Emotionen 2.0
Bestimmt eines der poetischsten Online-Projekte kreierten Jonathan Harris und Sepandar Kamvar: We Feel Fine untersucht das weltweite Netz nämlich nach seinem Gefühlszustand. Weltweit werden Blogs sowie soziale Netzwerke nach den Phrasen „I feel” oder „I am feeling” durchforstet und diese Sätze gespeichert. Daraufhin werden diesen Datenschnippseln Attribute wie „glücklich”, „traurig” und vieles mehr zugeordnet. Zusätzlich werden weitere Informationen gesammelt, wie Herkunft, Alter, Geschlecht und sogar das Wetter zum Zeitpunkt des Gemütszustands.

Das Ergebnis ist eine Datensammlung aus Millionen menschlicher Gefühle, die täglich durch 15.000 bis 20.000 neue Emotionen ergänzt werden. Das Interface der Seite erlaubt es nun diese nach verschiedensten Kategorien zu durchsuchen, um zum Beispiel die Frage zu lösen, welche Nation am glücklichsten ist. Oder ob das Wetter uns beeinflusst? Vielleicht interessieren Sie sich aber auch für die durchschnittlichen Gefühle von 70-jährigen Schottinen? Auf dies und vieles mehr kann Ihnen We Feel Fine eine Antwort liefern.

Die hier abgebildete Benutzeroberfläche (eine von sechs angebotenen) besteht aus einer Ansammlung von kleinsten Datenpartikeln, die jeweils einen Menschen und dessen im Internet kommunizierte Empfindung repräsentieren. Die Eigenschaften dieses Partikels - Farbe, Größe, Aussehen - zeigt die Eigenheit der jeweiligen Empfindung auf. Jedes Partikelteilchen lässt sich anklicken, um den gesamten Satz oder das Foto der beschriebenen Emotion zu begutachten.
Harris und Kamvan haben so ein spielerisches Gefühlsuniversum geschaffen, das neben seinem künstlerischen Ansatz jedoch durchaus auch Aufschluss über die soziale Seite des Internets gibt.



