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Das getauschte Buch und darüber hinaus

Von Sandra Sonnleitner am 26. September 2010

Ein kleiner Geldbeutel, kombiniert mit Zeit und einer gewissen Affinität zu Büchern kann durchaus eine prekäre Lebenssituation schaffen, die im städtischen Raum sehr gut durch den Besuch einer Bibliothek entschärft werden kann, in der Einöde jedoch zweifach unleidlich ist.

Hier hilft nur ein Schritt hinaus in die Welt. Da sich dabei aber wieder der kleine Geldbeutel in den Weg stellt, wird es ein Schritt hinaus in die virtuelle Welt. Denn wenn das Porto für ein Buch noch leistbar ist, eröffnet sich bereits seit längerem mit der Buchtauschbörse Bookcrossing die Möglichkeit Gelesenes gegen Ungelesenes zu tauschen.

Da diese Entgrenzung des Buchmarktes aus festgelegten Werten so zahlreich Anhängerinnen und Anhänger gefunden hat, wurde das Konzept unter anderem in Deutschland weiterentwickelt. Auf der Plattform Tauschticket kann auch Gesehenes gegen Ungesehenes, Gehörtes gegen Ungehörtes, Gespieltes gegen Ungespieltes und nun auch “Alles Mögliche” gegen “Alles Mögliche” getauscht werden. Zwar ist diese Plattform nicht mehr ganz frei von Zahlungsmitteln, da der Wert des Getauschten durch so genannte Tauschtickets errechnet wird, die dann gegen etwas anderes getauscht werden können, was die Möglichkeit willkürlich zu tauschen wieder eingrenzt, aber dennoch fließt hier kein Geld. Lediglich das Porto für den realen Transport, des realen Gegenstandes in der realen Welt muss entrichtet werden.

Bild: stock.xchng/ckgd2