Linz will zur "Open-Commons-Region" werdenWikipedia, Open Office und Linux haben eines gemeinsam: Sie sind alle sogenannte Open Commons Projekte und damit jedem und jeder kostenlos und frei verfügbar. Open Commons sind die Gesamtheit freier Werke, die „alle Arten und Aspekte von immateriellen Gemeingütern umfasst“, stellt die Studie „Open-Commons-Region Linz“ fest, die von der IKT Linz und der Johannes Kepler Universität durchgeführt wurde.

„Die vernetzte Informationsgesellschaft braucht freie Software, freie Daten, freies Wissen und freie Kulturgüter um Werke schaffen zu können, die dem Gemeinwohl dienen und ohne ökonomische und rechtliche Barrieren für alle nutzbar sind“, heißt es ebenfalls in der Studie.

Das Projekt soll den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Linz freien Zugang zu digital verfügbarer Information verschaffen. Schon im Jahr 2005 wurden Hotspots eingerichtet, die einen freien Zugang zum Internet ermöglichen, zurzeit sind es 118 an der Zahl. Über den „Public Space Server“ kann jeder interessierte Linzer und jede Linzerin ab 14 Jahren Speicherplatz in Anspruch nehmen, um nicht-kommerzielle Inhalte zu veröffentlichen.

Die Etablierung einer Open-Commons-Region soll dem Gemeinwohl dienen und wirtschaftliche Impulse setzen, sie soll Kosten reduzieren, Abhängigkeiten vermeiden, die Eigeninitiative fördern, Transparenz herstellen und Rechtssicherheit schaffen. Dazu plant die Stadt Linz einen Open Commons Beirat sowie eine Koordinationsstelle einzurichten. Geplant sind auch Initiativen für Bildungsangebote und öffentliche Datenbestände wie zum Beispiel Stadtpläne, das magistratsweite Intranet soll durch Einsatz von Open-Source-Software für das Betriebs-, Redaktions- und Datenbanksystem überarbeitet werden.

Dabei lädt die Stadt Linz Bevölkerung, Wirtschaft, Verwaltung, Kunstschaffende, wissenschaftlich Arbeitende und alle anderen zur Mitwirkung ein. Gemeinsam und sich gegenseitig ergänzend sollen sie so aus einem Fundus frei nutzbarer Daten und Werke wiederum neue, verbesserte Güter schaffen. Dadurch sollen Ergebnisse erzielt werden, die auf konventionelle Weise nicht möglich wären.

Linz will sich durch das Projekt auch international positionieren. Vergleichbare Projekte sind auf Teilaspekte fokussiert, primär steht das Thema Open Source Software im Mittelpunkt. So etwa in Berlin und Nürnberg, aber auch in Wien, wo das Magistrat ein bedeutender Anwender solcher Software ist.

via: netzpolitik.org; Bild: flickr.com/linz_ellinas

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