
Verein zur Verzögerung der Zeit
Termine, Stress, keine Zeit – Vokabel unseres täglichen Lebens. Und nicht nur beruflich, auch privat werden uns die 24 Stunden am Tag viel zu knapp. Eigentlich paradox: Trotz der Erfindung immer zeitsparenderer Techniken in allen Bereichen leiden die meisten Menschen unter immer größerem Zeitmangel. Die Beschleunigung, also der Wunsch, möglichst viel in immer kürzerer Zeit immer schneller zu erreichen, hat Einzug gehalten in alle Lebenslagen.
Und genau hier hakt der „Verein zur Verzögerung der Zeit“ ein. Denn dieser setzt sich für ein bewusst ruhigeres Leben ein. Das erklärte Zielt lautet ganz schlicht: Ein bisschen mehr Zeit für sich selbst. Klingt schlicht, aber bringen Sie mal noch ein paar Minuten mehr in Ihren Tagesablauf. Dabei klingt es doch durchaus verlockend, nicht mehr ausschließlich für den Job zu leben, sondern Freundschaften zu pflegen und Freizeit zu genießen. Schließlich will man sich ja nicht an die Parole „Leben Sie schneller, dann sind Sie eher fertig” halten, oder?
Aber die Zeit verzögern? Wie soll das funktionieren? Natürlich kann man die Zeit nicht wirklich verzögern, also langsamer laufen lassen. Aber man kann dafür sorgen, dass es sich so anfühlt: Zum Beispiel Tage einfach mal „entplanen”, Geräte abschalten und das wichtigste Wort für die Entschleunigung lernen: „Nein”.
Der gemeinnützige Verein wurde 1990 von Prof. Peter Heintel aus Klagenfurt gegründet. Prof. Heintel sah in der Vereinsgründung einen Ansatz, einen reflektierten Umgang mit Zeit auf kollektiver Basis anzuregen und neue Formen des Umgangs mit dem Phänomen Zeit anzustreben.
Über deren Medien oder in Gesprächen werden Alltagshilfen gegeben, indem das Thema auf die Alltagsebene heruntergebrochen wird. Viele Mitglieder suchen ganz einfach einen anderen, gesünderen Umgang mit der Zeit und können sich der Solidarität der über tausend Mitglieder sicher sein.
Bild: stock.xchng/Asif Akbar

