo wenn nicht in Meetings wird über solche Ereignisse gesprochen?
- Meetings repräsentieren den eigenen Status: Durch die Teilnahme an Meetings wird von der Geschäftsleitung vermittelt, dass die Meinung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschätzt wird und dass die Position, die diese in einem Unternehmen inne haben, auch wahr genommen wird.
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