TwitterTwitter (Was ist Twitter? Klick) ist zur Zeit in aller Munde. Jedoch bei manchen auch in den Ohren: Dan Stowell, seines Zeichens Komponist und IT-Wissenschaftler an der Queen Mary Universität in London, hatte Anfang des Jahres eine Idee. Er machte sich darüber Gedanken, wie man mit dem Online-Service, welcher ja auf 140 Zeichen beschränkt ist, gute Lieder produzieren kann. Das nun vorliegende Ergebnis ist ein Musikalbum, welches erstens bemerkenswert kreativ ist und zweitens nicht nur den Fans von Twitter gefallen wird, sondern ebenso für Musikfreundinnen und Musikfreunde ganz allgemein einen durchaus ansprechenden Hörgenuss darstellt.

Um an sein Ziel zu kommen, verwendete Dan Stowell die Programmiersprache SuperCollider. Diese erlaubt, selbst längere Musikstücke in kürzeren Codes festzuhalten. Das bedeutet, dass mit SuperCollider auch Lieder mit mehr als 140 Noten problemlos in einen 140-Zeichen-Satz untergebracht werden können.

Twitterbird

Das Mitglied des Centre for Digital Music konzentrierte sich in seinem Experiment auf das Geräusch brechender Meereswellen am Strand und packte seine Aufnahmen in einen 140-Zeichen-Satz, den er später twitterte. Seine Follower waren derart begeistert, dass sie nun ihrerseits damit begannen, sich mit SuperCollider zu befassen und damit eigene Stücke komponierten. Die Ergebnisse wurden nun in “SC140″, dem ersten Twitter-Musikalbum überhaupt, zusammengefasst, welches hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

Die insgesamt 14 Tracks wirken anfangs zum Teil ein wenig gewöhnungbedürftig. So hat man beim ersten Hören des einen oder anderen Liedes ein wenig das Gefühl, dem piepsigen Soundtrack eines Computerspieles aus den 80er Jahren zu lauschen, was zum Teil wohl daran liegt, dass 140 Zeichen doch sehr einschränkend sein können. Auf der anderen Seite bietet “SC140″ auch einige hochinteressante Kompositionen, welche es allemal wert sind, sich näher damit zu befassen. Vor allem der sechste Track, eine mehr als zehn Minuten lange Keyboardnummer von Batuhan Bozkurt, sei lobend erwähnt.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle auch, dass wirklich jedes Werk auf “SC140″ vor Kreativität und Einfallsreichtum sprüht. Selbst wenn manche davon etwas sperrig sind, die Originalität, welche hinter jedem einzelnen Track steckt, macht “SC140″ zu einem einzigartigen Hörerlebnis.

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via: Basic Thinking Blog, NewScientist und Dan Stowell; Bild: flickr/ Pasquale D’Silva

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