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Unser Album der Woche: Randi Tytingvag – Red

Von Katharina Benda am 12. Oktober 2009

Randi Tytingvag - RedUnter Chansons versteht man im normalen Fall, ein im französischen Kulturkreis verwurzeltes, liedhaftes musikalisches Genre, das durch einen Sänger beziehungsweise eine Sängerin sowie instrumentale Begleitung gekennzeichnet ist. Dass es aber auch in Skandinavien, genauer gesagt Norwegen immer wieder neue Entdeckungen zu machen gibt, ist neu. Eine dieser Entdeckungen ist Randi Tytingvåg – zumindest hierzulande. Denn in ihrer Heimat Stavanger hat sich die 1978 geborene Sängerin und Komponistin durch ihre zwei Vorgängeralben schon einen Namen gemacht und bereichert nun mit ihrem neuen Album „Red” die seit Jahren höchst erfolgreiche norwegische Musikszene um etliche spannende und traumhaft schöne Klang-Facetten.

Das Album besticht durch ein starkes Konzept. In einer Mischung aus Klassik, Rock, Elektronik, Folk und Cabaret formt sie ihre eigene skandinavische Version des Chanson und erzählt Geschichten, die das Leben schreibt und die von sensibler Beobachtungsgabe und Sprachgefühl zeugen. Piano, Fender-Rhodes, Akkordeon, Cello, Bass, Gitarre, Klarinette und Schlagzeug prägen neben der klaren und zarten, aber dennoch durchdringenden Stimme das Klangbild.

Voll poetischer Leichtigkeit sind die Texte und doch auch mit verführerischer Kraft, die mit subtiler Leidenschaft und voller Hingabe daherkommen. Randi Tytingvåg singt mit klarer, unwiderstehlich einfühlsamer Stimme ihre Lieder, die vom Brennen der Liebe, der Wichtigkeit an Hoffnungen und Träumen festzuhalten oder dem Wunsch mit dem Liebsten den Mond und das ganze Universum zu erobern erzählen. Ihren zehn Eigenkompositionen fügt die Norwegerin noch ihre Version des Cole-Porter-Klassikers „My Heart Belongs To Daddy” hinzu, die in wundervollem Kontrast zu Marilyn Monroes lasziver Interpretation steht.

Randi Tytingvåg ist definitiv eine Sängerin die sich hinter Kolleginnen wie Silje Nergaard, Beady Belle oder Rebekka Bakken nicht zu verstecken braucht. Sie hat eine Stimme die man sofort erkennt, sehr eigenständig, ausdrucksstark und nuancenreich. Es gibt viele gute Musikschaffende, die hervorragend spielen und perfekte Produktionen abliefern, doch nur wenige schaffen es, die Seele zu berühren.

Im Titelsong „Red Or Dead” heißt es übersetzt: „Ich höre oft, ich fordere viel, ich versuche nur, ich selbst zu sein, all das zu geben, was ich bekommen habe. Wenn ich versucht habe, diskreter zu sein, muss sich meine Seele ducken und werde kalt. Ich denke, ich brauche die Hitze.”
Passend doch der Albumname „Red”. Steht nicht die Farbe selbst für Wärme, Feuer und belebende und positiv verstärkende Wirkung auf emotionaler Ebene. Es steigert die Sinnlichkeit, das bewusste Erleben und Fühlen und den Ausdruck ungehemmter Leidenschaft.

Ihre Leidenschaft für Musik ist auf diesem Album deutlich zu hören und verstärkt durch versierte Musiker wie Pianist und Arrangeur Anders Aarum (Jazzmob), sowie Akkordeonist Espen Leite, Kontrabassist Jens Fossum und dem Cellisten Svante Henryson als auch Gästen, wie Gitarrist Jan Martin Smørdal oder die Schlagzeuger Ivar Thormodsæter und Eirik-André Rydningen, werden die gemeinschaftlich vom Ensemble arrangierten Songs zu einem einmaligen Hörerlebnis.

Hier zum Reinhören und Downloaden:
Randi Tytingvåg

Label: Ozella Music