spittelauWas komisch klingen mag, ist seit kurzem das Prinzip eines umweltschonenden Kühlmodells der Fernwärme Wien, welches Abwärme und Energie aus der Abfallbehandlungsanlage Spittelau dazu nützt, Fernkälte zu liefern. Das neue Kühlsystem, das rund 85 Prozent weniger CO2 produziert als herkömmliche Verfahren, ist neben Bürogebäuden auch für Rechenzentren interessant.

Wie funktioniert das Ganze? Das System der Fernkälte läuft in einem geschlossenen Kreislauf. Die Kundschaft wird mit 3,5 Grad kaltem Wasser versorgt, mit dem diese ihre Klimaanlagen betreiben. Danach fließt das Wasser mit einer Temperatur von etwa zwölf Grad wieder zur Kälteanlage der Fernwärme Wien retour. Dort wird es abgekühlt, um anschließend wieder zurückzufließen.

Wie entsteht Kälte aus Hitze? Der Prozess lässt sich mit Schwitzen vergleichen. Die Abkühlung ist vergleichbar mit unserem Körper: Wenn wir schwitzen, tritt Wasser aus und verdampft und durch diesen Verdampfungsprozess wird dem Körper Wärme entzogen. Genau dasselbe passiert bei der Anlage: Das verwendete Lithiumbromid-Wasser-Gemisch verdampft und entzieht den Rohren Wärme. Damit wird das Wasser, das in diesem Prozess durch die Rohre und danach zum Kunden oder zur Kundin fließt, wieder auf die gewünschte Temperatur gekühlt.

Für die Kälteproduktion werden die bereits vorhandene Wärme und Energie genutzt, wodurch der Ausstoß schädlicher Treibhausgase und Luftschadstoffe reduziert wird. Alles in Allem ein umweltfreundliches, wenn auch nicht ganz günstiges Modell.

via: futurezone.orf.at

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