Louie Austen, der stets elegante Gentleman-Crooner, den man eigentlich nur im maßgeschneiderten Anzug und mit einem Cocktail in der Hand kennt, zeigt in diesem Filmchen einmal eine ganz andere, sagen wir einmal österreichisch entspannte Seite:

Zu sehen ist ein innenarchitektonisch eher fragwürdiges Wohnzimmer, zwei Männer betreten dieses - einer davon Louie Austen, dessen Anlitz wir jedoch nicht bewundern können, sondern immer nur seine Rückenansicht. Im Fernseher läuft ein Musikvideo - Austens “Amore“. Im besten Jetset-Ambiente, inklusive Motorboot, Bar und natürlich schönen Damen besingt er die italienische Liebe und zeigt die Leichtigkeit des Lebens in seiner luxeriösesten Form.

Das alles aber passiert nur auf dem minimalen Bildschirm. Im Vordergrund gibt es hingegen belangloses Geplaudere, wie dass beispielsweise der Karli noch unbedingt zurückgerufen werden sollte oder die gewichtige Frage “Warst beim Friseur?” wird in den Raum mit durchwegs biederem Charme geworfen. Dazu wird ganz klassisch Pizza und Bier bestellt und ein bisschen im TV-Programm gezappt - nur um wieder beim eigenen Video hängen zu bleiben.

In dieser Form war die visuelle Umsetzung von Amore allerdings nicht von Anfang geplant: Das Video im Video wäre nämlich eigentlich ohne Wohnzimmer-Mentalität über den Äther gegangen, wenn die Glamour-Variante nicht gar so ernst und glatt ausgefallen wäre. Also wurde dem Ganzen von Regisseurin Tina Schula in genau einem Drehtag noch eine ordentliche Portion Ironie übergestülpt und fertig ist das wunderbar trashige Musikvideo.

via: Falter

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