Warum uns manche Melodien nicht aus dem Kopf gehen
Und was war es bei Ihnen das letzte Mal? Das Lied der Schlümpfe? Ein Werbe-Jingle? Rachmaninow? Letzterer ist wohl eher ein unwahrscheinlicher Ohrwurm, denn hierbei handelt es sich meist um ein Musikstück, das so eingängig ist, dass man es beim Hören unwillkürlich mitsummt, oder das einem wie ein Wurm in den Gehörgang hineinkriecht und dort einfach für längere Zeit bleibt.
Fast alle von uns kennen dieses Phänomen und manchmal fragt man sich wirklich: Warum genau dieses Lied? Wie ist es nur da in meinem Kopf hineingekommen?
Laut Forschenden der Dartmouth University verursachen Ohrwürmer eine Reaktion im Gehirn, welches das Bedürfnis hat, Lücken im Rhythmus eines Liedes auszufüllen. Wenn wir nur einen Teil eines bekanntes Lied hören, füllen wir den Rest selber aus. In anderen Worten, unser Gehirn „singt” das Lied weiter auch wenn es schon lange zu Ende ist.
Der Kasseler Musikwissenschaftler Dr. Jan Hemming ist der Meinung, dass uns der Ohrwurm nur in Situationen geistiger Entspannung überfällt. Die kurzen Sequenzen von Liedern, die seit längerem im Gehirn abgespeichert sind, weil man sie mag oder häufig gehört hat, werden ausgelöst durch mitunter unbewusste Reize und schwirren fortan durch den Kopf. Vielleicht weil man das Lied morgens im Radio gehört hat. Aber auch ein Bild, ein Wort oder eine Erinnerung kann der Auslöser sein.
Aber warum manche Lieder häufiger in den Gehirngängen hängen bleiben als andere ist noch nicht erforscht. Zudem hat jeder und jede seine eigenen Spezialfälle, von denen man länger etwas hat und die einem im wahrsten Sinne des Wortes auf die Nerven gehen. Gemeinsam haben diese Lieder jedoch zumeist eine einfache, fröhliche Melodie sowie einen eingängigen und sich wiederholenden Text.
Und wie werden wir die unerwünschten Gäste wieder los? Patentmittel gibt es leider keines aber Folgendes soll bei einigen „Betroffenen” geholfen haben: Das Radio einschalten oder ein anderes Lied singen um das Gehirn sozusagen auf andere Gedanken zu bringen, sich voll und ganz auf eine anspruchsvolle Tätigkeit konzentrieren oder den Übeltäter - also das Lied, das man schon den ganzen Tag vor sich hin summt - in voller Länge und bewusst anhören.
via: how stuff works; Universität Kassel
Bild: stock.xchng/gorgon


