Unser Album der Woche: Jessica Gall - Little Big Soul
“Little Big Soul” ist der neuerliche Versuch einer eigentlich im Jazz beheimateten Künstlerin die Grenzen ihres Genres zu sprengen und in die Gefilde des Pop einzutauchen. Wie schon Cassandra Wilson versucht Jessica Gall bei ihrem Ausflug in die Welt der Popmelodien nicht sich dort anzusiedeln, sondern vielmehr ihre Eindrücke vor dem Hintergrund ihrer musikalischen Herkunft zu verarbeiten. Ihr Anliegen ist es, die Leichtigkeit der Popmusik mit der Komplexität des Jazz zu verschmelzen.
Dabei hat sich die Berlinerin mit dem bewegenden Timbre nicht rein auf ihre Intuition verlassen, sondern zusammen mit dem Produzenten Robert Matt und dem Pianisten Bene Aperdannier an prickelnden Arrangements getüftelt. Die Besonderheit ihrer neusten Kreation sieht Gall selbst in deren Zurückhaltung. Sie beschreibt “Little Big Soul” als etwas Kleines, mit einfachen Mitteln Entstandenes, das dennoch Größe hat.
“Little Big Soul” ist ein ruhiges, unaufgeregtes Album, das in seiner rhythmischen Verfasstheit und hinsichtlich Galls gesanglicher Leistung vielerorts an Norah Jones erinnert. Gall selbst hingegen sieht ihre Inspiration und ihre Vorbilder andernorts: Joni Mitchell, Ricky Lee Jones und Shirly Horn haben sie geprägt. Dennoch schlägt Gall mit ihrem ersten, mit Eigenkreationen gefüllten Album einen modernen Weg ein, den es sich lohnen könnte weiterzuverfolgen.
Hier zum Reinhören und Downloaden:

Label: Herzog Rec (edel)
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