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Machen Sie Ihr Fernsehen selbst

Von Bernhard Schinwald am 18. Oktober 2010

Machen Sie Ihr Fernsehen selbstSeit zu Beginn der Nullerjahre in Österreich das Rundfunkmonopol gefallen ist, wird die Radio- und Fernsehlandschaft ständig mit neuen Ideen, Konzepten und Formaten aufgefrischt. Die Welt abseits des öffentlichen Rundfunks besteht großteils aus kommerziellen Sendern: Aus lokalen Eigenbrötlern, österreichweiten Franchisegeflechten oder Ablegern von internationalen Medienkonzernen. Doch es gibt auch nichtkommerzielle Sender, sogenannte freie Sender, wo eigene Ideen und Vorstellungen schnurstracks in eine eigene Sendung verpackt werden können.

Freie Radios gibt es bereits in allen größeren Städten, freie Fernsehsender sind dagegen noch eher spärlich gesäht. Dieser Lücke hat sich nun eine Initiative oberösterreichischer Kulturinstitutionen angenommen und den Sender “dorf” gegründet.

“Usergeneriertes Fernsehen für OÖ” lautet die Vorgabe. Wer mag, lädt ein selbstproduziertes Video auf die dorf-Website, wartet die Freigabe des Senders ab und kann es dann in der Sendeschiene “open space” der Öffentlichkeit präsentieren. Ab Herbst 2010 werden schließlich, ganz im Sinne des Community TV, Sendeplätze für regelmäßige Sendungen vergeben. Die Eigenproduktionen des Senders laufen bereits jetzt täglich.

dorf steht für „Der Offene Rundfunk“ und ist offen für neue Herangehensweisen und Experimente, die im herkömmlichen Fernsehen wohl kaum zu sehen werden. Erlaubt ist alles, was die Grenzen des Medienrechts und der Senderichtlinien nicht überschreitet. Denn wie jeder freier Sender, verpflichtet sich auch dorf der Unabhängigkeit und Nichtkommerzialität.

Seit 22. Juni 2010 ist dorf in Oberösterreich zu empfangen. Schon längere Zeit läuft Okto, der die Bundeshauptstadt mit Community TV versorgt.

Unser Tipp: Wir sind das Netz! – Geschichte und Praxis freier Netze in Österreich (Schröckelsberger/Jankowski Ö. 2009) ausgestrahlt im “open space” von dorf